IT-Experte Boris Lüdtke hat 100 000 Exemplare seiner Saga verkauft.

Unter dem Pseudonym Sam Feuerbach veröffentlicht der Hochdahler.
Unter dem Pseudonym Sam Feuerbach veröffentlicht der Hochdahler.

Unter dem Pseudonym Sam Feuerbach veröffentlicht der Hochdahler.

jd

Unter dem Pseudonym Sam Feuerbach veröffentlicht der Hochdahler.

Erkrath. Eigentlich ist Boris Lüdtke mit seinem Job als Security-Consultant in einem Kölner IT-Unternehmen voll ausgelastet. Dennoch setzt er sich am Feierabend regelmäßig noch mal freiwillig an den Rechner – und taucht ab in eine Fantasiewelt des tiefsten Mittelalters, eine Welt, die er selbst erschaffen hat und in deren Bann er seit Frühjahr vergangenen Jahres schon zahlreiche Leser gezogen hat: Über 100 000 Exemplare seiner Krosann-Saga hat er als Self-Publisher über Amazon unter dem Pseudonym Sam Feuerbach bereits verkauft. „90 Prozent davon als E-Books“, rechnet der Hochdahler vor, „zehn Prozent als Taschenbücher.“

Von den Einnahmen könnte der Erkrather auch leben

Auf die Frage, ob man davon leben kann, antwortet Lüdtke überraschend mit „Ja, wenn es so weiterläuft wie bisher, könnte ich davon sehr gut leben.“ Doch das will er derzeit gar nicht. Seine Vollzeitstelle in der IT will der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Vater von drei Kindern nicht aufgeben, auch weil er sich nicht dem Druck, „schreiben zu müssen“ aussetzen will.

Mit seinen Geschichten aus dem Königreich Toladar scheint Boris Lüdtke den Nerv der Phantasy-Leser getroffen zu haben. „Ich halte mich sehr an die historischen Fakten des Mittelalters“, erklärt er und stellt seine beiden Hauptfiguren – den dicklichen, verwöhnten Prinzen Karek und eine Auftragsmörderin, die ihn töten soll – vor: „Beide haben viele Gemeinsamkeiten und sie passen mit ihren fast schon demokratisch-liberalen Weltbildern nicht in die damalige Zeit.“ Die namenlose Mörderin hasst die von Männern dominierte Welt und genau wie sie, hadert der jugendliche Prinz mit den gesellschaftlichen Zuständen.

„Eigentlich wollte ich eine Geschichte schreiben, in der eine Sanduhr, mit der man die Zeit zurückdrehen kann, eine Rolle spielt“, erinnert sich der 53-Jährige an den Ausgangspunkt zu seiner Saga: „Aber nach 300 Seiten war immer noch keine Sanduhr in meinem Text vorgekommen“, schmunzelt er und bezeichnet sich selbst als „Discovery-Writer“: „Ich weiß beim Schreiben oft selbst noch nicht, was passieren wird.“ Aus einem Buch wurde schnell eine Trilogie – und in Band 3 fand dann auch endlich die Sanduhr Platz und bescherte dem Buch auch prompt den gleichnamigen Titel: „Sanduhr“. Die ersten drei Bände werden ab 5. November auch als Hörbücher erhältlich sein.

Aktuell arbeitet Lüdtke an den letzten Zeilen des zweiten Bands der zweiten Trilogie der Krosann-Saga. „Seelenfeuer“ soll noch im November veröffentlicht werden. Mal eben zwischen Band 4 und 5 geschoben hatte er noch einen Thriller, den er zusammen mit einem Arbeitskollegen und Freund geschrieben und im Spätsommer veröffentlicht hat: „Echtzeit“ spielt im Düsseldorf der Zukunft.

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