Die Erkrather Schwestern Theresia Hoang und Katharina Weimer haben sich der Musik und vor allem der Gitarre verschrieben.

Musik
Die Schwestern Theresia Hoang (links) und Katharina Weimer spielen am liebsten auf speziell für sie angefertigten Gitarren.

Die Schwestern Theresia Hoang (links) und Katharina Weimer spielen am liebsten auf speziell für sie angefertigten Gitarren.

Dirk Thomé

Die Schwestern Theresia Hoang (links) und Katharina Weimer spielen am liebsten auf speziell für sie angefertigten Gitarren.

Erkrath. Etwas anderes als Musik zu machen, das können sich Theresia Hoang (27) und Katharina Weimer (25) nicht vorstellen. Täglich spielen die Schwestern aus Erkrath mehrere Stunden auf ihren Gitarren, absolvieren einen Masterstudiengang für Kammermusik am Konservatorium in Straßburg und arbeiten mit je einer halben Stelle an der Musikschule in Mülheim. Musik ist ihr Leben. „Und sie war in unserer Familie auch immer ein Thema“, sagt Theresia.

Im Wohnzimmer steht ein Klavier. „Unsere Mutter spielt regelmäßig, aber nur für sich“, sagt die ältere Schwester. Dieses Stadium des Musizierens haben die beiden jungen Frauen längst hinter sich gelassen. Konzerte sind feste Bestandteile ihres Lebens. Und wenn es mehr Wettbewerbe für Gitarrenduos gäbe, wären sie noch häufiger zu hören und zu sehen.

„Man kann mit der Gitarre so viel darstellen“

Ihre Liebe zur Musik – und speziell zur Gitarre – haben sie in der musikalischen Früherziehung entdeckt. „Dort wurden Instrumente vorgestellt“, erinnert sich Theresia. An der Gitarre sei sie hängengeblieben – warum auch immer. Heute wissen sie warum. „Man kann mit der Gitarre so viel darstellen, die Klangvielfalt ist unheimlich toll. Und im Duo hat man den doppelten Klang. Das ist einfach schön“, sagt Katharina.

Bei der Liebe zur Gitarre ließ sie sich von ihrer Schwester anstecken. „Wir haben bald zusammengespielt, und ich habe Theresia auch zum Musikunterricht begleitet, weil ich dort unbedingt etwas vorspielen wollte“, erinnert sich die 25-Jährige. Dann sei sie einfach wieder nach Hause gegangen, während ihre große Schwester weiter unterrichtet wurde.

Es folgte Privatunterricht bei Professor Eickholt in Wuppertal, bei dem die Schwestern auch unbedingt studieren wollten. „Wir wollten nur zu ihm, weil wir wussten, dass wir bei ihm noch sehr viel lernen können“, sagt Katharina. Für die Aufnahmeprüfung haben sie sich ein Jahr lang in einem Intensivkurs an der Düsseldorfer Musikschule vorbereitet. Schließlich waren neben den musikalischen Fähigkeiten auch theoretisches Wissen und Gehörbildung gefragt.

In Straßburg werden die Schwestern als Duo unterrichtet

Die Schwestern Theresia Hoang und Katharina Weimer besitzen vier Gitarren, die sie regelmäßig spielen. Je eines der Instrumente haben sie sich nach ihren Wünschen und ihrer Körpergröße anfertigen lassen. Diese beiden Gitarren sind baugleich und aus dem selben Stück Fichte gefertigt. Ein Jahr lang dauert es, bis so eine Gitarre eingespielt ist, das Holz mitschwingt.

Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ schafften es die Erkratherinnen als Gitarrenduo auf den ersten Platz. In Wuppertal haben sie Instrumentalpädagogik und künstlerische Instrumentalausbildung studiert. In Straßburg absolvieren sie einen Masterstudiengang in Kammermusik.

Zurzeit bereiten sich die Schwestern auf zwei Wettbewerbe im kommenden Jahr vor, um Preisgelder zu gewinnen und bekannter zu werden. „Dann wird man zum Beispiel auf Festivals eingeladen“, sagt Theresia Hoang.

In Wuppertal haben die Erkratherinnen getrennt voneinander studiert. Dabei spielen sie am liebsten zusammen – auch auf der Bühne. Deshalb sind sie umso glücklicher darüber, dass sie in Straßburg als Duo unterrichtet werden – von der Spanierin Susana Prieto und dem Griechen Alexis Muzurakis, die als Duo Melis auftreten. Alle zwei Wochen düsen die Schwestern ins Elsass. Dort schreiben sie auch Stücke um. „Für Gitarrenduos gibt es nur begrenzt Literatur“, sagt Theresia: „Wir müssen viele Stücke selbst arrangieren.“

Wenn sie nicht in Straßburg studieren, arbeiten sie mit Kindern in dem Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ in Mülheim und bereiten sich auf Konzerte und Wettbewerbe vor. „Das braucht einfach Zeit“, sagen sie. Denn sie haben den Ehrgeiz, immer eine perfekte Vorstellung abzuliefern. Das führt auch manchmal zu Diskussionen zwischen den Schwestern. „Aber inzwischen nur noch auf der Arbeitsebene“, versichert Katharina. Und Theresia gibt zu: „Früher waren wir auch schon mal eingeschnappt, aber wir sind professioneller geworden. Trennen wollten wir uns nie.“

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