Der Besitzer lässt die Jagdhunde im Naturschutzgebiet frei laufen. Jagdpächter Otto Liethen ist empört.

Tiere
Der Förster kümmert sich im Beisein von Spaziergängern um das gerissene Reh.

Der Förster kümmert sich im Beisein von Spaziergängern um das gerissene Reh.

Dirk Thomé

Der Förster kümmert sich im Beisein von Spaziergängern um das gerissene Reh.

Erkrath. Zwei Hunde haben am Freitag Nachmittag im Naturschutzgebiet Rotthäuser Bachtal bei Gut Papendelle ein Reh gejagt und getötet. Nach Angaben von Augenzeugen trieben die Hunde die Ricke vor sich her. „Sie kamen aus dem Wald“, sagt Otto Liethen, der Pächter des Jagdreviers.

„Die sterbende Ricke hat im Todeskampf wie ein Säugling geschrien.“

Otto Liethen, Jagdpächter

Auf seiner panischen Flucht sei das Reh in einem Stacheldrahtzaun hängengeblieben. „Dann sind die Hunde drüber hergefallen. Die haben ganze Stücke rausgerissen.“

Die sterbende Ricke habe im Todeskampf wie ein Säugling geschrien. Liethen: „Wenn ich daran denke, stellen sich mir die Haare auf.“ Es sei seine beste Ricke gewesen. Sie habe jährlich zwei Kitze geworfen. Wenig beeindruckt vom Geschehen scheint der Halter der beiden Hunde gewesen zu sein. Der sammelte die Jagdhunde ein, „und hat sich kein bisschen um das tote Tier gekümmert“, sagt Liethen.

Er spricht mit resignierter Stimme. Die Pacht für sein Revier will er nach sechs Jahren aufgeben. „Es macht keinen Sinn mehr. Die Wälder im Kreis Mettmann werden immer mehr zum Freizeitpark.“

Da liefen Jogger nächtens mit grell leuchtenden Stirnlampen durch den Wald, da gingen Geocacher und Mountainbiker häufig rücksichtlos ihren Hobby nach. „Am Tag sollen die Leute so oft kommen wie es geht“, sagt Liethen. In den Nächten hingegen habe der Mensch nichts im Wald zu suchen. „Die Tiere haben keinen Lebensraum mehr.“ Die größe Gefahr gehen jedoch von Hunden aus, deren Halter nicht akzeptieren könnten, dass im Naturschutzgebiet striktes Anleingebot besteht.

Naturschutzgebiete sind Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft besteht.

In Naturschutzgebieten müssen Hunde grundsätzlich angeleint ausgeführt werden.

Es sei kein Zufall, „dass wir im vorigen Jahr kein Tier geschossen haben. Die sind vorher überfahren worden“, so Liethen. Von Menschen oder Hunden auf die Straße getrieben.

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