Auf dem Hochdahler Markt sind die großen Kalksteine und die Bronzeplatten, die die Stadtgeschichte zeigen, wieder beieinander.

Hochdahl. Auf dem Hochdahler Markt stolpert man über Stadtgeschichte. 17 Bronzeplatten, die lange Zeit in einer organischen Spirale im unteren Bereich des Marktplatzes angebracht waren, sind seit der letzten Bodensanierung in einem großen Bogen verlegt.

Die zum Denkmal gehörigen Kalksteine haben jetzt ebenfalls einen neuen Platz gefunden. Oberhalb des Plattenbogens stehen sie umrandet von Pflanzen, die schon der Neandertaler kannte.

Neu ist auch eine Schautafel, die jede einzelne Bronzeplatte erklärt, die vor 24 Jahren von dem Erkrather Künstler Erwin Grüneschild gestaltet und vom Bürgerverein Hochdahl gestiftet wurden. Gestern wurde das nun endgültig fertiggestellte Denkmal der Öffentlichkeit übergeben.

Bürgermeister gibt Lapsus zu

„Uns ist ein Lapsus bei der Neugestaltung des Marktes passiert“, gab Bürgermeister Arno Werner bei der Übergabe zu. Das Denkmal, das aus Platten und Kalksteinen bestand, sei nach der Sanierung des Hochdahler Marktes getrennt worden.

Erst der Bürgerverein habe darauf hingewiesen, dass Platten und Steine ein Ensemble bilden und folglich auch zusammen aufgestellt werden müssten. Also kam die Idee, ein Hochbeet in einer noch ungenutzten Ecke des Marktes anzulegen – unmittelbar neben dem Plattenbogen.

Neanderthal Museum sorgt für den geschichtlichen Dreh

1987 wurden die Bronzeplatten vom Bürgerverein gestiftet. Künstler Erwin Grüneschild (72) gestaltete insgesamt 17 Stück. Jede zeigt einen Auszug aus der Stadtgeschichte. Anderthalb Jahre hat die Gestaltung und Herstellung damals gedauert. Ausgangspunkt war die Gestaltung einer Bronzeplatte mit dem Hochdahler Hof.

2009 wurde der Markt für 1,6 Millionen Euro runderneuert. Damit musste auch das Denkmal umgebaut werden.

Für den geschichtlichen Dreh hat sich der Bürgerverein beim Leiter des Neanderthal Museums, Gerd-Christian Weniger, erkundigt, welche Pflanzen schon der Neandertaler kannte. „Auf seinen Beutezügen ist der Neandertaler sicherlich auch am Hochdahler Markt vorbeigekommen“, sagte Erhard Reiche vom Bürgerverein schmunzelnd. Deshalb wachsen nun Grasnelken, Anemonen und Küchenschellen zwischen den mächtigen Kalkbrocken.

Ebenfalls neu ist eine Infotafel, die unterhalb des Hochbeetes zu finden ist. Sie wurde ebenfalls von Erhard Reiche erstellt. Der frühere Bürgervereinsvorsitzende hat kleine Texte geschrieben und diese mit erklärenden Fotos garniert – wo möglich, historische und aktuelle.

Auf einer Übersichtskarte wird gezeigt, wo sich die auf den Platten gezeigten Orte befinden. So gibt es einen Spannungsbogen von der Kalkzeit mit dem Korallenmeer vor 365 Millionen Jahren bis hin zum Hochdahler Hof, der 1969 abgerissen wurde.

„Die Platten sind zum Drüberlaufen gedacht, dann fangen sie wieder an zu glänzen.“

Erwin Grüneschild, Künstler

Aber auch bekannte Personen aus der Stadtgeschichte liegen ihren Hochdahler Nachfahren nun wieder zu Füßen. Dr. Karl Sudhoff, Julius Schimmelbusch, Joachim Neander und Johann Carl Fuhlrott sind als Porträts zu sehen. „Da kann man eigentlich gar nicht drüberlaufen“, merkte Marianne Söhnchen an. Die Platten sind aber laut Grüneschild genau dazu da: „Dann fangen sie wieder an zu glänzen“, sagt er.

Einverstanden zeigte sich Grüneschild mit der Wiedervereinigung des Denkmals aber nicht. Zwar kämen seine Bronzeplatten nun besser zur Geltung, aber die Kalksteine hätten nichts mehr damit zu tun. „Das sind heute zwei Denkmäler, nicht mehr eins“, kritisierte der Künstler.

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