Vorhaben: Die Mitglieder des Planungsausschusses sind außer sich vor Wut über die Vorschläge zur Modernisierung des Hochdahler Bahnhofs.

Der Hochdahler Bahnhof soll modernisiert werden. Nicht berücksichtigt bei den Planungen wurde die Unterführung, was die Mitglieder des Planungsausschusses verärgerte.
Der Hochdahler Bahnhof soll modernisiert werden. Nicht berücksichtigt bei den Planungen wurde die Unterführung, was die Mitglieder des Planungsausschusses verärgerte.

Der Hochdahler Bahnhof soll modernisiert werden. Nicht berücksichtigt bei den Planungen wurde die Unterführung, was die Mitglieder des Planungsausschusses verärgerte.

Dirk Thome

Der Hochdahler Bahnhof soll modernisiert werden. Nicht berücksichtigt bei den Planungen wurde die Unterführung, was die Mitglieder des Planungsausschusses verärgerte.

Hochdahl. "Wir lehnen die vorgestellten Planungen ab": Selten war die Meinung über die Fraktionsgrenzen hinweg so einhellig und vor allem eindeutig wie beim Hochdahler Bahnhof. "Nichts von dem, was wir erwartet und erhofft hatten, ist berücksichtigt worden."

Die Freude folgte eine herbe Enttäuschung

Was war passiert? Eigentlich hatte "nur" die Modernisierung des in die Jahre gekommenen Bahnsteigs auf der Tagesordnung gestanden. Und eigentlich hatten sich alle Mitglieder im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr darauf gefreut. Nicht nur, weil es mit der Modernisierung endlich voran kommt, sondern auch, weil die Kosten in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro nicht den städtischen Haushalt belasten. Schließlich handelt es sich um eine "Modernisierungsoffensive" des Landes respektive der Deutschen Bahn (DB).

Doch die Freude der Politiker wich schnell purem Entsetzen. In den vom Düsseldorfer Ingenieurbüro Schüßler-Plan im Auftrag der DB vorgenommenen Planungen fehlte alles, was man sich unter "Modernisierung" vorgestellt hatte: Notrufsäulen? Videoüberwachung? Fahrgast-Informationssystem? Verlängerung der Bahnsteigüberdachung? Barrierefreier Zugang von beiden Seiten? Allesamt Fehlanzeige.

Was die Ausschussmitglieder vollends aus der Fassung geraten ließ, war aber die Tatsache, dass eine Erweiterung der uralten, engen und dunklen Personenunterführung in keinster Weise berücksichtigt wurde. "Das kann doch nicht wahr sein", sagte Grünen-Ratsherr Peter Knitsch und war damit der Erste, der sich zu Wort meldete und den Schlagabtausch eröffnete. "Dieser enge Tunnel soll die einzige Verbindung zwischen dem Norden und Süden Alt-Hochdahls sein?"

Politiker befürchten die Entstehung eines Angstraumes

"Uns wird der oberirdische Übergang genommen und durch einen Angstraum ersetzt", sagte Regina Wedding (CDU). "Obendrein wird der Stadtteil vollends auseinander gerissen."

Der Bahnübergang Hildener Straße ist seit jeher die vor allem fußläufige Verbindung zwischen dem Nord- und dem Südteil Alt-Hochdahls. Mit dem Ausbau der Landstraße403n verschwindet er jedoch. Lediglich die alte Personenunterführung würde bestehen bleiben. Zwar soll es einen Fußweg entlang der neuen Landstraße geben. Der wäre allerdings viele hundert Meter vom Zentrum des Stadtteils entfernt.

Im Rahmen dieser Maßnahme werden landesweit Bahnhöfe ausgebaut. "Das hat nichts mit der L 403n zu tun", betonte der Vertreter des Bahnhofsmanagements. "Wir bauen keinen neuen Bahnhof, sondern modernisieren nur."

Zur Erinnerung: Im Zuge des Ausbaus der Landstraße 403n (L403n), die künftig den Verkehr an Hochdahl vorbei leiten soll, fällt der oberirdische Bahnübergang Hildener Straße künftig weg (siehe Info-Kasten).

Die Unterführung war nie Teil der Vorgaben, begründeten der Schüßler-Ingenieur und der Vertreter vom Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn die Nichtberücksichtigung. Außerdem sei das keine Wünsch-dir-was-, sondern nur eine Modernisierungsmaßnahme, "für die wir nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben" - zumal der Umbau des Hochdahler Bahnhofs "absolut nichts" mit der L403n zu tun habe. Im Übrigen bekäme der Tunnel eine neue Beleuchtung und einen frischen Anstrich. Eine Frechheit sei das, schimpfte daraufhin BmU-Fraktionschef Bernhard Osterwind. "Wenn das so bleibt, können Sie in Hochdahl die Lichter ausmachen."

Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung (beide von der SPD) wurde der Beschluss gefasst, die Planungen komplett abzulehnen.

Stattdessen solle die Verwaltung umgehend mit der Bahn beziehungsweise dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Aufgabenträger in Kontakt treten. Und zwar mit der klaren Vorgabe, sowohl eine erweiterte Unterführung als auch die anderen fehlenden Maßnahmen, die zu einer Modernisierung gehörten, in die neuen Planungen aufzunehmen.

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