Die Tierklinik Neandertal, die im September ihre neuen Räume in Haan eröffnen will, zieht nicht freiwillig aus Erkrath weg. Vielmehr hat die Stadt dem leitenden Tierarzt Marcus Hess und seinem Team die weitere Nutzung der Räume an der Straße Trills 66a vor wenigen Tagen offiziell untersagt.

Die Tierklinik Hess kann an der Straße Trills nicht bleiben, weil die heutige Größe nicht von der Baugenehmigung gedeckt ist.
Die Tierklinik Hess kann an der Straße Trills nicht bleiben, weil die heutige Größe nicht von der Baugenehmigung gedeckt ist.

Die Tierklinik Hess kann an der Straße Trills nicht bleiben, weil die heutige Größe nicht von der Baugenehmigung gedeckt ist.

Dirk Thomé

Die Tierklinik Hess kann an der Straße Trills nicht bleiben, weil die heutige Größe nicht von der Baugenehmigung gedeckt ist.

Erkrath. Die Tierklinik Neandertal, die im September ihre neuen Räume in Haan eröffnen will, zieht nicht freiwillig aus Erkrath weg. Vielmehr hat die Stadt dem leitenden Tierarzt Marcus Hess und seinem Team die weitere Nutzung der Räume an der Straße Trills 66a vor wenigen Tagen offiziell untersagt.

2005 wurde noch ein Anbau gebilligt

Hintergrund ist die 1999 erteilte Baugenehmigung. „Damals ist von unserem Architekten angegeben worden, dass wir unsere Räume hier mit etwa sechs Personen nutzen werden. Das ist auch schriftlich festgehalten worden“, sagt Inhaber Marcus Hess.

Doch mittlerweile ist das Team der Tierklinik auf mehr als 20 Personen gewachsen – ein eindeutiger Verstoß gegen die Genehmigung. Das sieht auch Hess so – und ärgert sich trotzdem: „Als wir 2005 den Anbau errichtet haben, war dieses Problem der Stadt bereits bekannt. Doch alles wurde genehmigt.“

Erst 2008 wurde der Verstoß gegen die Baugenehmigung zum Problem. Denn die nächtlichen Einsätze der Tierärzte störten einige Anwohner, die sich beim Bauamt beschwerten. Das wiederum wandte sich an die Tierklinik, berief sich auf die Baugenehmigung, und plötzlich stand die Nutzung der Räume infrage.

„Natürlich ist das Bauamt im Recht, aber wenn man so genau sein will, dann hätte man das auch schon 2005 sein können, bevor wir erweitert haben“, sagt Hess. Denn die Klinik hatte damals 70 000 Euro investiert.

„Mitte 2011 war uns klar, dass uns die Nutzung untersagt werden wird“, sagt Marcus Hess, der sofort begann, sich nach einem neuen Standort für die Tierklinik umzusehen. Trotz des Ärgers wäre er gerne in Erkrath geblieben. „Wir hatten schon mit dem Bauamt über ein passendes Grundstück gesprochen. Aber die Politik wollte uns nicht mehr haben“, sagt Hess. Eine Ratsmehrheit lehnte den neuen Standort an der Bessemer Straße ab. „Das habe ich nie verstanden, wir schaffen doch Arbeitsplätze.“

Politik vergab eine Alternativfläche lieber an eine Software-Firma

Bürgermeister Arno Werner versucht, die Situation zu erklären. „Wir haben erhebliche Platzprobleme bei Gewerbegrundstücken. Die Klinik ist uns lieb und wert, aber wir haben zu wenig Fläche“, sagt er. Denn das, was noch frei war, sollte auch freigehalten werden. Die Politik hoffte auf die – mittlerweile erfolgreiche – Ansiedlung eines Düsseldorfer Software-Unternehmens. Für eine Tierklinik war da kein Platz.

Die endgültige Nutzungsuntersagung mit Wirkung ab März hat die Klinik im Januar erreicht. „Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass wir noch hier arbeiten dürfen, bis wir im September endgültig umziehen“, sagt Hess.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer