Am Montag eröffnete Metzger Dirk Hanten ein Restaurant/Café an der Bahnstraße. Um länger als 22 Uhr zu öffnen, muss ein Lärmschutzgutachten her.

Dirk Hanten bietet mit seinem Team einen Mittagstisch im alten Kurhaus an der Bahnstraße.	 Foto: Dietrich Janicki
Dirk Hanten bietet mit seinem Team einen Mittagstisch im alten Kurhaus an der Bahnstraße. Foto: Dietrich Janicki

Dirk Hanten bietet mit seinem Team einen Mittagstisch im alten Kurhaus an der Bahnstraße. Foto: Dietrich Janicki

Dirk Hanten bietet mit seinem Team einen Mittagstisch im alten Kurhaus an der Bahnstraße. Foto: Dietrich Janicki

Erkrath. So richtig nervös ist Dirk Hanten nicht. Montagmorgen um 11.15 Uhr fährt der Metzgermeister vor dem Kurhaus in Erkrath vor und bringt das Wechselgeld mit. Eine Viertelstunde später macht er seinen neuen Laden auf. Obwohl – Laden ist vielleicht ein wenig flapsig gesagt, dafür steckt einfach zu viel Arbeit in den vergangenen Wochen.

Gutachten ist in Planung

Das Kurhaus ist jetzt von allem etwas: Restaurant, Café, Kneipe, Disco und Stammtisch-Treffpunkt. Am Eröffnungstag ist es erst einmal ein Restaurant: Putensteak mit Curryfrüchtesoße und Reis steht auf der Karte. Für 6,50 Euro lassen sich die ersten Gäste das Menü für das Büro oder zu Hause einpacken. An der Theke gilt Selbstbedienung. Einige Erkrather setzen sich schnell in die neu gestalteten Gasträume. „Habt ihr gut gemacht“ – oder „Schön gemütlich sieht es hier aus“ – sind die ersten Kommentare.

Verschiedene Stühle, Kissen, alte Möbel, Fotos aber auch alte Radios und andere Altertümchen sollen das Gefühl vermitteln, wie zu Hause bei Muttern zu essen. Geöffnet ist vorerst von montags bis freitags in der Zeit von 11.30 bis 17 Uhr, donnerstags soll es auch mal etwas länger gehen und die Gäste haben Gelegenheit, bis 22 Uhr vor Ort zu bleiben. Direkt an diesem Donnerstag hat Hanten einen Discjockey bestellt, ab 18 Uhr darf getanzt werden. Ende ist um 22 Uhr und das ist nicht so ganz freiwillig. Bislang darf das Kurhaus nur bis abends 22 Uhr öffnen. „Das Problem ist aber nicht etwa die Stadt, die das verbieten würde“, sagt Hanten sondern der Denkmalschutz.

Um länger als bis 22 Uhr zu öffnen, muss ein Gutachten nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erstellt werden. Es kommt vor allem darauf an, ob etwa Nachbarn nicht durch Lärm gestört werden, wie er etwa von Gästen verursacht wird, die vor der Tür rauchen oder sich verabschieden.

„Ich habe noch viel vor.“

Dirk Hanten

Um 1830 wurde Erkrath das „Bergische Nizza“ genannt, denn neben dem heutigen Kurhaus sprudelte eine Heilquelle, die gut gegen Gicht und Rheuma wirken sollten. Aus dieser Zeit stammt auch das Kurhaus. Badeteiche oder Liegehallen, die im benachbarten Park standen, sind heute nicht mehr erhalten. Etwa um das Jahr 1870 versiegte die Quelle.

So ein Gutachten sei aber in Planung, sagt Hanten, der das Kurhaus erst einmal als eine Art Experiment sieht. „Ich warte einfach mal ab, wie es von den Erkrathern angenommen wird“. Zumal er nicht nur auf Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen setzt, sondern auch auf Gäste, die nebenan im Standesamt geheiratet haben. Für Frischvermählte bietet er fast alles an – vom Glas Sekt bis hin zum kompletten Essen.

In Planung sind in den kommenden Wochen ein Grillabend, eine Weinprobe und eine Whiskey-Verkostung. „Ich habe noch viel vor“, sagt Hanten, der mit seiner Idee, das Kurhaus wieder zu eröffnen, auf viel Zustimmung gestoßen ist. Auf erste Ankündigungen im Netzwerk Facebook erhielt er sehr viel Resonanz von den Erkrathern. Zumal seit es seit der erneuten Schließung der Gaststätte Postwirtschaft an der Bahnstraße immer weniger Treffpunkte in Erkrath gibt.

Ein Gebäude mit Geschichte

Gemietet hat Hanten die Flächen von Gert Lahnstein. Der Projektentwickler hat eine Vorliebe für alte Gebäude. Das Kurhaus und der Garten dahinter gehörten zu seiner Kindheit, Lahnstein ist an der Bahnstraße aufgewachsen und hat im Park Fußball gespielt. Vor einigen Jahren hat er das alte Kurhaus gekauft und komplett restauriert, ehe er es in die Hände des Ehepaares Liebergall gab, die dort im Jahr 2008 ein Café einrichteten. Zuvor hatte das Kurhaus mehr als zwölf Jahre leer gestanden. Doch die Liebergalls gaben den Pachtvertrag nach fünf Jahren auf, um sich einer eigenen Kaffeerösterei widmen zu können.

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