Fliegen ist seine Leidenschaft. Und die will Jens Owczarek nun an andere weitergeben. Mit einer Flugschule.

Fliegen ist seine Leidenschaft. Und die will Jens Owczarek nun an andere weitergeben. Mit einer Flugschule.
Jens Owcarek hat 25 Jahre Flugerfahrung. Mit „Joyair“ hat er nun seine eigene Flugschule eröffnet. Der theoretische Unterricht findet in Hochdahl statt.

Jens Owcarek hat 25 Jahre Flugerfahrung. Mit „Joyair“ hat er nun seine eigene Flugschule eröffnet. Der theoretische Unterricht findet in Hochdahl statt.

Red

Jens Owcarek hat 25 Jahre Flugerfahrung. Mit „Joyair“ hat er nun seine eigene Flugschule eröffnet. Der theoretische Unterricht findet in Hochdahl statt.

Erkrath. Es ist eine 40 Jahre alte Leidenschaft, die Jens Owczarek aus Erkrath antreibt. Die Leidenschaft fürs Fliegen. Sie motivierte den Augenarzt im Ruhestand zu Beginn dieses Jahres, eine eigene Ultraleicht-Flugschule in Erkrath zu eröffnen. Über die Privatpiloten-Lizenz verfügt er schon seit 25 Jahren, hat dazu auch noch Kunstflugerfahrung im Doppeldecker und im Hochleistungsflugzeug und Praxis als Fluglehrer seit 16 Jahren.

Nun sei es an der Zeit, diese wunderbare Erlebniskultur am Himmel, dieses sich frei zu fühlen wie ein Vogel und diesen unbeschreiblichen Eindruck, wenn man von oben auf die Heimat blickt, an andere weiterzugeben, sagt der 66-jährige Fluglehrer mit strahlenden Augen. Besonderer technischer Fähigkeiten bedarf es nicht, versichert er.

„Ich bin in einer Stunde und zehn Minuten in Würzburg zum Kaffee bei Freunden, in einer Stunde und zwanzig Minuten zum Baden auf Juist und in zwei Stunden in Berlin.“

Jens Owcarek

„Den Pilotenschein zu machen, ist vielleicht etwas schwieriger, als den Führerschein zu schaffen. Wenn jeder wüsste, wie einfach Fliegen ist, würden viel mehr Menschen das machen.“ Dabei seien nicht einmal das Starten und Landen die größte Herausforderung für den Flugschüler, sondern eher plötzlich auftretender Seiten- und Rückenwind.

Zwei ultraleichte Lehrflugzeuge – ein Ein- und ein Zweisitzer – stehen Owczarek und seinem Team zur Verfügung. Mit ihm arbeiten vier weitere Piloten in der Flugschule, davon zwei aktive Verkehrspiloten, die sonst im Cockpit von Boeings sitzen.

Die schnittigen Himmelsvögel wiegen nicht mehr als 500 Kilo. Übrigens dürfen auch die Piloten nicht mehr als 90 Kilo auf die Waage bringen. In der Regel reichen 30 Stunden Praxis und 50 Stunden Theorie (auch per PC im Fernstudium möglich), um einen Sportpiloten himmelstauglich zu machen. Die letzten fünf Stunden in der Flugschule ist man schon allein unterwegs, sagt Owczarek, aber nicht auf sich gestellt. Per Funkkontakt steht der Fluglehrer auf der Erde mit seinem Schüler in den Wolken in Verbindung.

5000 Euro kostet so eine Ausbildung insgesamt. Das Flugzeug kann man nachher (auch in Owczareks Flugschule) leihen (120 Euro) oder gebraucht kaufen. Kosten: zwischen 5000 und 30.000 Euro. „Das geben viele auch für ein Motorrad aus“, sagt der Erkrather. Mit einem 80-PS-Motor ausgestattet, fliegt so ein Leichtmetall-Vogel 260 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit und verbraucht ungefähr so viel Autobenzin wie ein Porsche.

Schöner als auf der Autobahn dahinzuflitzen sei es aber allemal, seinen Bewegungsradius bis in den Horizont auszudehnen, den Windungen des Rheins am Himmel zu folgen und den Staus auf deutschen Autobahnen einfach davon zu fliegen, sagt der Profi. „Ich bin in einer Stunde und zehn Minuten in Würzburg zum Kaffee bei Freunden, in einer Stunde und zwanzig Minuten zum Baden auf Juist und in zwei Stunden in Berlin.“ Sportflugplätze, wo man landen kann, gibt es überall. Und im Himmel ist vieles erlaubt und möglich, was es auf der Erde nicht geht. Zum Beispiel, um die Freiheitsstatue in New York herum zu fliegen, wie es Owczarek als jüngerer Mann schon einmal gemacht hat.

Die einzige Voraussetzung für den Pilotenschein lautet: Anwärter auf die Lizenz müssen mindestens 17 Jahre alt und körperlich und geistig gesund sein. Draufgänger sind im Cockpit der Leichtmetallflieger sicher auch falsch, denn Gewissenhaftigkeit und Disziplin sollten die Interessenten mitbringen. Denn auch über den Wolken muss man sich an Regeln halten.

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