Die Stadt möchte den Ascheplatz verkaufen, dort sollen Einfamilienhäuser entstehen. Der SSV Erkrath sieht dies ein.

Der alte Ascheplatz an der Gink soll verkauft werden.
Der alte Ascheplatz an der Gink soll verkauft werden.

Der alte Ascheplatz an der Gink soll verkauft werden.

Achim Blazy

Der alte Ascheplatz an der Gink soll verkauft werden.

Erkrath. So knapp 10 000 Quadratmeter groß ist ein Fußballfeld. Das ist nicht richtig viel Platz, aber es würde reichen für einen Investor, der auf so einer Fläche ein paar Häuser bauen könnte. Die Stadt hätte ein bisschen Geld verdient, was den klammen Kassen gut tun würde. So ungefähr sieht die Rechnung aus, wenn denn in der kommenden Woche die Politiker ihr Einverständnis geben.

Seit es Kunstrasen gibt, ist Asche nicht mehr so angesagt

Der Sportplatz, den die Stadt gerne verkaufen würde, liegt in Alt-Erkrath an der Gink. Direkt hinter der Regiobahn liegt der Fußballplatz, der als Tennenplatz angelegt ist. Früher sagte man einfach „Asche“, der Ball sprang in die unmöglichsten Richtungen. Wer ausrutschte, konnte sich sicher sein, dass man das auf der Haut sehen und spüren konnte. Seit in Erkrath der Kunstrasenplatz eröffnet wurde, ist Asche nicht mehr so angesagt.

Der SSV Erkrath hat den kompletten Trainings- und Spielbetrieb seiner Jugend- und Seniorenmannschaft ins Toni-Turek-Stadion verlagert. Seit zwei Jahren wird der Sportplatz Gink nur noch von zwei Mannschaften benutzt. Alle zwei Wochen trainieren dort die Alten Herren des SSV Erkrath. Darüber hinaus trainieren und spielen dort die „Jungen Christen Düsseldorf“. Alle zwei Wochen wird dort ein Spiel in der Christlichen Fußball-Liga ausgetragen. Die Alt-Herren-Mannschaft des SSV Erkrath könnte aber auch im Toni-Turek-Stadion trainieren. Für die „Jungen Christen Düsseldorf“ gibt es in Erkrath keine alternativen Trainingsmöglichkeiten. Weil es sich aber um eine Düsseldorfer Fußballmannschaft handelt, wäre es aus Sicht der Stadt „nicht zwingend erforderlich“, für diese Mannschaft eine Alternative zur Verfügung zu stellen. Dazu kommt: Aufgrund der geringen Belegung des Sportplatzes hat der SSV Erkrath bereits vor einigen Jahren auch auf die bisherige Nutzung des Vereinsheims auf dieser Anlage verzichtet.

Der Verein „Ercroder Jonges“ hat Anfang des Jahres bei der Stadt angefragt, ob das Vereinsheim sowie ein weiterer Raum in der ersten Etage des Umkleidegebäudes für die Errichtung eines Heimatmuseums angemietet werden könnte. Doch es wurde bislang kein Mietvertrag abgeschlossen.

Mit einem Verkauf des Sportplatzes an einen Investor oder Bauträger könnte nicht nur ein Erlös erzielt werden. Zudem könnten Gelder für die Unterhaltung des Platzes, Bewirtschaftungskosten für das Umkleidegebäude etc. eingespart werden. Der Vorstand des SSV Erkrath wurde von der Stadt nach seiner Meinung gefragt: Der Sportplatz an der Gink spiele demnach für den SSV Erkrath grundsätzlich eine Rolle. Man habe vor, die Jugendmannschaften von zehn auf 14 Mannschaften deutlich aufzustociken.

SSV will der bevorstehenden Schließung nicht widersprechen

„Eine Aufgabe der Sportstätte würde somit unsere Wachstumspläne im Jugendbereich sowie die Lagerkapazitäten deutlich einschränken“, heißt es in der Stellungnahme. Vor dem Hintergrund der „nennenswerten wirtschaftlichen Interessen der Stadt möchten wir der Schließung jedoch nicht widersprechen“, so der SSV. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn sie eine Garage oder Container als Lagerfläche erhalten könnte. Die Politiker beraten in der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag darüber. Los geht es um 17 Uhr im Rathaus.

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