Zum dritten Mal hat der Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt einen Karnevalströdel organisiert.

Zum dritten Mal hat der Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt einen Karnevalströdel organisiert.
Traudel Freund, Claudia Kluth und Angela Boeckhaus sind ganz angetan vom regen Interesse am Karnevalströdel.

Traudel Freund, Claudia Kluth und Angela Boeckhaus sind ganz angetan vom regen Interesse am Karnevalströdel.

Dietrich Janicki

Traudel Freund, Claudia Kluth und Angela Boeckhaus sind ganz angetan vom regen Interesse am Karnevalströdel.

Erkrath. Für Sören ist eins mal ganz klar: dieses Jahr ist er an Karneval ein Ritter. Ein richtiger Ritter mit richtiger Ritterausrüstung. Und genau danach sucht der Fünfjährige jetzt beim Karnevalströdel, er wühlt gemeinsam mit Mama Katrin in den zahlreichen Kisten, schiebt an den dich behängten Kleiderstangen die Kostüme auseinander: Cowboy, Indianer, Plüschgiraffe, Elefant, Frosch, alles da- nur keine Rüstung. „Ihr hättet eher hier sein müssen“, versucht Traudel Freund vom veranstaltenden Kirchenchor zu erklären, „als wir die Tür geöffnet haben, hat man uns schon die Bude eingerannt und wie verrückt gekauft.“

Und zum farbenfrohen Kleid gibt’s noch eine Perücke

Auch Irene Esch sucht nach dem passenden Karnevalsoutfit, ein langes, farbenfrohes Kleid gefällt Ihr spontan sehr gut. „Was das nun genau sein soll, weiß ich nicht, aber ich finde es richtig hübsch. Dazu eine Perücke, fertig“, erklärt die Unterbacherin und hält sich das Kleid vor dem Spiegel an den Körper, „könnte passen, oder?“ Traudel Freund nickt zustimmend. Sie selbst trägt etwas Kopfschmuck, im Hintergrund laufen Karnevalslieder. Dann deutet sie Richtung Perücken: die Rastahaare passen defintiv nicht, auch die „Vokuhila“ (Vorne kurz- hinten lang) Frisur entspricht nicht so richtig den Vorstellungen von Irene Esch. Eine silberne Glatthaarperücke ist der Kundin direkt ins Auge gesprungen. Kurzerhand stülpt sie die Kunsthaare über und schaut sich damit im Spiegel an. „Hm, nicht schlecht“, bewertet sie selbstkritisch ihren neuen look,“ aber der Pony ist ja viel zu lang“. Alle Kostüme, die auf dem Trödel angeboten werden, sind Spenden. Vor allem für Erwachsene gibt es ein außergewöhnliches Angebot, das weit über die Klassiker (Polizist, Krankenschwester, Clown) hinausgeht.

„Schauen Sie mal hier“, rät Traudl Freund einer weiteren Kundin, die noch unschlüssig bezüglich ihrer Kostümwahl ist. „Hier, das ist ein Jakobssister-Kostüm, sogar mit Plüschpudel und das hier“- die Veranstalterin hebt einen weiß- goldenen Schlaghosenzweiteiler von der Stange, „ist ein 70er Jahre ABBA- Kostüm.“ Die Auswahl ist riesig, offensichtlich haben die Anwesenden viel Spaß, setzten sich gegenseitig Perücken oder übergroße Brillen auf.

Nur Sören ist ziemlich frustriert. Dann aber entdeckt Mama Katrin etwas spannendes in einer Wühlkiste. „Schau mal, der FBI-Gürtel hier mit Pistolenlauf.“ Der Fünfjährige ist begeistert. Noch ein Cowboyhut für ihn und den kleinen Bruder Erik und die beiden Jungs sind besänftigt, Mama Katrin dementsprechend erleichtert. „Besser als nichts“, sagt sie und streichelt ihrem Sohn über den Kopf. Sören muss aber trotzdem noch eins klarstellen. „Ich geh aber trotzdem als Ritter, Mama, wir müssen halt noch weitersuchen.“ Traudl Freund lacht und freut sich über das rege Treiben beim Karnevalströdel. „Es macht einfach unheimlich viel Spaß und das Geld, was dabei zusammenkommt, kommt zum größten Teil unserem Chor zu Gute.“

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