Am Samstag zogen 33 Sternsinger durch Alt-Erkrath und sammelten für Minen-Opfer.

Aktion
Kleine Sänger vor großer Kulisse: Am Samstagmorgen zogen die Sternsinger von der Kirche St. Johannes der Täufer los, um ihre Segensbitten zu verteilen.

Kleine Sänger vor großer Kulisse: Am Samstagmorgen zogen die Sternsinger von der Kirche St. Johannes der Täufer los, um ihre Segensbitten zu verteilen.

Dirk Thomé

Kleine Sänger vor großer Kulisse: Am Samstagmorgen zogen die Sternsinger von der Kirche St. Johannes der Täufer los, um ihre Segensbitten zu verteilen.

Erkrath. In bunte Umhänge gekleidete Kinder stürmen freudig aus dem Auto am Straßenrand. Einem Jungen fällt beinahe die imposante, turbanartige Kopfbedeckung auf den Fußweg.

Die Kinder laufen ins Katholische Gemeindezentrum an der Kreuzstraße die Treppe hinauf zum Pfarrsaal, aus dem bereits um 9 Uhr freudige und muntere Kinderstimmen ertönen.

„Wegen Minen haben viele keine Arme und Beine mehr. Wir möchten ihnen helfen.“

Hannah und Miriam (8), Sternsinger

Dort versammeln sich 33 Kinder und Jugendliche, die die zu den Heiligen drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar gehörenden Kronen tragen.

Bevor die Fünf- bis 15-jährigen Sternsinger auf vorab bestimmten Wegen durch den Ort ziehen und Menschen mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte an Haus- und Wohnungstüren schreiben, singen sie noch einmal gemeinsam die einstudierten Lieder.

„Weil da alle zusammen sind und eine Gemeinschaft bilden“, antwortet Johannes (12) auf die Frage, warum er das Königsgewand und die damit verbundene Aufgabe bereits zum dritten Mal angenommen hat.

Die zum Jahreswechsel fusionierten Gemeinden St. Johannes der Täufer in Erkrath und St. Mariä Himmelfahrt in Unterfeldhaus und Düsseldorf-Unterbach begingen den Festtag erstmals verwaltungstechnisch unter einem Dach.

Bereits am Freitag zogen 30 Sternsinger der Katholische Gemeinde St. Franziskus durch Hochdahl und besuchten die Mitarbeiter der Stadt in der Verwaltungsstelle an der Schimmelbuschstraße sowie die Feuerwehrwache.

Am vergangenen Montag hatten 17 Sternsinger aus Erkrath, Unterfeldhaus und Unterbach an der Entsendungsmesse im Kölner Dom teilgenommen. Der am Haus angebrachte Schriftzug C+M+B steht für das lateinische „Christus Mansionem Benedicat“, zu deutsch: Christus segne dieses Haus.

„Letztes Jahr war ich in einem Altenheim. Die Bewohner waren richtig glücklich, dass wir dort waren, haben Zugaben verlangt. Das war toll“, sagt er mit strahlenden Augen.

Hannah und Miriam (beide 8) sind das erste Mal dabei, haben aber schon viel über die behinderten Kinder im südostasiatischen Kambodscha, für die dieses Jahr Spenden gesammelt werden, gelernt: „Wegen Minen haben viele keine Arme und Beine mehr. Sie haben auch nicht viel Geld. Wir möchten ihnen helfen.“

Mittagessen und heiße Schokolade

Der kleine Tross setzt sich in Bewegung. Zuerst erhält Pastor Günter Ernst die Segensbitte, die Eltern machen stolz Fotos. Weiter geht es in Kleingruppen. In elf Straßen gilt es für Carolin, Riona (beide 10) und Sarah (9) Segensbitten anzubringen – nicht ohne zu Mittag bekocht und zum Abschluss am Nachmittag im Pfarrsaal mit einer heißen Schokolade bedacht zu werden.

Begleitet werden sie von Sarahs Mutter Stefanie Perkuhn (40), die den Stern trägt und das Sternsingen in der Gemeinde seit drei Jahren mitorganisiert. Für die Aufbewahrung von Kreide, Säften und Schokobrötchen ist nach jahrelangem Sternsingen erstmals die 14-jährige Lena Oecker verantwortlich.

Nicht immer gänzlich wach erscheinenden Menschen statten sie Besuche ab. Mit Liedern, in denen mit Gold, Myrrhe und Weihrauch von den Gaben der drei Weisen an das Jesuskind die Rede ist, begeistern sie, sammeln Spenden und lassen zufriedene Menschen zurück, die ihr Heim gesegnet wissen. „Ich möchte das Gefühl weiter geben, etwas bewirken zu können“, sagt Perkuhn lächelnd und zieht weiter.

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