Das Dach undicht, die Heizung fällt immer wieder aus, bis zu 40 Kinder in einer Gruppe und kranke Erzieher - Eltern laufen Sturm gegen die Zustände in der Kita Millrather Weg.

Das Dach undicht, die Heizung fällt immer wieder aus, bis zu 40 Kinder in einer Gruppe und kranke Erzieher - Eltern laufen Sturm gegen die Zustände in der Kita Millrather Weg.
Aus bislang drei wurden vier Gruppen. Das sorgt für Platzmangel. Bisweilen werden in einer Gruppe 40 Kinder betreut. Symbolbild: Vennenbernd/dpa

Aus bislang drei wurden vier Gruppen. Das sorgt für Platzmangel. Bisweilen werden in einer Gruppe 40 Kinder betreut. Symbolbild: Vennenbernd/dpa

Aus bislang drei wurden vier Gruppen. Das sorgt für Platzmangel. Bisweilen werden in einer Gruppe 40 Kinder betreut. Symbolbild: Vennenbernd/dpa

Erkrath. Als es endlich zum ersehnten Termin mit Bürgermeister Christoph Schultz kam, sei der selbst erschrocken gewesen, wie viele Mängel es in der Kita in Unterfeldhaus gebe, erzählt eine im Elternrat aktive Mutter, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, und ergänzt: „Er hat zugesichert, dafür zu sorgen, dass da schnell etwas passiert.“

„Diese Zustände sind eine Schande für eine städtische Einrichtung.“

Eine Mutter zum Zustand der Kita

Getan werden muss allerhand, wie der mittlerweile ziemlich aufgebrachte Elternrat in einem Brief darlegt. Der Kindergarten, in dem seit 2017 vier (vorher drei) Gruppen betreut werden, befinde sich „allgemein in einem maroden Zustand“. Das Dach sei undicht und die mittlerweile 40 Jahre alte Fußbodenheizung unzuverlässig. Erst zu Beginn dieser frostigen Woche wären die Kinder mal wieder aufgefordert worden, eine Jacke anzuziehen, weil die Räume nicht ausreichend beheizt werden konnten.

Zudem wären die Waschräume renovierungsbedürftig und derzeit wegen Überbelegung auch zu knapp bemessen: „Es herrscht in allen nutzbaren Räumlichkeiten akuter Platzmangel und der Lärmpegel ist für alle nicht zumutbar und belastend. Es werden pro Gruppe nun rund 40 Kinder betreut. Die hygienischen Zustände sind nicht gut, da es zu wenig Toiletten gibt, die sich alle Kinder und die Betreuer nun teilen müssen“, schreiben die Eltern. In mehreren Räumen der Kita gebe es Wasserschäden mit Schimmelbelastung, die laut einem Gutachten aber nicht gesundheitsschädlich sein sollen. Die Ursache für den Wasserschaden sei mittlerweile behoben worden und Trockengeräte wurden aufgestellt, doch dafür mussten Gruppen zusammengelegt werden. Als Folge könnten nun die U3-Kinder der betroffenen Gruppe aus Platzmangel seit Wochen keinen Mittagsschlaf halten, was zu allgemeinen Unruhe in der Einrichtung beitrage.

„Die Leiterin und die Betreuer versuchen wirklich, das Beste aus der Situation zu machen, aber diese Zustände sind doch eine Schande für eine städtische Einrichtung“, bilanziert eine betroffene, berufstätige Mutter, der zudem die zunehmende Unzuverlässigkeit der Einrichtung zu schaffen macht. Immer wieder komme es vor, dass die Kinder schon mittags abgeholt werden müssten, wenn eine Erzieherin sich krank meldet, weil es keinen Ersatz gebe.

„Die Verlässlichkeit des Angebots, die wir Eltern brauchen und für die wir ja schließlich auch hohe Beiträge zahlen, ist schon lange nicht mehr da“, berichtet die Mutter, die zwei Kinder in der Einrichtung hat und den Betrieb seit knapp fünf Jahren kennt. „Die Mängel sind schon seit einiger Zeit Gesprächsthema und der Wasserschaden hätte wohl vermieden werden können, wenn rechtzeitig gehandelt worden wäre.“ Die Leiterin der Kindertagesstätte möchte sich nicht gegenüber der Zeitung äußern und lässt auch keine Fotos zu. Sie setzt auf die Hartnäckigkeit des Elternrats, der jetzt immerhin den Bürgermeister über die Missstände informieren konnte. Er hat Hilfe zugesichert und den Eltern angeboten, ihnen zumindest einen Monatsbeitrag zurückzuerstatten. „Eine nette Geste, aber damit ist uns nicht geholfen. Wir brauchen eine verlässliche Kinderbetreuung in ordentlichen Räumen“, so die Eltern.

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