In der Nacht zu Mittwoch hat der Brandstifter wieder zugeschlagen. Diesmal wurde eine Mieterin (63) verletzt.

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Hausverwalter Lars Kramer steht in der Etage des Hauses Eisenstraße 6, in der es Dienstagnacht gebrannt hat. Links im Bild sind die Überreste des Sicherungskastens zu erkennen.

Hausverwalter Lars Kramer steht in der Etage des Hauses Eisenstraße 6, in der es Dienstagnacht gebrannt hat. Links im Bild sind die Überreste des Sicherungskastens zu erkennen.

Stefan Fries

Hausverwalter Lars Kramer steht in der Etage des Hauses Eisenstraße 6, in der es Dienstagnacht gebrannt hat. Links im Bild sind die Überreste des Sicherungskastens zu erkennen.

Hochdahl. Schon wieder hat der Feuerteufel zugeschlagen. In der Nacht zu Mittwoch brannte es in dem 60-Parteien-Haus an der Eisenstraße 6 in Hochdahl zum dritten Mal innerhalb eines Monats.

Doch diesmal hat der Unbekannte das Feuer nicht wie zuvor im Keller, sondern ganz oben im Treppenhaus in der sechsten Etage gelegt.

Dass es sich erneut um Brandstiftung handelt – davon ist die Polizei überzeugt. „Die Kripo ermittelt zwar noch“, sagt Polizei-Pressesprecher Frank Sobotta. „Aber nach der Vorgeschichte kann von Brandstiftung ausgegangen werden.“

Junge Mutter will mit ihrer Tochter ausziehen

Bei den Bewohnern sitzt der Schock tief. Angst, Verzweiflung und Ratlosigkeit spiegeln sich in den Gesichtern wider. „Zum nächsten Ersten ziehe ich aus“, sagt eine junge Frau. Die alleinerziehende Mutter kämpft mit den Tränen. „Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können.“

Fassungslosigkeit auch bei ihrer Nachbarin. Sie musste mit einer Rauchgasvergiftung vorübergehend sogar ins Krankenhaus. „Das war fürchterlich“, sagt sie. „Ich wurde von den Feuerwehrleuten mit einer Sauerstoffmaske vor dem Gesicht nach unten gebracht.“

Am 10. April brennt es an der Eisenstraße 6 zum ersten Mal. Dabei wird das Kellergeschoss vollständig zerstört. Am 1. Mai rückt die Feuerwehr erneut aus – wieder brennt es im Keller. Zwei Tage später, am 3. Mai, der dritte Brand: Diesmal lodern die Flammen in der sechsten Etage.

Mit 28 Einsatzkräften und 13 Fahrzeugen ist die Erkrather Feuerwehr am Dienstag gegen 23 Uhr ausgerückt. Neben der hauptamtlichen Wache waren die Löschzüge II (Millrath) und III (Trills), der Notarzt der Mettmanner Feuerwehr und deren Hubrettungsfahrzeug dabei.

Die Elektrik und das Treppenhaus der sechsten Etage wurden zerstört, Teile der Aufzuganlage und des Daches arg in Mitleidenschaft gezogen. „Das dürften 60 000 bis 100 000 Euro werden“, mutmaßt Hausverwalter Lars Kramer.

Die Wohnung der 63-Jährigen liegt als einzige im zerstörten Treppenhaus, die der anderen neun Parteien aus der sechsten Etage reichen rechts und links nach draußen, sind über durchgehende Balkone erreichbar.

Direkt neben der Haustür der Seniorin hängen die verrußten Überreste des Sicherungskastens, über den sich der Brand offenbar ausbreitete und auch Teile des Aufzugsschachts in Mitleidenschaft zog.

Die Milchverglasung ihrer Wohnungstür ist schwarz, teilweise zersplittert und notdürftig geflickt. „Ich bin froh, wenn gleich mein Sohn kommt“, sagt sie.

Laut Polizei wurde ein Haufen Unrat angezündet, der im Treppenhaus abgelegt worden war. „Möglicherweise hat es sich dann in den Sicherungskasten gefressen“, so Polizeisprecher Frank Sobotta.

Strom- und Wasserversorgung durch Feuer zerstört

„Die neun Parteien aus dem Obergeschoss werden zeitweise ihre Wohnungen verlassen müssen“, sagt Lars Kramer von der gleichnamigen Wohnungsverwaltungs-GmbH. „Schließlich gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Die Versorgung im Obergeschoss ist komplett dem Feuer zum Opfer gefallen.“

Kramer ist zwar erst ab 1. Juli offiziell neuer Hausverwalter, hat aber schon jetzt mehr zu tun, als ihm lieb ist. „Ich kann die Leute doch nicht allein lassen“, sagt er, während er sich nach dem Befinden der Bewohner erkundigt.

Derweil hat die Kripo erste Vernehmungen durchgeführt. „Die Kollegen rütteln und schütteln überall“, sagt Frank Sobotta. Nach WZ-Informationen gab es sogar schon einen dringend Tatverdächtigen. Allerdings soll er für den jüngsten Brand ein Alibi haben. In jedem Fall, so Sobotta, „werden wir die Eisenstraße verstärkt beobachten“.

Verstärkt ins Visier nehmen wird das Gebäude ab sofort auch ein privater Wachdienst. „Schließlich können wir nicht tatenlos zusehen, bis wieder etwas passiert“, sagt Lars Kramer.

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