Laut IT.NRW wird die Stadt Einwohner halten, die Zahl der Senioren nimmt aber zu.

Junge Familien sollen nach Erkrath kommen.
Junge Familien sollen nach Erkrath kommen.

Junge Familien sollen nach Erkrath kommen.

Junge Familien sollen nach Erkrath kommen.

Die Verschönerung des Stadtweihers und die Bebauung von Pose Marré sollen dazu beitragen. Archiv

Archiv, Bild 1 von 3

Junge Familien sollen nach Erkrath kommen.

Erkrath. Auf den ersten Blick erscheinen die Veränderungen gar nicht so gravierend: Die Einwohnerzahl Erkraths wird in den nächsten Jahren um knapp 200 steigen – von 46 042 in 2011 auf 46 230 in 2030.

Einen moderaten Anstieg statt Bevölkerungsschwund prophezeien die neuen Zahlen des statistischen Landesamts IT.NRW – allerdings verdeutlichen sie auch die Veränderung der Altersstruktur: Bis 2030 wird die Zahl der Menschen, die 65 Jahre und älter sind, um rund 44 Prozent gegenüber 2008 steigen – dies liegt deutlich über dem NRW-Durchschnitt. Der Anteil der 60- bis 65-Jährigen erhöht sich im gleichen Zeitraum um knapp 19 Prozent.

Die Zahlen der jüngeren Altersgruppe sind rückläufig – in Erkrath verringert sich der Anteil der unter 65-Jährigen laut Prognose um 14,7 Prozent, landesweit durchschnittlich um 10,9 Prozent.

Zahlen aus den vergangenen Jahren werden hochgerechnet

„Das ist kein Zauberwerk. Für unsere Erhebungen nutzen wir die Daten aus den Städten“, sagt Leo Krüll, Sprecher von IT.NRW. Alle paar Jahre erstellt das Land eine Bevölkerungsprognose. Dabei stützt es sich auch auf Zahlen der vergangenen Jahre und rechnet diese weiter hoch. Wurden beispielsweise in einer Stadt wie Monheim in den vergangenen Jahren mehrere Seniorenheime eröffnet, werden diese Zahlen erfasst und in die Hochrechnung einbezogen: Heraus kommt für Monheim ein prognostiziertes Einwohnerwachstum bis 2030 um knapp 2000 – unrealistisch, wie die Monheimer Stadtverwaltung findet.

Um der Verschiebung der Altersstruktur entgegenzuwirken, versuchen die Städte neue Baugebiete zu erschließen. Junge Familien sollen gehalten, neue angelockt werden. Während in Städten wie Monheim oder Langenfeld bereits eifrig an mehreren Standorten der Stadt gebaut wird, beschäftigt sich die Stadt Erkrath aktuell nur mit der Bebauung des ehemaligen Edelstahlwerks Pose Marré.

In Erkrath leben 15 000 Katholiken, 13 376 Menschen sind evangelisch.

Das durchschnittliche verfügbare Einkommen beträgt in Erkrath 22 789 Euro pro Person.

Der Ausländeranteil beträgt 11,3 Prozent. 551 Menschen kommen aus Italien, 509 aus Polen, 495 aus der Türkei, 258 aus Marokko, 176 aus Serbien und Montenegro, 167 aus der Urkaine, jeweils 129 aus Griechenland und den Niederlanden, 84 aus Spanien und 79 aus Großbritannien.

Dort entstehen insgesamt 300 Wohneinheiten, von denen rund ein Viertel bereits bezogen ist. Mit dem Stadtentwicklungskonzept, an dem sich Bürger mit Ideen beteiligen sollen, sollen darüber hinaus neue Wohnangebote geschaffen und Flächenpotenziale genutzt werden.

Aufwertung in die Jahre gekommener Standorte

„Mit dem Stadtentwicklungskonzept sollen Konzepte und Lösungen für die künftige Entwicklung der Stadt in den nächsten 15 bis 20 Jahren erarbeitet und nachhaltig vorangetrieben werden“, so das Ziel der Stadt. Und dazu gehöre auch die Aufwertung von in die Jahre gekommenen Orten. Ein Ergebnis der Bürgerbeteiligungen, Ortsteilforen und Fachgruppen ist beispielsweise die Aufwertung des Gebietes rund um den Stadtweiher.

Unter der Überschrift „Wasser erlebbar machen“ wollen die Stadtplaner Gastronomie einrichten, Sportangebote wie etwa Beachvolleyball anbieten und den Rundweg samt Beleuchtung attraktiver gestalten. Attraktiver soll Erkrath werden – um die Einwohner zu halten, Abwanderungen in andere Städte zu verhindern.

Verlor Erkrath Einwohner durch einen Wegzug, dann meist nach Düsseldorf. 2009 zogen 526 Erkrather nach Düsseldorf, 182 nach Hilden und 143 nach Mettmann. Auch Haan scheint für 138 Erkrather attraktiver gewesen zu sein.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer