Weil sich Lastwagenfahrer nicht an die Vorgaben zum Maximalgewicht ihrer Fahrzeuge halten, muss eine Brücke erneuert werden.

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Der darf: Busse bleiben unter den zulässigen 16 Tonnen Gesamtgewicht. Da aber auch viel zu schwere Sattelzüge die Brücke auf der Morper Allee nutzen, muss sie jetzt erneuert werden.

Der darf: Busse bleiben unter den zulässigen 16 Tonnen Gesamtgewicht. Da aber auch viel zu schwere Sattelzüge die Brücke auf der Morper Allee nutzen, muss sie jetzt erneuert werden.

Dirk Thomé

Der darf: Busse bleiben unter den zulässigen 16 Tonnen Gesamtgewicht. Da aber auch viel zu schwere Sattelzüge die Brücke auf der Morper Allee nutzen, muss sie jetzt erneuert werden.

Erkrath. „Sie glauben ja nicht, was hier teilweise los ist“, hatte Armin Rosenkranz, der direkt in der S-Kurve an der Morper Allee kurz vor der Kreuzung zur Düsseldorfer Straße wohnt, unlängst gesagt. Anlass war die Raserei auf der Straße.

Aber aus seiner Sicht gibt es neben dem steten Überschreiten des Tempolimits von 30 Stundenkilometern ein weiteres Problem: und zwar den Schwerlastverkehr, der tagtäglich von der Düsseldorfer Straße aus über die Allee zum Beispiel in Richtung Ludenberger Straße oder Steinhof rollt, wo Gewerbeunternehmen ansässig sind. „Und dieser Schwerlastverkehr geht natürlich in beide Richtungen“, sagt Rosenkranz.

16 Tonnen sind zulässig – 38 000 Kilo aber keine Ausnahme

Was ihm Sorgen bereitet, ist die Tragfähigkeit der Brücke, die direkt vor seiner Haustür über die Düssel führt. „Sie ist maximal für 16-Tonner ausgerichtet“, sagt Armin Rosenkranz. „Da sind aber auch 38-Tonner dabei“, sagt der Anwohner. „Und es gibt Begegnungsverkehr.“

Als Gipfel habe er einmal einen Fahrer eines Schwerlasters beobachtet. „Der ist glatt aus seinem Monster-Truck ausgestiegen, auf die Brücke marschiert und hat mit den Füßen gewippt – offenbar, um einzuschätzen, ob sie das Gewicht seines Sattelzuges aushält“, sagt Rosenkranz. „Wie das funktionieren sollte, weiß ich zwar nicht. Aber danach ist der Fahrer zurück in sein Führerhaus und mit dem Riesending über die Brücke gefahren.“

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. „Das sollte zwar nicht so sein, ist aber so“, bestätigt der stellvertretende Leiter des Tiefbauamtes, Ralf Kentgens. „Aber wir haben kaum andere Möglichkeiten, als eine entsprechende Beschilderung vorzunehmen.“ So stehen in beiden Fahrtrichtungen deutliche Warnhinweise auf die zugelassene Tonnage.

Navigeräte zeigen den kürzesten Weg

„Die Navigationsgeräte zeigen dem Fahrer natürlich den kürzesten Weg“, sagt Erkraths Polizeichef, Hauptkommissar Jürgen Kullmann. Und der führe von der Düsseldorfer Straße nun mal über die Morper Allee. Allerdings werde die Polizei die nächsten Geschwindigkeitsmessungen zum Anlass nehmen, das Überschreiten der zulässigen Traglast zu kontrollieren.

Die Stadt Erkrath und damit die Steuerzahler kommt das Ganze teuer zu stehen. Wie Ralf Kentgens sagt, muss die Brücke erneuert werden. Zum einen, weil die Brückenunterkante zu tief liegt und bei einem Düssel-Hochwasser Wasser und Unrat aufgestaut werden. Zum anderen, weil der Lkw-Verkehr dafür sorgt, dass das Bauwerk ausleiert.

„Die Brücke ist verkehrssicher“, sagt Kentgens. Aber im kommenden oder im übernächsten Jahr müsse mit Abriss und Neubau samt höherer Tonnage begonnen werden. Satte 300 000 Euro werden veranschlagt – umgelegt auf Erkraths 46 000 Einwohner 6,52 Euro pro Kopf.

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