Zimmermann hat die Produktion eingestellt. Auskunft über die Folgenutzung des Geländes gibt der Lieken-Konzern nicht.

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Verwirrendes Schild: „Logi-K“ ist nicht etwa neuer Mieter im ehemaligen Gebäude von Zimmermann-Toast an der Max-Planck-Straße, sondern Zweig des Lieken-Konzerns – und auch schon längst ausgezogen.

Verwirrendes Schild: „Logi-K“ ist nicht etwa neuer Mieter im ehemaligen Gebäude von Zimmermann-Toast an der Max-Planck-Straße, sondern Zweig des Lieken-Konzerns – und auch schon längst ausgezogen.

Dirk Thomé

Verwirrendes Schild: „Logi-K“ ist nicht etwa neuer Mieter im ehemaligen Gebäude von Zimmermann-Toast an der Max-Planck-Straße, sondern Zweig des Lieken-Konzerns – und auch schon längst ausgezogen.

Erkrath. „Seit dem 2. Dezember sind die Öfen aus“, sagt Michael Schenk (54). „Das war unser letzter Produktionstag.“ Für das ehemalige Betriebsratsmitglied der Zimmermann GmbH & Co. KG, einem Tochterunternehmen des Brotspezialisten Lieken, hat aber nicht erst im Dezember das große Zittern begonnen.

Denn die Frage, wie es weitergehen soll, stellt er sich schon seit Mitte April, als der Toastfabrikant („Golden Toast“) an der Max-Planck-Straße seine Schließungspläne bekannt gab. „Wir waren wir vor den Kopf gestoßen“, sagt Schenk. „Schließlich war der Pachtvertrag für das Firmengelände erst im Herbst 2009 um weitere zehn Jahre verlängert worden. Von roten Zahlen war nie die Rede gewesen.“

Von mehr als 100 Mitarbeitern haben vier einen neuen Job gefunden

Unterm Strich durften seitdem mehr als 100 „Zimmermänner“ nach und nach ihre Spinde räumen. „Vier, fünf Fachkräfte sind in die Lieken-Großbäckerei in Lünen übernommen worden“, so Schenk. „Der Rest muss sehen, wie er zurechtkommt.“

Völlig offen ist auch die Frage, wer oder was Zimmermann folgt. „Nachdem wir monatelang weder von Lieken noch von Zimmermann etwas gehört und selbst erst aus der Presse von dem Firmen-Aus erfahren haben, liegt inzwischen die Kündigung für die Immobilie auf dem Tisch“, sagt Caroline Steinchen vom Marketing- und Vermietungsmanagement der Drestate Services GmbH in Frankfurt.

Ihr Unternehmen verwaltet das Eigentum der Summit Wheel Estate Grey GmbH, der wiederum das Firmengelände an der Max-Planck-Straße gehört. „Allerdings haben wir widersprochen. Schließlich wurde der Vertrag vor nicht allzu langer Zeit verlängert – und es gibt keine Ausstiegsklausel.“

Stadt denkt an ihre Steuereinnahmen

Die Großbäckerei Zimmermann GmbH & Co. KG produzierte täglich bis zu fünf Millionen Toastbrotscheiben – darunter das bekannte „Golden Toast“. Von der Max-Planck-Straße aus wurden 200 Supermärkte beliefert. Insgesamt hatte Zimmermann 107 Mitarbeiter.

Die Lieken Brot- und Backwaren GmbH beliefert täglich 17.500 Lebensmitteleinzelhandelsfilialen in ganz Deutschland mit Brot und Backwaren. Zum Lieken-Konzern gehört das Logistikunternehmen Logi-K. Der Umsatz der Lieken-Gruppe mit rund 5.000 Mitarbeitern lag 2009 nach eigenen Angaben bei etwa einer Milliarde Euro.

Das hat zur Folge, dass sich Lieken selbst auf die Suche nach einem Nachmieter machen muss. Wie weit das Unternehmen damit gekommen ist, weiß bisher aber niemand. Die Pressesprecherin ist in Urlaub, und ansonsten ist angeblich niemand in der Lage, über den aktuellen Stand der Dinge zu sprechen.

Im Nebel stochert auch die Stadt, die mit Blick auf Gewerbesteuer größtes Interesse daran hat, dass ein Nachfolger gefunden wird. „Es wurde schon mal ein Name gehandelt“, sagt Bürgermeister Arno Werner – ohne ihn jedoch preiszugeben. „Aber auf dem Laufenden sind wir nicht.“ Werner glaubt allerdings, „dass es wieder ein Großbäcker wird. Schließlich ist die gesamte Bebauung daraufhin zugeschnitten“.

Die Firma Logi-K, deren Schriftzug aktuell am ehemaligen Zimmermann-Sitz prangt, ist es aber nicht. Logi-K ist ebenfalls eine Tochter von Lieken und zuständig für deren Spedition. „Wir sind seit Anfang Dezember nicht mehr dort“, so eine Sprecherin des Logistikers.

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