Mit ihrem Fachgeschäft hat Angela Heß vor zehn Jahren eine Nische besetzt: Jetzt ist sie an der Bahnstraße in größere Räume gezogen.

Angela und Wolfgang Heß in den neuen Räumlichkeiten von „Knopf und Stoff“.
Angela und Wolfgang Heß in den neuen Räumlichkeiten von „Knopf und Stoff“.

Angela und Wolfgang Heß in den neuen Räumlichkeiten von „Knopf und Stoff“.

Nicole Marschall

Angela und Wolfgang Heß in den neuen Räumlichkeiten von „Knopf und Stoff“.

Erkrath. Seit Sommer letzten Jahres stand das Ladenlokal in Hausnummer 42 an der Bahnstraße leer. Nun ist dort das Fachgeschäft „Knopf und Stoff“ eingezogen. Dank des Umzugs von Hausnummer 19 in die ehemaligen Räume des Modegeschäfts „Apanage“ ist Angela Heß mit ihrem Fachgeschäft rund ums Nähen weiter ins Zentrum der Fußgängerzone gerückt, wo sie ihre Stoffe, Knöpfe, Kurzwaren, Näh- und Stickmaschinen auf einer Fläche von 340 Quadratmeter präsentieren und neue Nähkurse anbieten kann. Bislang standen ihr dazu 140 Quadratmeter zur Verfügung.

Das Angebot wird übersichtlich präsentiert

„Drüben wurde es zu eng“, sagt ihr Mann Wolfgang Heß, und ergänzt: „Hier können wir unser Angebot deutlich erweitern und übersichtlich präsentieren.“ Darüber hinaus haben die hellen, freundlichen Räume noch einen weiteren Vorteil, ergänzt Angela Heß: „Wir sind hier völlig barrierefrei. Drüben hatten wir zwei Stufen. Hier ist alles ebenerdig.“Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben die Beiden angefangen, zu packen und den gesamten Bestand von der einen Straßenseite ein paar Meter weiter auf die andere zu bringen. 11 000 Knopfröhrchen und fast 1300 Ballen Stoffen galt es dabei wieder einzusortieren. „Die Kurzwaren haben wir gar nicht gezählt“, lacht Wolfgang Heß. Ganz fertig sind die Renovierungsarbeiten noch nicht und auch die Leuchtreklame fehlt noch, denn die erste Lieferung war leider zerbrochen. Für „Knopf und Stoff“ war es bereits der zweite Umzug in der zehnjährigen Firmengeschichte. Angefangen hatte Angela Heß 2006 auf knapp 50 Quadratmeter – ebenfalls an der Bahnstraße –, um auszuprobieren, „ob es überhaupt geht“. Und es ging: „Irgendwann standen die Kunden bis auf die Straße“, erinnert sich Wolfgang Heß, der längst selbst im Geschäft seiner Frau mitarbeitet. „Ob Geschäfte laufen oder nicht, ist eine Frage des Angebots-Mix. Fünf Optiker und drei Nagelstudios an einem Ort bringen nichts. Man braucht Mut, sich eine Nische zu suchen und diese zu besetzen.“ Diese Nische hat seine Frau mit ihrem einstigen Hobby, der Schneiderei, gefunden und füllt diese mit einem umfangreichen Sortiment und Beratungsqualität aus: Um ein ähnliches Angebotsspektrum wie bei „Knopf und Stoff“ zu finden, muss man heute weit fahren.

Und es gibt weitere Gründe, warum das Geschäft mit Knöpfen und Stoffen aller Unkenrufe zum Trotz läuft: „Das Hobby Schneidern ist in. Viele entdecken die Freude an individueller Mode für sich“, so Heß, „und viele haben auch gar nicht die Figur, um Mode von der Stange zu tragen. Die nähen sich gerne selbst etwas.“ Ganz ähnlich ist Angela Heß zu ihrem heutigen Beruf gekommen: Während ihrer ersten Schwangerschaft vor 34 Jahren fing die gelernte Krankenschwester an zu nähen. „Das hat mir immer Spaß gemacht. Und zurück in meinen eigentlichen Beruf im Schichtdienst war mit drei kleinen Kindern schwer“, sagt sie. Neben Kleidung für die Familie landeten bald auch Aufträge für Hochzeitskleider auf ihrem Nähtisch.

Die Stoffe dafür kaufte sie regelmäßig in einem Solinger Fachgeschäft. Als der Inhaber sich zur Ruhe setzen wollte, übernahm sie sein Geschäft und eröffnete es in Erkrath neu. Diesen Schritt hat sie nie bereut. Und auch, wenn die Selbstständigkeit viel Zeit in Anspruch nimmt: den Freiraum für Familie und Hobbys hat sie erhalten.

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