Johannes Hoffmann engagiert sich seit 58 Jahren ehrenamtlich, hat auch das katholische Familienzentrum mit auf den Weg gebracht. Jetzt sucht er neue Herausforderungen.

Johannes Hoffmann (74) hat wesentlich zum Aufbau des katholischen Familienzentrums Hochdahl und des Familienbüros im Haus der Kirchen beigetragen. Jetzt will er sich zurückziehen, um sich Neuem widmen zu können.
Johannes Hoffmann (74) hat wesentlich zum Aufbau des katholischen Familienzentrums Hochdahl und des Familienbüros im Haus der Kirchen beigetragen. Jetzt will er sich zurückziehen, um sich Neuem widmen zu können.

Johannes Hoffmann (74) hat wesentlich zum Aufbau des katholischen Familienzentrums Hochdahl und des Familienbüros im Haus der Kirchen beigetragen. Jetzt will er sich zurückziehen, um sich Neuem widmen zu können.

Dirk Thomé

Johannes Hoffmann (74) hat wesentlich zum Aufbau des katholischen Familienzentrums Hochdahl und des Familienbüros im Haus der Kirchen beigetragen. Jetzt will er sich zurückziehen, um sich Neuem widmen zu können.

Hochdahl. Sich selbst zu vermarkten, das falle ihm schwer, sagt Johannes Hoffmann. Dabei hätte der 74-Jährige dazu allen Grund. Seit seinem 16. Lebensjahr engagiert er sich ehrenamtlich. Und kann das auch in Zukunft nicht lassen. „Ich behaupte, ein Ehrenamt macht Spaß, munter und bildet“, sagt er. „Ich kann es nur jedem empfehlen, vor allem denjenigen, die nicht mehr berufstätig, die zum Beispiel im Ruhestand sind.“

„Ich war der Motor. Den muss es bei so einem Projekt einfach geben“

Hoffmann hat den ökumenischen Friedenskreis in den 1980er-Jahren in Hochdahl ebenso initiiert wie die Stadtgespräche im Haus der Kirchen oder den SKFM-Secondhandladen am Sandheider Markt. Vor drei Jahren hat er das katholische Familienzentrum mit entwickelt und aufgebaut. „Damals wusste ich gar nicht, was ein Familienzentrum ist“, gibt er zu und ergänzt – schon weniger bescheiden: „Ich war der Motor. Den muss es bei so einem Projekt einfach geben.“

Drei Kindertagesstätten hat er in enger Zusammenarbeit mit deren Leiterinnen vernetzt und das Familienbüro im Haus der Kirche als zentrale Anlaufstelle für alle Bürger Hochdahls ins Leben gerufen. Jetzt will er sich aus der Arbeit dort zurückziehen. „Ich habe von Anfang gesagt, dass ich das nur drei Jahre machen werde“, sagt Hoffmann und zieht das auch durch. Das hat er schon bei anderen Projekten so gemacht.

„Ich habe die Tendenz, alle fünf bis sieben Jahre das Thema, die Aufgabe zu wechseln“, sagt er. Das sei ein klarer Vorgang. „Ich merke, dass ein Wechsel mir und vor allem der Sache guttut.“ Das fällt ihm nicht immer so leicht, wie es im Gespräch klingt. Als die Stadtgespräche langsam aber sicher einschliefen, weil ein Nachfolger für Hoffmann fehlte, habe das schon weh getan. „Manchmal juckt es mich, die Gespräche wieder aufleben zu lassen“, gibt er zu. „Aber ich lasse es.“

Mittwochs widmet er sich seiner Frau und den sieben Enkeln

Der Spaß an immer neuen Themen, an immer neuen Herausforderungen lässt Johannes Hoffmann nicht zur Ruhe kommen. Und das will er auch gar nicht. „Ich bewege mich auch gerne“, sagt er. Einmal im Jahr ziehe es ihn, seine Frau und eine kleine Gruppe Wanderbegeisterter aus Hochdahl auf 2000 bis 3000 Meter. Dort geht es dann mit dem Rucksack von Hütte zu Hütte.

Johannes Hoffmann wurde 1938 in Breslau geboren und kam 1945 in den Westen, zunächst nach Oberfranken, 1953 nach Düsseldorf-Oberkassel. Seitdem wohnt er im Rheinland. An der katholischen Fachhochschule hat er Sozialarbeit studiert, ab(´n)schließend beim Arbeitsamt Düsseldorf eine Ausbildung zum Berufsberater absolviert. Weil er dort nicht als Sozialarbeiter tätig werden konnte, wechselte er 1968 zum Jugendamt Düsseldorf, wo er bis zu seiner Pensionierung in verschiedenen Bereichen tätig war.

Seit seinem 16. Lebensjahr engagiert sich Johannes Hoffmann ehrenamtlich. Angefangen hat er als Leiter von kirchlichen Kindergruppen, wurde später Leiter der Jugendarbeit, hat Kinder- und Jugendmessen vorbereitet und auch Firmgruppen betreut. In der katholischen Gemeinde Hochdahl setzt er sein Engagement bis heute fort.

Immer mittwochs widmet er sich mit seiner Frau den sieben Enkelkindern. Dass seine Familie – Johannes Hoffmann hat vier Töchter – sein Engagement neben seinem Beruf und seit mehr als zehn Jahren im Ruhestand so akzeptiert, liege an seiner Frau. „So ein Engagement verpflichtet ja auch“, sagt er. „Aber meine Frau war immer sehr großzügig, und so ist es uns immer wieder gelungen, auf unseren Weg zurückzufinden.“

Sein Rückzug aus dem katholischen Familienzentrum geht einher mit seinem Engagement für das 40-jährige Bestehen der Heilig-Geist-Kirche, das ab Februar mit einem Festprogramm gefeiert wird. „Das werde ich bis Juni begleiten“, sagt Hoffmann.

Dann will er etwas für sich tun. „Ich möchte alles Romanische kennenlernen“, beschreibt er seinen Wunsch nach Kirchenführungen beispielsweise in Köln. „Aber das werden wir nicht alleine machen, sondern nehmen Frauen und Männer mit, die uns begleiten wollen.“ Damit wäre Hoffmann wieder beim ehrenamtlichen Engagement. So wie in den vergangenen 58 Jahren.

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