Ein Brief war Anlass für Ludwin Seiwert, beim jüngsten Treffen auch auf die Ursprünge der Texte in der Heiligen Schrift einzugehen. Zudem sprach er über Propheten und ihre Aufgabe.

Ludwin Seiwert freute sich über die große Anzahl von Teilnehmern am Bibelkurs. Archiv
Ludwin Seiwert freute sich über die große Anzahl von Teilnehmern am Bibelkurs. Archiv

Ludwin Seiwert freute sich über die große Anzahl von Teilnehmern am Bibelkurs. Archiv

Nicole Marschall

Ludwin Seiwert freute sich über die große Anzahl von Teilnehmern am Bibelkurs. Archiv

Erkrath. Das Interesse an dem Bibelkurs von Ludwin Seiwert zieht immer weitere Kreise. Zum jüngsten Termin war die Heilig-Geist-Kirche erneut voll besetzt und der Diskurs hitzig. Seiwert war an diesem Morgen von einem anonymen Brief überrascht worden. Beeindruckt von einem Zeitungsbericht über den Kurs, meint der Absender, Seiwert müsse sich vor dem Herrgott für sein „unüberlegtes Gerede“ verantworten. Seiwert wiederum ist überzeugt, sich verantwortungsbewusst mit der Heiligen Schrift zu befassen. Weiter schreibt der anonyme Verfasser: „Ich werde für Sie beten, dass sich ihre Gedanken und Ideen ändern und zur Einsicht kommen“, und „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass Sie zur Erkenntnis kommen, dass die Bibel das von Gott inspirierte Wort und die Wahrheit ist.“

Referent will Zuhörern auch die Entstehung der Bibel erläutern

Seiwert hat der Brief dazu bewegt, noch einmal den Zweck der monatlichen Zusammenkünfte zu verdeutlichen: „Ich möchte, dass Sie auch die Entstehung der Bibel kennen, verstehen und merken, welche Absicht hinter den Texten steht. Das ist wichtig und nicht nur der Bibeltext selber.“ So gebe es neben den biblischen Texten geschichtlicher und prophetischer Natur auch solche dichterischer Art: „Was ein Maler etwa mit einem Heiligenschein ausdrücken möchte, das kann ein Dichter mit einer Erzählung ausdrücken.“

Als Beispiel erinnerte Seiwert an die fantastische Geschichte vom Walfisch und Jona: „Fragen ist nicht etwas, das den Glauben auflöst, sondern etwas, was ihn vertieft und weiter führt.“ Denn das Evangelium sei aus Sicht der katholischen wie der evangelischen Kirche das Wort Gottes in menschlicher Sprache.

Thema des Abends war Wissen der Propheten, die Seiwert „Dolmetscher Gottes“ nannte. Messianische Zukunftsvoraussage sei nur die bekannteste von vielen Formen der Prophezeiung: „Der Prophet ist in erster Linie einer, der den Menschen ins Gewissen redet.“ Es gebe auch Gerichtspropheten, die nicht versuchen, die Menschen zur Umkehr zu bewegen, dafür aber wie Jesaja den Menschen Einblick ins Wesen Gottes ermöglichen.

Kirche steht zu allen Zeiten in der Gefahr, einseitig zu wirken

Eine mögliche Erkenntnis der Menschen dadurch sei, so Seiwert: „Gott leidet an seinem Volk Israel.“ Exemplarisch dafür studierten die Kursisten gemeinsam das Weinberg-Lied aus Jesaja 5,1-7. Dort heißt es emphatisch über Gottes enttäuschte Erwartung an sein Volk: „Er hoffte auf Rechtsspruch – doch siehe da: Rechtsbruch, auf Rechtsverleih – doch siehe da: Hilfegeschrei.“ Ein Teilnehmer fragte: „Wo ist hier der Gott der Barmherzigkeit, von dem oft gepredigt wird?“ In diesen Versen sei er nicht zu finden, so Seiwert. Die Kirche stehe zu allen Zeiten in der Gefahr, einseitig zu wirken. Umso wichtiger sei es, auf den sprechenden Gott zu hören.

Nächster Termin: Montag, 6. Februar, 20 Uhr. Kirche Heilig Geist, Brechtstraße 3. Thema: Unterschiede des Gottesbildes im alten und neuen Testament.

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