VHS-Kurse zur deutschen Sprache helfen bei der Integration.

Erkrath
Sapana Tamang hat keine Mühe mit der Rechtschreibung. Die junge Frau aus Nepal absolviert derzeit den VHS-Sprachkursus.

Sapana Tamang hat keine Mühe mit der Rechtschreibung. Die junge Frau aus Nepal absolviert derzeit den VHS-Sprachkursus.

Dietrich Janicki

Sapana Tamang hat keine Mühe mit der Rechtschreibung. Die junge Frau aus Nepal absolviert derzeit den VHS-Sprachkursus.

Der Sprachintegrationskurs der Volkshochschule ist wie ein multikultureller Mikrokosmos. Vier Mal in der Woche für jeweils drei Stunden treffen sich im Klassenraum der Albert-Schweitzer-Schule Frauen und Männer unterschiedlicher Nationalitäten, um unter Anleitung von Lehrerin Dr. Silvia Pulzovan de Egger Deutsch zu lernen. Einige sind von Staats wegen verpflichtet, den Integrationskurs zu besuchen, andere kommen freiwillig. „Seit 2006 bieten wir Integrationskurse an. Derzeit erleben wir einen so großen Zustrom wie noch nie zuvor“, sagt VHS-Leiterin Dr. Ursula Moldon.

Anfang Mai steht für die Teilnehmer die Prüfung an

Der Kurs von Silvia Pulzovan de Egger ist familiär, dennoch wird das Pensum in einem strammen Tempo abgearbeitet. Denn Anfang Mai ist Prüfung und bestehen wollen alle. Alle, das sind beispielsweise Frauen und Männer aus Italien, China, Lettland, Guinea oder der Mongolei. Was sie alle eint, ist der Wunsch, Deutsch zu lernen, um sich besser verständigen und um Arbeit zu finden. Kitaz Abeer hat noch ehrgeizigere Pläne. „Ich möchte eine Ausbildung machen“, sagt sie. Nach 20 Jahren in Deutschland möchte sie nun auf eigenen beruflichen Füßen stehen. Und das geht ihrer Meinung nach nur mit einer soliden Ausbildung. „Deutschland ist ein gutes Land, alle werden hier gleich behandelt“, sagt sie und erntet Zustimmung im Kurs.

Jeder der im VHS-Integrationskurs die Schulbank drückt, bringt ein ganz eigenes Schicksal mit. Viele davon kennt Nia Hurtado Vacalla, die ebenfalls einen Kurs betreut. „Es ist schon erstaunlich, wie manche da noch den Kopf frei haben, um zu lernen“, sagt sie. Wie es ihnen ergangen ist, bis sie nach Deutschland kamen, wollen sie vor der Gruppe nicht erzählen. Nur Ibrahima Diallo (33) aus Guinea gibt einen kleinen Einblick in sein Leben. Vor 15 Monaten ist er mit einem Visum ganz allein nach Deutschland gekommen. „Ich kannte niemanden“, sagt er. Inzwischen hat sich das geändert, nicht zuletzt durch den Integrationskurs. Dort unterstützen sich alle, telefonieren auch privat und freuen sich in jeder Unterrichtsstunde, die anderen wiederzusehen.

Der schriftliche Test dauert zwei Stunden

„Das hier ist gelebtes kulturelles Miteinander. Alle lernen freundlich miteinander“, sagt Ursula Moldon. Aber geschenkt bekomme niemand etwas. Die Prüfungsrichtlinien sind festgelegt. Zwei Stunden dauert am Ende der schriftliche Test, anschließend müssen die Schüler Texte lesen und Fragen dazu beantworten. „Wer in Deutschland eingebürgert werden will, muss die Prüfung mit eins oder zwei bestehen“, sagt Ursula Moldon. Nach der Prüfung hoffen die Kursteilnehmer, eine Arbeit zu finden, wie beispielsweise Ousmane Sou, der gerne Lkw-Fahrer werden möchte.

Die Motivation der Kursbesucher, sei unterschiedlich, doch die Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen, werde immer größer, so Ursula Moldon. „Deshalb bieten für künftig auch Abendkurse für Berufstätige an.“ Und auch immer mehr ältere Teilnehmer finden den Weg in die Integrationskurse. „Wenn die Kinder aus dem Haus sind und nicht mehr übersetzen können, wächst vor allem bei älteren Frauen der Wunsch, die Sprache zu lernen.“

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