4000 Behinderte galt es in Erkrath ins Alltagsleben zu integrieren. Das hat an vielen Stellen geklappt. In Sachen Barrierefreiheit gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Die Stufen am Rathaus sind schwer zu erkennen.
Die Stufen am Rathaus sind schwer zu erkennen.

Die Stufen am Rathaus sind schwer zu erkennen.

Bushaltestellen stellen noch ein Hindernis dar.

Rollstuhlgerechte Arbeitsplätze gibt es schon.

Je nach Begabung bekommen die Kinder in der inklusiven Grundschule Willbeck unterschiedliche Aufgaben gestellt.

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Die Stufen am Rathaus sind schwer zu erkennen.

Erkrath. Das Wort hat bestimmt jeder schon mal irgendwo gehört, doch so richtig was damit anfangen kann kaum einer: Inklusion. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Zugehörigkeit“ oder auch „Enthalten sein“. Damit ist gemeint, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, und zwar selbstbestimmt. Menschen mit Behinderungen müssen sich nicht an die Umwelt anpassen, sondern Bahnhöfe, Bürgerbüros, Arbeitsplätze, Behörden sind so ausgestattet, dass alle Menschen – egal wie unterschiedlich sie auch sind – ohne Einschränkungen miteinander leben können.

Inklusion ist ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention enthalten ist. Deutschland hat das entsprechende Abkommen unterzeichnet. Und: Seit 1994 steht im Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetztes: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“. Seit 2002 ist gesetzlich geregelt, dass Behörden ihre Internetangebote, Formulare und Bescheide so gestalten müssen, dass Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sie benutzen können. In NRW ist im Juni vergangenen Jahres ein neues Gesetz hinzugekommen. Darin heißt es, die Herstellung inklusiver Lebensverhältnisse sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Daran muss sich auch die Stadt Erkrath beteiligen und hat eine Arbeitsgruppe dazu ins Leben gerufen. In Erkrath ist es so, wie in vielen anderen Städten der Republik: Etwa jeder zehnte Einwohner hat eine Behinderung, wobei man davon ausgeht, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Der Stadt geht es beim Thema Inklusion vor allem um kurzfristig umsetzbare und vor allem bezahlbare Projekte. Dabei herausgekommen sind mehrere Listen. Wir werfen einen Blick drauf.

Behindertengerechte Toiletten

In Alt-Erkrath stehen die Toiletten im Rathaus und auf dem Friedhof zur Verfügung. In Hochdahl gibt es behindertengerechte Toiletten in der Verwaltung Klinkerweg und Schimmelbuschstraße. Darüber hinaus im Bürgerhaus Hochdahl, bei der Awo im Bürgerhaus. Am Hochdahler Markt steht die Toilette der Gaststätte „Edels Eck“ auf Nachfrage zur Verfügung. In Unterfeldhaus gibt es keine offizielle Behindertentoilette.

Rollstuhlgerechte Arbeitsplätze

Wenn Behinderte bei der Stadt arbeiten, stehen spezielle Computer zur Verfügung. Auch das Büro ist entsprechend eingerichtet. Theoretisch ist auch das Arbeiten daheim, im Homeoffice, möglich.

Barrierefreiheit in der Stadt

Alle Zugänge zu den Friedhöfen sind ebenerdig. Das gleiche gilt für die Kapellen und Abschiedsgebäude. Die Stadt versichert, dass regelmäßig kontrolliert wird, dass niemand unberechtigt auf den Parkplätzen für Schwerbehinderte steht.

Bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen wird dafür gesorgt, dass alle Wahllokale barrierefrei zu erreichen sind. Für die Stimmzettel gibt es Schablonen und Personen, die helfen können.

Bordsteine an Kreuzungen und Einmündungen sind abgesenkt, Hilfe an Ampeln (mit Tönen), akustische Information über ankommende Busse. An Bushaltestellen sind die Rampen erhöht, so dass man beinahe barrierefrei einsteigen kann. Bis 2022 muss jede Bushaltestelle so ausgebaut sein, dass man barrierefrei einsteigen kann.

Schulen und Jugendbetreuung

An den offenen Ganztagsschulen gibt es Inklusionshelfer sowie Kräfte für besondere Betreuung. Dazu kommen geeignete Tische und Stühle. Behinderten Kindern wird die Teilnahme am Ferienspaß ermöglicht. Behinderte Kinder werden in integrativen Tagesstätten betreut. Es gibt Sondergenehmigungen für den Bezug von öffentlich gefördertem Wohnraum.

Hier ist noch Handlungsbedarf

Die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt, Marion Kremerius, hat eine Liste erstellt. Was ihr fehlt, sind vor allem behindertengerechte Toiletten. Das Standesamt an der Bahnstraße sei nicht barrierefrei erreichbar. Da spielt allerdings auch der Denkmalschutz eine Rolle. Marion Kremerius setzt sich für den barrierefreien Zugang zu den Bahnhöfen und Zügen ein. Aufzüge gibt es zwar, sind aber oft wochenlang defekt. Für die Stufen am Rathaus fordert sie eine Markierung. Für Menschen, die eine Sehbehinderung oder Probleme haben, bei Dunkelheit zu sehen, bestehe eine hohe Sturzgefahr. Ärgernis: Die zwei Behindertenparkplätze am Bahnhof Millrath seien nicht behindertengerecht. Der eine Parkplatz sei nicht nutzbar, da die Maße so falsch seien, dass man keine Autotüre öffnen könne.

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