Im Bürgerhaus Hochdahl wurde der erste kreisweite „Rollator-Tag“ veranstaltet – ein Selbstversuch.

Valeska von Dolega probiert sich an einem Rollator.
Valeska von Dolega probiert sich an einem Rollator.

Valeska von Dolega probiert sich an einem Rollator.

Michael Nacke

Valeska von Dolega probiert sich an einem Rollator.

Erkrath. Senioren sollen ja immer mobiler werden beziehungsweise mobil bleiben. Ein Ausdruck dieser Beweglichkeit ist der Rollator. Aber wie (un)praktisch ist so eine Gehhilfe auf vier Rädern?

„Zunächst müssen wir das Gerät auf Ihre Größe einstellen“, sagt Stefan Irsen. Er muss es wissen, der Polizeihauptkommissar erteilt seit 2012 Rollatoren-Training. Also werden die Griffe eines sportlichen Modells so eingestellt, dass sie sich auf Höhe meiner Handgelenke befinden. „Das ist wichtig für die richtige Haltung“ – der aufrechte Gang ist damit gemeint.

Nutzer müssen sich erst mit ihrem Rollator vertraut machen

Bevor ich endlich über den Übungsparcours darf, soll ich mich mit dem Gerät vertraut machen. Im Ernstfall wäre es ja ab sofort mein „neuer, treuer Begleiter“, da sollte man wissen, was der leisten kann. Zwischen Lübecker Hütchen darf ich Schlangenlinien fahren und lenken üben.

Je nachdem, ob ich meinen Bewegungsdrang überwiegend im unebenen Gelände oder auf gut betonierten Wegen ausleben will, würde ich ein entsprechendes Modell auswählen.

Inzwischen gibt es Exemplare mit Reifen in verschiedenen Härtegraden und allerlei praktischen Komponenten. Rund 200 Euro müssen für ein taugliches Modell investiert werden.

Bordsteinkanten werden zum großen Hindernis

Zwischen Hinterrädern und Griffen stehend, richte ich meinen Blick nach vorne. Um auf dem blauen Boden des Parcours die imaginäre Bordsteinkante zu passieren, ziehe ich auf beiden Seiten die Bremsen. wie beim Fahrrad nach oben, das ist sehr einfach. Am Hinterrad meines Modells ist eine „Ankipp-Hilfe“ installiert, ein Mini-Stück Metall, auf das ich trete, um so den Gehwagen anzuheben und über die Kante zu schieben. Zehn bis 15 Euro kostet dieses Extra.

Weitere Accessoires wie Reflektoren machen Sinn. „Sichtbarkeit ist Sicherheit“, erinnert der Kommissar. Anschließend geht es über unterschiedliche Wackelhölzer, sie simulieren Kopfsteinpflaster – und ich stoße an meine Grenzen. Mit Wucht und Tempo ist hier nichts zu wollen. Die Reifen drehen durch, ich komme nicht vorwärts. „Weniger ist mehr“, lautet der fachmännische Kommentar.

Wie wichtig die Bremsen sind bemerke ich an der Rampe. Steil bergab will mein knapp acht-Kilo-Leichtgewicht sausen, nur durchs Üben bekomme ich ein Gefühl fürs Rollen in Schritttempo und wie, wann und in welcher Intensität an den Bremsen zu ziehen ist.

Und damit stelle ich wie alle Neu-Nutzer fest: Je genauer ich den Rollator kennengelernt habe, desto leichter und praktischer lässt er sich in der Praxis handhaben.

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