Das Fundbüro der Stadt versteigert seine Stücke erstmals online. Die Auktion läuft noch bis zum Ende der Woche.

Erkrath. Es wird längst nicht alles teurer: „Preis sinkt garantiert in 15 Sekunden!“ zeigt die Internetversteigerung der Stadt für ein Damenrad an und zählt die Sekunden herunter: Jede Minute wird ein Cent weniger angezeigt. Zum ersten Mal bietet die Stadt Fundsachen im Internet an. Die Auktion läuft noch bis zum Ende der Woche.

300 Euro für eine komplette Fotoausrüstung

Ein Foto mit dem Fundobjekt neben dem gerahmten Stadtwappen, eine knappe Beschreibung – so werden Schmuckstücke, Kleidung und Elektrowerkzeuge angeboten. „Das Vorderrad hat eine ,Acht’“ steht ehrlicherweise in der Beschreibung eines Herrenrads. Preis: 30 Euro. Zehnmal mehr soll der Wert einer Fotoausrüstung sein: Gehäuse, Objektive und eine Ledertasche warten auf einen Käufer.

Für einen so genannten Prismenstab, ein Vermessungswerkzeug mit Stativ, werden 50 Euro gefordert. Welche Baufirma den im Stadtgebiet verloren haben könnte, ermittelt das Amt nicht: „Wir unternehmen keine gezielten Schritte“, sagt Jörg Birkhölzer, stellvertretender Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes. Die Besitzer müssten sich melden.

Wer in der Auktion wiedererkennt, was er vermisst, kann seine Sache immer noch beanspruchen, muss aber einen Nachweis erbringen: „Das Aussehen zu beschreiben reicht nicht, denn das Foto ist ja im Internet“, sagt Birkhölzer. Eine Quittung oder Angaben zu den Umständen, unter denen der Gegenstand verloren wurde, seien nötig.

Schon nach den ersten Tagen der Auktionszeit ist Birkhölzer zufrieden: „Es läuft recht gut. Viele Sachen sind direkt verkauft worden.“ Für einige Schmuckstücke, Elektrowerkzeug und gut erhaltene Fahrräder hätten Käufer den geforderten Preis geboten.

Zwei Schirme gibt’s für zehn Euro

Das Fundbüro bewahrt abgelieferte Fundsachen ein halbes Jahr lang auf. Was dann von den Eigentümern nicht abgeholt wurde, gehört dem Finder. Verzichtet der zugunsten der Stadt, gelangen die Gegenstände in die Auktion.

Finder haben Anspruch auf Finderlohn. Für Gegenstände bis zum Wert von 500 Euro beträgt der fünf Prozent. Für Funde in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Behörden gibt es weniger.

Wer etwas verloren oder gefunden hat, wendet sich an das Fundbüro im Bürgerbüro Hochdahl, Hochdahler Markt 10 a, Telefon 0211/ 2407 3320. Das Büro öffnet montags und dienstags von 7.30 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags nur bis 13 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr. Versteigerungen finden etwa halbjährlich statt.

Billige Fundsachen hat die Stadt zu Paketen gebündelt: zwei Schirme zum Preis von zehn Euro. „Sonst würden sich Aufwand und Porto nicht lohnen.“ Alle Kleinteile verschickt die Stadt gegen Versandkosten, Sperriges muss aber im Fundbüro abgeholt werden. Dabei kann der Käufer auch gleich zahlen.

„Wir hoffen, mit der Internetauktion einen größeren Personenkreis zu erreichen“, sagt Birkhölzer. Interessenten bräuchten nicht mehr zu einem bestimmten Termin Zeit zu haben.

Es gebe sogar Käufer aus Frankfurt. Ein solcher Radius Kaufinteressierter sei nicht erwartet worden. „Uns war wichtig, mit einem Anbieter zusammenzuarbeiten, der Erfahrung hat“, sagt Birkhölzer. Der Auktionsanbieter im niedersächsischen Schüttorf arbeitet auch für Großstädte wie Potsdam und Dortmund.

Was bei der Auktion übrig bleibt, wird unterschiedlich behandelt: „Schmuck hat einen Wert, den können wir beim Goldankauf abgeben.“ Fahrräder müssten nicht unbedingt verschrottet werden: Sie können aufgearbeitet werden, um doch noch verkauft zu werden.

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