Pfarrer Ludwin Seiwert gab einen Überblick über Bibeltexte. In einigen Evangelien kommt das Thema gar nicht vor.

Erkrath. Im Vatikan ist die Krippe auf dem Petersplatz bereits abgebaut, im Rheinland bleiben die Krippenfiguren in vielen Kirchen aber noch weiter stehen. So auch in Hochdahl in der Kirche Heilig Geist, wo sie eine passende Kulisse für den Bibelkursus bildete. Vor rund 150 Teilnehmern sprach Pfarrer Ludwin Seiwert über das Thema „Was geschah Weihnachten wirklich?“

„In der Bibel steht nichts von einem Stall oder von Schafen, da steht auch nichts von den Heiligen Drei Königen. Aber bauen Sie Ihre Krippe ruhig auch im nächsten Jahr wieder auf“, ermunterte der Pfarrer die Zuhörer, und ergänzte: „Eine Krippe will nicht unbedingt zeigen, was vor 2000 Jahren an Weihnachten geschehen ist, sondern was Weihnachten bedeutet.“

Das Fest, wie wir es heute feiern, sei erst im Laufe von vielen Jahrhunderten entstanden. „Für die frühesten Christen war die Geburt und Kindheit Jesu noch kein wichtiges Thema. Sie interessierten sich viel mehr für seine Predigt, seinen Tod und seine Auferstehung.“ Seiwert gab einen Überblick über die verschiedenen Texte, die in der Bibel gesammelt sind. Die ältesten Schriften vom Apostel Paulus und vom Evangelisten Markus enthalten noch gar nichts zum Thema Weihnachten. Das Lukasevangelium erzählt von den Hirten, um deutlich zu machen: Jesus ist für die Armen gekommen. Und Matthäus schreibt von den Weisen aus dem Morgenland, weil er überzeugt ist: Jesus ist für alle Völker wichtig.

„Die Bibeltexte wollen wie die Kunstwerke eines Malers den Glauben anschaulich machen“, erläuterte Seiwert. Er verwies auf die Weihnachtsbriefmarke, die 2017 als Sondermarke von der Deutschen Post herausgegeben wurde: „Da sieht man das Weihnachtsbild von Stefan Lochner, das sich im Kölner Dom befindet. An der Krippe stehen die Kölner Stadtpatrone und die Ratsherren aus der Zeit des Künstlers. Warum soll man nicht einmal eine Krippe bauen mit Erdogan, Putin und Trump?“

Mit vielen Anregungen zum Nachdenken gingen die Teilnehmer nach Hause. Wer sich näher mit der Entstehung der Bibel befassen wollen, kann dies am Samstag, 27. Januar, bei einem Bibeltag im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen-Werden tun. Näherer Auskunft dazu gibt es im Haus der Kirchen am Hochdahler Markt, bei Pfarrer Seiwert unter Telefon 02104/8172460, oder per E-Mail. Red

ludwin.seiwert@erzbistum- koeln.de

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