Erkrather Künstler zeigten ihre Werke bei einer Gruppenausstellung im Bavierpark. Der geplante Flashmob kam aber nicht zustande.

art in the park
Iwona Sdunek zeigte am Bouleplatz in Alt-Erkrath unter anderem ihre Bilder „King Lion“ (r.) und „Black emotion“ (l.).

Iwona Sdunek zeigte am Bouleplatz in Alt-Erkrath unter anderem ihre Bilder „King Lion“ (r.) und „Black emotion“ (l.).

Dirk Thomé

Iwona Sdunek zeigte am Bouleplatz in Alt-Erkrath unter anderem ihre Bilder „King Lion“ (r.) und „Black emotion“ (l.).

Erkrath. Statt digitaler Bilder auf kleinen Displays hat es ein reales Domino-Spiel mit Staffeleien gegeben. Vier federleichte Fichtenholz-Gestelle polterten im Wind über die Boule-Bahn im Bavierpark. Mit ein paar vollen Wasserflaschen beschwerten Künstler rasch ihre mitgebrachten Galerie-Utensilien.

Am Samstag haben Erkrather Künstler zum dritten Mal ihre Bilder bei „Art in the Park“ in einer Gruppenausstellung unter freiem Himmel gezeigt. Zur Eröffnung war ein „Flashmob“ angekündigt – ein blitzartiger zusammen kommender Menschenauflauf sollte Bilder auf Telefon-Displays und iPad Computern zeigen. Organisiert ist alles per Internet, tatsächlich kommt niemand. „Erst melden sich 30 an, dann kommen vielleicht welche, aber jedenfalls nicht die, die angemeldet sind“, sagte Mit-Organisator Volker Rapp.

Geplant war die Ausstellung von der Künstlergruppe NeanderArt, übernommen hat sie nach einer Spaltung vor zwei Wochen der neue Zusammenschluss von Künstlern, „Ars Neanderthal“. NeanderArt-Gründer Ralf Buchholz schaute im Park vorbei – und einige Diskussionen waren die Folge. „Er lässt 39 Leute allein. Aber wir sind uns einig, dass wir uns mögen“, erläuterte Rapp. Der Musiker und Fotograf wollte ursprünglich noch Musik zur Ausstellung beitragen. Ein Plan, der angesichts des Marktschreier-Auftritts vor dem Baviercenter aufgegeben wurde.

Bouleverein war der Gastgeber für die Kunstausstellung

Zu Gast waren die Maler beim Boule-Verein. Der Vorsitzende Hans Bordel fegte Laub von den Kugelspiel-Bahnen. „Künstler haben mich angesprochen, ob sie hier ausstellen dürfen“, sagte Bordel. Bilder der Gruppe habe er vorher nicht gesehen.

Einfach mal gucken wollte auch Emmy Niel. Die Erkratherin schaute mit zwei Nachbarinnen auf dem Heimweg vom Markt durch die Ausstellung: „Das ist für uns Ältere ja weniger geeignet“, sagte die 75-Jährige. Ihr würde aber das braune Bild mit Blumen von Katy Schnee gefallen. „Man sollte es nicht glauben, ich mache auch so was“, sagte die Malerin und Mit-Organisatorin. Einen Tukan etwa – einen exotischen Vogel – habe sie ganz realistisch gemalt.

Der Boule Platz am hölzernen Pavillon „Initiativhaus Bavierpark“ wird vom Boule-Verein „Cercle des Pétanqueurs“ genutzt. Es wird sowohl zum Zeitvertreib als auch sportlich in drei Liga-Mannschaften gespielt.

Aus dem bisher unter dem Namen „Erkrather Künstlergruppe NeanderArt“ bekannten Zusammenschluss von 40 Künstlern sind in der vorletzten Woche die „Neanderart group“ und „Ars Neanderthal“ hervor gegangen. Künstler können in beiden Gruppen Mitglied sein, die bereits angekündigten Veranstaltungen werden durchgeführt.

Die erste Erkrather LeseART vereint am Wochenende des 3./4. September Kunst und Literatur. An 20 verschiedenen Orten in allen drei Stadtteilen wird aus Romanen, Krimis und Reiseberichten gelesen. Tickets ab 5 Euro unter anderem bei der Buchhandlung Weber in Hochdahl und Alt-Erkrath und Schreibwaren Rothe am Neuenhausplatz.

Roland Geisler aus Unterfeldhaus zeigte seine Bilder auf Aluminiumplatten, Arbeiten mit feinpudrigem Pulverlack. Einen tiefblauer Wirbel mit grünen Rändern hat er „Urknall genannt“, ein Delphin ist zwischen blauen und weißen Wellen zu sehen. „Mich interessiert das Neue der Materialien. Ich frage mich: Was kann ich hier dran machen?“, sagte der 74 Jahre alte Rentner aus Unterfeldhaus. Eingepackt wurde etwas früher als geplant – gegen 16 Uhr fallen dicke Regentropfen vom Himmel.

Nur selten werden bei solchen Ausstellungen Kunstwerke verkauft

Bei so einer Ausstellung etwas zu verkaufen, sei die Ausnahme, sagte Malerin Kirsten Aust. Maler-Kollegin Iwona Sdunek fügte hinze: „Die meisten sortieren zu Hause erst mal, was sie gesehen haben. Dann ruft schon mal jemand an und fragt nach einem bestimmten Bild, vielleicht in einer anderen Farbe.“

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