Der Psychologe Hilarion Petzold hilft mit seiner Forschung vor allem Drogensüchtigen.

Der Psychologe Hilarion Petzold hilft mit seiner Forschung vor allem Drogensüchtigen.
Professor Hilarion Petzold ist jetzt Ordensträger.

Professor Hilarion Petzold ist jetzt Ordensträger.

Land NRW

Professor Hilarion Petzold ist jetzt Ordensträger.

Erkrath/Düsseldorf. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat jetzt 18 Bürger mit dem Verdienstorden des Landes NRW ausgezeichnet. Über diese herausragende Auszeichnung konnte sich auch der Wahl-Erkrather Professor Hilarion Petzold freuen, verliehen für sein „großartiges Engagement als Therapeut, als europäischer Hochschullehrer und als Mensch, der anderen Menschen hilft“, wie es in der Laudatio heißt.

Am Anfang von Petzolds Karriere stand ein neuer Ansatz im Engagement für Drogenabhängige: Nicht Strafe und Ausgrenzung, sondern bewusst Grenzen setzen und Strukturen schaffen für Menschen, die sich verloren hatten – darum ging es ihm schon 1967 mit dem Konzept der „therapeutischen Wohngemeinschaft“. Manche meinten damals noch, mit Hilfe von Drogen in neue Bewusstseinssphären vordringen zu können. Petzold sah vor allem Menschen, die Hilfe brauchten. Heute arbeiten die meisten Drogenhilfeeinrichtungen in Deutschland und Europa mit Konzepten, die auf Petzolds Forschungen und seiner praktischen Erfahrungen beruhen.

Einrichtungen arbeiten mit Konzepten, die von Petzold sind

Dabei war er nie ein Dogmatiker, der von Anfang an alles richtig machen wollte oder den moralischen Zeigefinger erhoben hat, sondern einer, der vor allem helfen wollte. Das zeigt sich auch in seinem zweiten wichtigen Arbeitsgebiet, der Altenpflege und der psychischen Gesundheit älterer Menschen. Petzold ist auch in diesem Bereich, der für die alternde Gesellschaft immer wichtiger wird, praktisch tätig geworden, hat Forschungsprojekte angestoßen und durch eigenes Engagement das Konzept der Supervision in der Altenpflege verankert. Von 1986 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 war er vor allem als Lehrer an der Freien Universität Amsterdam tätig. In den Fächern Psychologie, Klinische Bewegungstherapie und Psychomotorik hat er sich bleibende Verdienste erworben. Und dank seiner deutsch-niederländischen Forscherbiographie konnten auch angehende Psychologen in NRW von seinen Arbeiten profitieren. „Petzold ist ein Seelenarzt im besten Sinne, ein Therapeut und Lehrer, der Menschen hilft, sich selbst zu helfen“, sagte Laschet bei der Ordensvergabe im Neusser Zeughaus. Red

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