Die Stiftung der Evangelischen Gemeinde Hochdahl besteht seit zehn Jahren. Projekte wie das Spielgerüst in der Kita Sandheide gäbe es ohne sie nicht.

jubiläum
Auch dieses Klettergerüst im Kindergarten Sandheide wurde von der Stiftung angeschafft. Sara, Philip, Nina, Luca (hinter den Stäben), Maxim, Tim, Quentin (v.l.) und Erzieherin Melina Mammanello freut’s.

Auch dieses Klettergerüst im Kindergarten Sandheide wurde von der Stiftung angeschafft. Sara, Philip, Nina, Luca (hinter den Stäben), Maxim, Tim, Quentin (v.l.) und Erzieherin Melina Mammanello freut’s.

Dirk Thomé

Auch dieses Klettergerüst im Kindergarten Sandheide wurde von der Stiftung angeschafft. Sara, Philip, Nina, Luca (hinter den Stäben), Maxim, Tim, Quentin (v.l.) und Erzieherin Melina Mammanello freut’s.

Hochdahl. Dass Nina, Luca und die anderen Kinder in der Kita Sandheide so schön auf ihrer neuen Spielburg toben können, wäre vor zehn Jahren nicht drin gewesen im Budget der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl, die das Familienzentrum Sandheide unterhält.

Damals startete die „Erfolgstory Stiftung“, wie Pfarrer Volker Horlitz es nennt. Horlitz ist Vorstand der Stiftung, die die Kirchengemeinde vor zehn Jahren gründete, um finanziell auf lange Sicht weitgehend unabhängig zu sein. Rückblickend ist das Kapital der Stiftung, das anfänglich bei 50 000 Euro lag, stetig gewachsen.

Auch die Zustiftungen von jährlich etwa 20 000 bis 30 000 Euro hielten sich stabil. Die Einnahmen stammen einerseits von von unterstützenden Gemeindegliedern oder aus Veranstaltungen, wie dem regelmäßigen Kindertrödel, Konzerten oder auch Kollekten bei Hochzeiten oder Gottesdiensten.

„Das hätten wir anfangs nicht gedacht, dass das so gut klappt“, sagt Horlitz. Auch Waltraud Joeres, Schatzmeisterin des Stiftungsvorstandes, ist jedes Jahr aufs Neue erstaunt über die Entwicklung des Kapitals.

50 000 Mark kamen von einem Spender, 50 000 von der Kirche

Entstanden sei die Idee zu einer Stiftung am Kaffeetisch nach einem Gottesdienst, so Pfarrer Horlitz. „Ein Mann setzte sich damals neben mich und sagte zu mir, dass er etwas für die Kirche tun wolle, was direkt in der Gemeinde ankommt. Er schlug mir vor, 50 000 Mark zu spenden, wenn die Kirche 50 000 Mark dazutut und mit dem Geld eine Stiftung gründet.“

Mit 50 000 Euro fing alles an. Heute liegt das Kapital der Stiftung der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl bei fast 313 000 Euro. Das Kapital bleibt immer unangetastet. Es muss sicher angelegt werden.

Die Ausschüttung der Zinsen muss zur „Arbeit am Menschen“ in der Gemeinde verwendet werden. Gebäudesanierungen gehören beispielsweise nicht dazu. Insgesamt wurden fast 50 000 Euro ausgegeben.

Bei so einem Angebot überlegte Pfarrer Horlitz nicht zweimal. „Gleich bei der nächsten Gemeindeversammlung haben wir das besprochen, und der Vorschlag stieß auf große Zustimmung“, sagt Horlitz.

Die Stiftung fängt den Rückgang an Gemeindemitgliedern auf

Es dauerte nur ein halbes Jahr, da hatte die Gemeinde das Geld zusammen. Etwa zehn Spender erklärten sich bereit, Geld zu geben, um das Stiftungskapital, das für eine Gründung nötig war, zusammenzubekommen. Bis zur Genehmigung vom Landeskirchenamt und der Bezirksregierung dauerte es dann noch einmal zwei Jahre.

Zum Hintergrund: Die Kirchengemeinden spüren den demografischen Wandel wie keine andere Institution. In den vergangenen zehn Jahren habe die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl etwa 1000 Mitglieder verloren, so Pfarrer Horlitz. Zurzeit zählt die Gemeinde noch etwa 7000 Mitglieder.

Zum Geburtenrückgang kommt der gesellschaftliche Wandel. „Die ältere Generation, die immer Mitglied in der Kirche war, stirbt weg“, sagt Horlitz. „Weniger Mitglieder aus den Reihen jüngerer Bürger kommen dazu.“ Viele Kirchengemeinden gründen heute Stiftungen, weil sie sonst finanziell nicht über die Runden kämen. „Vor zehn Jahren waren wir da allerdings Vorreiter“, sagt Pfarrer Horlitz.

Das Klettergerüst im Kindergarten Sandheide ist nur eines von vielen Projekten, die nur dank der Ausschüttung der Zinsen möglich geworden sind. Die Suchthilfe der Diakonie, die Honorarkraft für die Betreuung von Unterdreijährigen oder die Ferienfreizeit für benachteiligte Kinder sind weitere Maßnahmen, die ohne die finanzielle Unterstützung nicht weiterbestehen könnten.

Jedes Jahr entscheidet der Vorstand neu darüber, wo in der Gemeinde das Geld am dringendsten gebraucht wird. „Langfristig würden wir gerne mit dem Geld eine Stelle für einen Jugendleiter schaffen“, blickt Waltraud Joeres nach vorn. „Doch das liegt noch in ferner Zukunft.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer