Nabu informierte am Wochenende über Nistkästen und Futtersysteme.

Umwelt
Iris Feldkötter stellte den Besuchern des Naturschutzzentrums Bruchhausen neben verschiedenen Nistkästen auch ein Bienenhotel (rechts) vor.

Iris Feldkötter stellte den Besuchern des Naturschutzzentrums Bruchhausen neben verschiedenen Nistkästen auch ein Bienenhotel (rechts) vor.

Dirk Thomé

Iris Feldkötter stellte den Besuchern des Naturschutzzentrums Bruchhausen neben verschiedenen Nistkästen auch ein Bienenhotel (rechts) vor.

Erkrath. „Ein Vogel wollte Hochzeit machen . . .“ Fast jeder kennt das Kinderlied. Aber heutzutage ist es für Vögel schwierig mit der Hochzeit, denn es herrscht Wohnungsnot im Wald. Wolfgang Sternberg vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland): „Durch die moderne Forstwirtschaft gibt es in unseren Wäldern keine alten Bäume mehr, die Hohlräume, Löcher, Risse oder Spechthöhlen haben. Damit fällt für viele Vögel natürlicher Brutraum weg.“

Deshalb müsse der Mensch helfend eingreifen. Wie das geht und wie es besser nicht gemacht wird, zeigte der Nabu am Wochenende im Naturschutzzentrum Bruchhausen. Verschiedene Nistkästen für Singvögel, Behausungen für Falter und Fledermäuse, Systeme zur Winterfütterung und vieles mehr konnten angeschaut, angefasst und auch erworben werden. Für Kaffee und Kuchen sorgte wieder der Förderverein des Naturschutzzentrums.

„Natürlich dürfen Vögel im Winter gefüttert werden“

Besucherin Angelika Zwickel: „Ich wollte mich vor allem informieren, ob man Vögel im Winter jetzt füttern soll. Man hört so viele unterschiedliche Meinungen – und ich möchte den Tieren ja helfen und ihnen nicht aus Unwissenheit schaden.“ Auch in diesem Fall weiß Sternberg Rat: „Natürlich dürfen Vögel im Winter gefüttert werden. Wichtig ist, dass man neben Körnern auch Weichfutter füttert, denn viele Vögel können Körner gar nicht aufnehmen. Larvenfresser zum Beispiel sind nicht in der Lage, die Körner zu knacken.“ Außerdem wichtig: „Das Futter muss trocken bleiben. Wenn der Futterplatz unzureichend geschützt ist, dann schimmelt das Futter.“

Neben Füttersystemen gab es vor allem auch die unterschiedlichsten Nistkästen zu bestaunen. Von Holzbeton bis hin zu mit Aluminium verstärkten Holzkästen war alles dabei. Sternberg: „Die Holzbeton-Nistkästen sind extrem haltbar. Die hängt man einmal auf und muss sich die nächsten 30 Jahre nicht mehr darum kümmern. Holz ist im Vergleich dazu natürlich anfälliger.“

Von der Villa mit Ausblick für den großen Star über die Röhre für den Baumläufer bis hin zu dem Reihenhaus „Spatzenhotel“ – jede Vogelart hat so ihre eigenen Ansprüche. Besucherin Sonja Schreyer: „Ich habe selbst so ein Spatzenhotel im Garten, und es gibt einfach nichts Niedlicheres, als die Vögel zu beobachten.“

Brutplätze: Neben Vögeln brauchen auch Bienen und andere Insekten dringend Unterschlupf, weil die natürlichen Brutplätze wegfallen. Sogenannte Bienenhotels können ebenfalls beim Naturschutzbund erworben werden.

Anleitung: Nistkästen selber basteln ist nicht schwer. Eine Anleitung und weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Nabu Deutschland.
www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/tippsfuerdiepraxis/nistkaesten/index.html

Während die Größe des Schlupfloches und die Art des Nistkastens absolut wichtig sind, spielen Farben und Formen eine eher untergeordnete Rolle. Sternberg: „Den Vögeln ist das ziemlich egal, ob so ein Nistkasten gelb, blau, rot oder bunt ist.“ Die siebenjährige Lisa bekommt daraufhin leuchtende Augen. Sie ist mit ihrer Mutter da, um einen Nistkasten zu kaufen. Jetzt möchte sie doch lieber selber basteln: „Unsere Vögel kriegen ein Schloss, so wie Barbie, in Rosa!“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer