Die Innenstadt war von vielen tot geglaubt. Jetzt mehren sich die Neueröffnungen.

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Bei Eva Naber-Krohs gibt es Taschen, Schuhe, Gürtel und Schmuck – eben „Lieblingsstücke“.

Bei Eva Naber-Krohs gibt es Taschen, Schuhe, Gürtel und Schmuck – eben „Lieblingsstücke“.

Dirk Thomé

Bei Eva Naber-Krohs gibt es Taschen, Schuhe, Gürtel und Schmuck – eben „Lieblingsstücke“.

Erkrath. Durch die Innenstadt flanieren und einen Schaufensterbummel genießen – das entlockte den Erkrathern lange Zeit ein höhnisches Lachen. Doch seit der Eröffnung des Bavier-Centers hat sich einiges getan an der Bahnstraße. Neue Geschäfte haben eröffnet, von Leerstand kann keine mehr Rede sein. Die WZ hat sich einen Überblick über die Lage an der Bahnstraße verschafft.

Es gibt zwei neue hochwertige Modegeschäfte

Seit zwei Wochen sind die Türen der Boutique „Lieblingsstücke“ geöffnet. Die beiden Erkratherinnen Sabine Gerth und Eva Naber-Krohs haben das Geschäft eröffnet, „weil in Erkrath Schuhe fehlen“. In ihrem Geschäft gibt es „hochwertige Produkte für ein jüngeres Publikum“. High Heels, Peep Toes, Gürtel, Taschen – alles, was frau an Accessoires braucht. Naber-Krohs: „Wir wünschen uns, dass die Kaufkraft in Erkrath bleibt – und keine Billigläden an der Bahnstraße.“

Ein weiteres hochwertiges Modegeschäft ist mit „Cruse“ in die Erkrather Innenstadt gezogen. Kleidung für Jung und Alt, Männer und Frauen soll dort die Kunden anlocken. Adriana van den Bos ist Geschäftsführerin des seit dem 9. Dezember geöffneten Ladens. „Wir sind sehr zufrieden, der Umsatz stimmt“, sagt sie. Zurzeit arbeiten in der Boutique neben ihr sechs Mitarbeiter, aber sie überlege, bald einen weiteren Mitarbeiter einzustellen. „Besonders die Männersachen gehen gut“, hat Adriana van den Bos beobachtet.

Mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung – wahrscheinlich am 21. Februar – ist Stefan Ernst. Der Besitzer des Restaurants „Düsselaue“ ist nun in das alte „El Greco“ gezogen. „Das Angebot wird wie im alten Restaurant sein“, sagt Ernst.

Elke Korkowski, Angestellte im „Spielzeug-Laden“, freut sich über den Zuwachs: „Es hat sich was getan in Erkrath.“ Jürgen Scherf, Besitzer des Tabak- und Spirituosengeschäfts „Rausch und Rauch“, sieht die Situation noch skeptisch: „Ich befürchte, dass die Bahnstraße zunehmend verödet. Hier ist es oft ziemlich verschlafen, außer am Markttag.“

Die Verbraucher zeigen sich mit der Entwicklung der Bahnstraße zufrieden. Tatsächlich kommen sogar Menschen aus den Nachbarstädten zum Einkaufen nach Erkrath. Zwei Mettmannerinnen sind eigens hergefahren, um einen Wäschekorb zu kaufen. Den gäbe es in Mettmann nicht.

„Die Innenstadt ist durch das Bavier-Center belebter“, sagt Thomas Leich und ergänzt: „Ich mache hier täglich meine Runden und sehe einige Leute spazieren gehen.“ Allerdings, so der Erkrather, fehle weiterhin ein Schuhgeschäft, das Alltagsschuhe, auch für Kinder und Herren, anbiete.

„Das Problem ist aber folgendes: Die Erkrather schreien nach einem Schuhgeschäft, und wenn dann eins da ist, geht keiner hin“, sagt Leich. Außerdem sei die Nähe zu Düsseldorf problematisch, weil „die Leute in zehn Minuten da sind“.

Ebenfalls einen Schuhladen wünschen sich Jessica Markgraf und Katharina Ostermann, „aber nicht so einen überteuerten“. Insbesondere Kinderschuhe seien Mangelware. „Die Passage verkommt, alles spielt sich nur noch am Bavier-Center ab“, sagt Jessica Markgraf. „Uns fehlt hier etwas Bodenständiges, Bezahlbares.“

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