Der Besitzer des Hauses gestaltet die Außenanlagen nach alten Plänen neu.

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Entstehungsphase: Die symmetrisch angelegten Wege um die Rasenflächen herum sind ebenso zu erkennen wie die Gräben, in denen das Wasser noch nicht aufgestaut worden ist.

Entstehungsphase: Die symmetrisch angelegten Wege um die Rasenflächen herum sind ebenso zu erkennen wie die Gräben, in denen das Wasser noch nicht aufgestaut worden ist.

Maximilian Friedrich Weyhe, Hofgärtner und Gartenkünstler, hat den Park von Haus Unterbach entworfen.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Entstehungsphase: Die symmetrisch angelegten Wege um die Rasenflächen herum sind ebenso zu erkennen wie die Gräben, in denen das Wasser noch nicht aufgestaut worden ist.

Erkrath. Die Aufbereitung des Gartens von Haus Unterbach ist keine Aufgabe für einen Sommer. Im Gegenteil: Die Wiederherstellung des 1830 von Maximilian Weyhe nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens entworfenen, vier Hektar großen Parks dauert Jahre.

2006 hat Reinhart Zech, Besitzer von Haus Unterbach, damit begonnen. Zwei von wahrscheinlich acht Bauabschnitten sind bereits fertig, der dritte ist zurzeit in Arbeit. „In vier bis fünf Jahren könnten wir fertig sein“, sagt der 58-Jährige. Und fügt mit einem Achselzucken hinzu: „Aber mit einem Garten ist man natürlich nie fertig.“

„Das ist schon ein extremes Hobby.“

Reinhart Zech über seine gartenplanerischen Ambitionen

Seit 160 Jahren gehört seiner Familie die ehemalige Wasserburg. Als vor etwa neun Jahren die Gräben und Teiche auf dem vier Hektar großen Gelände entschlammt werden mussten, reifte in Reinhart Zech die Idee zur Auffrischung des Gartens. „Einen sechsstelligen Bereich habe ich bestimmt schon investiert“, sagt er und räumt ein: „Das ist schon ein extremes Hobby.“

Finanzielle Unterstützung erhält er aus dem Landesdenkmalpflegeprogramm – die Zusage liegt aktuell vor. Im kommenden Jahr erhält Zech 10 000 Euro, 2013 weitere 35 000 Euro für die Wiederherstellung von Brücken, Wege-, Rasen- und Pflanzflächen.

Mit Hilfe des Haaner Gartenarchitekten Henning Ziegesar und alten Gartenplänen erstrahlt ein Teil des großen Gartens bereits in neuem Grün nach altem Vorbild. Symmetrisch verlaufen die Wege um die Rasenflächen. Alles wirkt sehr geordnet. „Das sind noch eher barocke Strukturen“, sagt Zech. „Diese strenge Linienform hat mit einem englischen Landschaftsgarten eigentlich nichts zu tun.“

Problem der fehlenden Pflanzlisten

Haus Unterbach war ursprünglich eine Wasserburg. Burgherr war im 12. Jahrhundert Hermann von Unterbeke. Das Anwesen wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrmals den Besitzer. 1816 kauft Wilhelm Ludwig von Pestel, dessen Bruder Karl-Philipp zunächst erster preußischer Regierungspräsident in Düsseldorf, später Oberpräsident der Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz war, für 24 000 Reichstaler Haus und Landbesitz. Drei Jahrzehnte später – 1848 – erwarb die Familie von Hymmen Haus Unterbach. Noch heute befindet sich das Rittergut in deren Familienbesitz.

Zur Geschichte der Gartenanlage gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen mehr, weder Briefwechsel noch Rechnungen oder Pflanzenlisten. Erhalten sind aber drei Pläne aus den Jahren 1807, 1810 und 1817. Auf letzterem steht der Vermerk: „(. . .) Entworfen von M.F. Weyhe Königl. Garten-Inspector (. . .)“. Damit steht fest, dass der deutsche Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1886), der unter anderem auch den Düsseldorfer Hofgarten entworfen hat, auch für die Gestaltung des Gartens von Haus Unterbach verantwortlich gewesen ist.

Margaret Ritter: Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846). Sein Lebenswerk und die Gartenkunst seiner Zeit. Dissertation, Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart, 2001.
 

„Wir versuchen uns so gut es geht, an die alten Pläne zu halten“, sagt Zech. Hinter dem Guts-haus ist bereits alles fertig – bis auf die Bepflanzung. Und die stellt Zech und den Gartenfachmann noch vor einige Probleme. „Wir besitzen leider keine Pflanzlisten von Weyhe“, sagt Zech.

An einigen Stellen könne man den Plänen entnehmen, dass Weiden gepflanzt wurden. An anderen Stellen sei nichts verzeichnet. „Wir versuchen uns anzunähern“, sagt er. Die Idee, Buchen oder Linden zu pflanzen, wurde inzwischen wieder verworfen. „Die werden zu groß und mächtig und verdecken uns dann wieder die Gräben.“

Auch das Wasser in den Gräben und dem kleineren der beiden Teiche hat noch nicht seinen gewünschten Pegel erreicht. Zech: „Wir haben das Wasser noch nicht angestaut.“

Im nördlichen Bereich des Gartens liegt der große Teich mit einer Insel in der Mitte. „Die bleibt auf jeden Fall“, sagt Zech. Das Ufer soll neu gestaltet, Wege sollen angelegt werden. Den hinteren Teil des Gartens will der Hausherr erhalten. „Die Esskastanien hat Maximilian Weyhe gepflanzt“, sagt Zech und zeigt auf die großen Bäume. Auch der Tulpenbaum und eine Eibe hat der Königliche Garteninsepktor persönlich eingesetzt. Zech: „Die sind jetzt 180 Jahre alt.“

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