Die defekten Poller an der Erkrather Bahnstraße werden ab März ausgetauscht. Auch am anderen Ende der Bahnstraße wird abgesperrt.

Im Sommer 2015 funktionierten die Poller noch.  Archiv
Im Sommer 2015 funktionierten die Poller noch. Archiv

Im Sommer 2015 funktionierten die Poller noch. Archiv

Dietrich Janicki

Im Sommer 2015 funktionierten die Poller noch. Archiv

Erkrath. Seit 17 Monaten heißt es auf der Bahnstraße in Alt-Erkrath „Freie Fahrt“ für Autos, Sprinter und Lastwagen. Die Polleranlage in Höhe der Evangelischen Kirche funktioniert nach zwei Unfällen im August 2015 nicht mehr, die massiven Pfosten blieben im Boden. Ein Auto war gegen den Pfosten gefahren, in dem die Steuerungselektronik untergebracht ist. Reparieren konnte die Polleranlage niemand mehr. Doch nun kommt endlich Bewegung in die Sache.

Wie man gestern aus dem Rathaus erfuhr, ist der Auftrag an ein Unternehmen raus. Sobald es draußen etwas wärmer ist, sollen ab März die Poller in Höhe der Evangelischen Kirche erneuert werden. Und: Endlich kommen auch die lange geplanten Poller in Höhe der Kreissparkasse. Somit ist Autos von beiden Seiten die Zufahrt in die Fußgängerzone versperrt.

Offenbar hat sich die Stadt dazu entschieden, doch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, als ursprünglich geplant. Denn noch im Dezember hatte es im Planungsausschuss eine intensive Debatte über das Thema Poller gegeben. Denn obwohl die „Verpollerung der Bahnstraße“ zur Sicherstellung einer autofreien Fußgängerzone schon 2013 mit großer Mehrheit beschlossen worden war, schlug die Verwaltung den Ausschuss-Mitgliedern vor, auf die versenkbaren Pfosten ganz zu verzichten.

Grund: Auf die öffentlichen Ausschreibungen der Stadt im vergangenen Jahr hatten vier Firmen ein Angebot für zwei versenkbare Polleranlagen macht.

„Die Bahnstraße ist Schulweg, auf ihr befindet sich ein Seniorenheim und es gibt Außengastronomie. Das interessiert aber viele Autofahrer nicht. Sie rasen durch die Fußgängerzone, um Brötchen zu holen oder Geld abzuheben.“

CDU Erkrath

Problem: Unter 107 000 Euro wollte den Auftrag keiner machen. Doch die Stadt hatte eigentlich vor, maximal 65 000 Euro für die beiden Polleranlagen auszugeben. Diese Kostenschätzung war jedoch schon vier Jahre alt. Die Politiker waren erzürnt: Die CDU betonte, die Bahnstraße sei ein Schulweg, auf ihr befindet sich ein Seniorenheim und es gibt Außengastronomie. Das interessiert aber viele Autofahrer immer noch nicht. Sie rasen durch die Fußgängerzone, um Brötchen zu holen oder Geld abzuheben. So kann es nicht bleiben, die 2013 gefällten Beschlüsse hatten schon ihren Grund. Darum wird sich der Ortsverband gegen den Durchgangsverkehr einsetzen.“

Lediglich Inge Berkenbusch (FDP) hielt dagegen: Die Straße dürfe nicht abgesperrt werden, sonst gingen noch mehr Geschäfte weg. Für die Bahnstraße gilt ein striktes Fahrverbot. Lediglich morgens von 8 bis 10 Uhr und abends von 18 bis 20 Uhr darf der Lieferverkehr in die Bahnstraße rollen. In diesen Zeiten sind im Normalfall auch die Poller versenkt. Anwohner, der Bürgerbus und die Feuerwehr können jederzeit passieren. Nachdem Geschäftsleute sich dafür ausgesprochen hatten, die Anlieferzeiten auszudehnen, hatte die FDP die ganze Fußgängerzone in Frage gestellt. Doch der Rat war sich einig, die Bahnstraße bleibt Fußgängerzone.

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