Mit Brigitta Schümmelfeder-Waneks planmäßiger Pensionierung ist an der Fröbel-Förderschule zum 1. August eine Ära zu Ende gegangen.

Sagte nach 20 Jahren ade: Brigitta Schümmelfeder-Wanek.
Sagte nach 20 Jahren ade: Brigitta Schümmelfeder-Wanek.

Sagte nach 20 Jahren ade: Brigitta Schümmelfeder-Wanek.

Red

Sagte nach 20 Jahren ade: Brigitta Schümmelfeder-Wanek.

Erkrath. Seit dem 1. August gilt die neue Förderschulstruktur im Kreis Mettmann. Statt vieler kleiner Förderschulen gibt es nun vier große Förderzentren, die jeweils alle drei Förderschwerpunkte abdecken und so auch die erforderlichen Anmeldezahlen wieder erreichen. Eine „Punktlandung“ hat Brigitta Schümmelfeder-Wanek hingelegt.

Die Schulleiterin der Friedrich-Fröbel-Schule (FFS) ging zum 31. Juli in den planmäßigen Ruhestand und übergab den Staffelstab an Silke Schmitz, die nun die Standortleiterin für den Förderschul-Bereich „Mitte“ ist. Zum Abschied sprach Schümmelfeder über die Entwicklung von Schule im Allgemeinen und Förderschulen im Besonderen, denn sie hat die Entwicklungen an vorderster Front begleitet. Förderschulen (früher „Sonderschulen“) sind Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im sprachlichen Bereich, bei Lernverzögerungen und Verzögerungen in der sozial-emotionalen Entwicklung.

Das Besondere sind das Lerntempo und zusätzliche Ganztagsangebote

Das Grundgerüst bilden die Lehrpläne für Grund- und Hauptschulen. Von der 1. bis zur 9. Klasse können Eltern ihre Kinder entweder in eine Regelschule oder in ein Förderzentrum schicken (Wahlfreiheit). In der Förderschule lernen die Jugendlichen zum einen ganz normal Mathe, Deutsch, Physik und Werken. Das Besondere an der Förderschule sind das Lerntempo und zusätzliche Ganztagsangebote. Nachmittags werden verpflichtende AGs angeboten, die das Freizeitverhalten beeinflussen sollen. Die Kinder werden an Hobbys jenseits von TV und Internet herangeführt, lernen kochen, kreativ zu sein und sich selbst zu versorgen.

Brigitte Schümmelfeder war 20 Jahre lang Schulleiterin der FFS. Als sie ihre neue Stelle antrat, sei sie gleich in ihren ersten Schulversuch der Landesregierung “reingeplatzt“ erzählt sie. Damals ging es darum, statt der „Sonderschule“ neue pädagogische Konzepte zu entwickeln. „Das war eine ganz spannende Geschichte“, erinnert sich Schümmelfeder. Seitdem gibt es altersgemischte Klassen und die Prämisse, Lebens- und Überlebenspraxis (Schwimmunterricht) zu vermitteln.

Sie geht nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge

Schümmelfeder selbst hatte zunächst Sport auf Lehramt studiert, dann nach fünf Jahren Praxis an Grund- und Hauptschulen noch Sonderpädagogik in Heidelberg. Nach Stationen in Velbert, Monheim und Langenfeld (Schulleiterin) kam sie nach Erkrath. Zuletzt war der Schulversuch aktuell, Förderschulen zu Förderzentren umzubauen. Hier hatte sich Schümmelfeder mit Unterstützung ihres Kollegiums erfolgreich beworben, so dass nun Pädagogen der FFS an allen Grund- und Hauptschulen in Erkrath eingesetzt werden. Sie geht nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Was ich nicht vermissen werde, ist der Wecker morgens“, schmunzelt sie. Die Kollegen, die Schüler und die sinnvolle Aufgabe dagegen sehr. „Lehrerin bin ich einfach mit Herz und Seele, so ein Glück hat nicht jeder“. Dass sie eine besonders engagierte Rektorin war, bestätigen auch ihre Kollegen. „Sie hat uns einen guten Rahmen und Rückhalt geboten“, sagt Lehrer Michael Marx. „Bei ihr fühlte man sich angenommen und unterstützt“. Marx kennt die Rektorin schon lange. Seinen Zivildienst hatte er an der Förderschule in Langenfeld abgeleistet, als Schümmelfeder dort Leiterin war.

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