Die Beschilderung soll auf den Neandertaler hinweisen. Die Parteien stellen dazu Anträge für den heutigen Ausschuss für Stadtentwicklung.

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So könnte es aussehen, das Ortsschild – hier im Neandertal –, das auf den Fundort hinweist. Fotomontage: Anna Schwartz

So könnte es aussehen, das Ortsschild – hier im Neandertal –, das auf den Fundort hinweist. Fotomontage: Anna Schwartz

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So könnte es aussehen, das Ortsschild – hier im Neandertal –, das auf den Fundort hinweist. Fotomontage: Anna Schwartz

Erkrath. Die Idee gibt es schon seit einiger Zeit: Die Ortseingangsschilder sollen nicht nur darauf hinweisen, dass Erkrather Stadtgebiet betreten wird, sondern auch, welche historische Berühmtheit damit zusammenhängt: „Fundort des Neandertalers“ oder „Tor zum Neandertal“ sollten als Zusatz auf den gelben Schildern prangen.

„Andere haben vom Neandertal Besitz ergriffen“, sagt Arno Werner

Seit 2011 dürfen Kommunen in NRW Zusatznamen auf ihren Ortsschildern führen – seitdem diskutierten die Politiker darüber, welcher Zusatz es denn sein sollte. Einig wurden sie sich nicht, und als dann noch auffiel, dass die betroffenen Straßen keine städtischen, sondern Kreisstraßen sind, war das Thema erst einmal vom Tisch.

Mittlerweile führt Mettmann auf seinen Ortsschildern den Zusatz „Neanderthal-Stadt“, und nennt sich – wie auch Erkrath – das Tor zum Neandertal. „In der Vergangenheit hat sich Erkrath keine Gedanken um Tourismus gemacht. Andere haben vom Neandertal mehr Besitz ergriffen als wir“, sagt Bürgermeister Arno Werner.

Als 1856 die Knochenfragmente unserer Vorfahren im Neandertal gefunden wurden, gehörte das Gebiet noch zu Haan. Heute befindet sich die Fundstelle auf Erkrather Stadtgebiet. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, ein Pfund, mit dem wir wuchern sollten“, fordert Udo Kampschulte vom Arbeitskreis Tourismus in Erkrath. Ginge es nach ihm, soll der Schriftzug „Fundort des Neandertalers“ nicht nur auf die Ortsschilder. „Wir sollten Erkrath damit weltweit bekannt machen“, sagt Kampschulte.

Die Internetadressen hat sich die Stadt schon gesichert

„Erkrath ist ein moderner Standort“, sagt Arno Werner: „Wirtschaftspolitisch wollen wir eher ein Anhängsel von Düsseldorf sein. Sich als Neandertalstadt zu präsentieren, ist nicht ganz kompatibel.“ Allerdings habe sich das Bewusstsein mittlerweile weiterentwickelt. „Man kann sich durchaus Stadt des Neandertalers nennen“, sagt Werner.

Auch die Politik will einen neuen Anlauf nehmen und sich mit einem Namenszusatz beschäftigen. Für die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Am Dienstag (17 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses an der Bahnstraße 16) liegen ein gemeinsamer Antrag von CDU und FDP sowie ein Antrag der SPD vor, sich mit einem Namenszusatz für die Stadt zu beschäftigen.

Die Internetadressen Tor zum Neandertal und Fundort des Neandertalers hat sich die Stadt bereits in verschiedenen Schreibweisen gesichert.

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