Jahrelang hat die Initiative „Echt laut in Erkrath“ für Flüsterasphalt auf der A 3 gekämpft. Jetzt wird er verlegt.

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Vom kommenden Jahr an werden die Fahrspuren der A 3 zwischen Hildener Kreuz und Mettmann mit lärmminderndem Asphalt saniert. Archiv

Vom kommenden Jahr an werden die Fahrspuren der A 3 zwischen Hildener Kreuz und Mettmann mit lärmminderndem Asphalt saniert. Archiv

Dirk Thomé

Vom kommenden Jahr an werden die Fahrspuren der A 3 zwischen Hildener Kreuz und Mettmann mit lärmminderndem Asphalt saniert. Archiv

Erkrath. Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Zumindest, was die Bürgerinitiative „Echt laut in Erkrath“ und ihren Kampf für einen besseren Lärmschutz entlang der Autobahn 3 angeht. Wie bereits am Mittwoch berichtet, erhält die A 3 zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und der Brücke über das Neandertal auf einer Länge von 3,5 Kilometern den ersehnten Flüsterasphalt.

„Mir fallen hunderte Steine vom Herzen.“

Friedrich Faber, Mitbegründer der Initiative „Echt laut in Erkrath“

„Mir fallen hunderte Steine vom Herzen“, sagte Friedrich Faber, einer der Mitbegründer der Initiative und Vorsitzender des Bürgervereins Hochdahl, der seit nunmehr drei Jahren gleich an mehreren Fronten kämpfte, am Mittwoch im Gespräch mit der WZ. Ob Briefe an die Landesregierung, Appelle an die Politiker, öffentlichkeitswirksame Aktionen oder sogar eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster: „Echt laut in Erkrath“ ließ nichts aus, um für die Anliegen der Autobahn-Anwohner einzutreten.

„Zwischenzeitlich hatte es ja gar nicht gut ausgesehen“, erinnert sich Faber. „Schließlich wurden wir immer wieder vertröstet, bis Mitte vergangenen Jahres alles auf der Kippe zu stehen schien.“ Faber denkt dabei an die Entscheidung des Landesbetriebs Straßen NRW, statt des erwünschten offenporigen Asphalts (Opa) weniger lärmmindernden Splittmastix-Asphalt zu verlegen.

Während die offenporige Version vor allem stark schallschluckend wirkt und damit auf der Wunschliste der Bürgerinitiative ganz oben stand, ist Splittmastix zwar ebenfalls geräuschärmer, nicht aber mit „Opa“ zu vergleichen. Ausschlaggebend für Straßen NRW waren damals der Kostenfaktor und die längere Lebensdauer von Splittmastix.

Gespräche auf Bundesebene

„Das Umdenken haben wir nicht zuletzt Horst Becker von den Grünen zu verdanken“, sagte Friedrich Faber am Mittwoch. Der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium hatte sich bereits im November vergangenen Jahres bei seinem Kollegen auf Bundesebene, Enak Ferlemann, für einen besseren Lärmschutz im Zuge der anstehenden Fahrbahnerneuerung eingesetzt. Erneute lärmtechnische Untersuchungen von Straßen NRW zeigten dann, dass der „Opa-Belag“ die Erwartungen an den Lärmschutz am günstigsten und umfassendsten erfüllt.

Der Offenporige Asphalt hat durch seine geringe Rauigkeit und die eingesetzten Materialien besonders schallschluckende Eigenschaften. Er besteht aus zwei Schichten mit offenporigem Belag: Die feiner aufgebaute obere Schicht wirkt wie ein Sieb und verhindert, dass Schmutzpartikel eindringen können. Die untere Lage aus grobkörnigerem Material wird so geschützt. Die Lärmreduzierung auf der Autobahn 3 dürfte dank „Opa“ rund sieben Dezibel betragen.


Dabei handelt es sich um eine spezielle Asphaltsorte für Deckschichten mit einem höheren Bitumen- und Splittgehalt. So soll die Haltbarkeit erhöht werden. Auf der A 3 würde er den Lärmpegel um etwa vier Dezibel senken.

„Wir freuen uns, dass Staatssekretär Ferlemann gemeinsam mit uns bereit ist, dieses spezielle Lärmproblem der Erkrather Autobahn-Anlieger zu lösen“, sagte Becker. Zudem werde auch auf der Neandertal-Brücke „ein neuartiger, lärmreduzierender Fahrbahnbelag“ eingebaut. Genauso wie die Übergänge auf die Brücke „lärmmindernd ausgebildet“ werden.

Beginn der etwa neunmonatigen Bauarbeiten ist laut Straßen NRW „im kommenden Jahr“. Kosten wird die neue Asphaltdecke knapp über drei Millionen Euro.

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