Seitdem der Schnee geschmolzen ist, betreiben die Mitarbeiter des Bauhofs auf Erkraths Straßen Schadensbegrenzung.

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Riesige Krater, wie hier am Bahnhof Hochdahl, gibt es in Erkrath derzeit vielerorts.

Riesige Krater, wie hier am Bahnhof Hochdahl, gibt es in Erkrath derzeit vielerorts.

Dirk Thomé

Riesige Krater, wie hier am Bahnhof Hochdahl, gibt es in Erkrath derzeit vielerorts.

Erkrath. Eis und Schnee sind inzwischen zwar abgetaut. An ein gefahrloses Autofahren ist trotzdem nicht zu denken. Denn Erkraths Straßen befinden sich in einem bedauernswerten Zustand. Risse und Schlaglöcher so weit das Auge reicht. Teils haben die Krater solche Dimensionen, dass eine unvorsichtige Fahrt ruckzuck in der Werkstatt enden könnte.

Besonders schlimm getroffen hat es die Hauptstraße in Hochdahl

„Das ist echt schlimm“, bestätigt Ralf Kentgens vom städtischen Tiefbauamt. „Der Frost und der Schnee haben ganze Arbeit geleistet.“ Allerdings sind den Reparatur-Teams des Bauhofs derzeit noch die Hände gebunden. „Wir können aktuell nicht mehr als Flickschusterei betreiben“, gibt der künftige Stellvertreter von Tiefbauamtschef Heinz-Peter Heffungs zu. „Es ist einfach zu kalt und nass, um vernünftig sanieren zu können. Außerdem ist der Winter noch nicht vorbei. Wer weiß, was bis Februar, März noch auf uns zukommt.“

Dennoch sind die Bauhof-Teams verstärkt auf den Straßen unterwegs, um wenigstens die schlimmsten Schäden zu reparieren und insbesondere die Hauptverkehrsstraßen so gut es geht wieder befahrbar zu machen.

„Ganz besonders heftig hat es die Hauptstraße in Hochdahl erwischt“, sagt Ralf Kentgens. Die gröbsten Löcher seien dort aber inzwischen geschlossen worden. „Unsere Kontrolleure klappern momentan das ganze Stadtgebiet ab. Wo es ganz schlimm ist, wird natürlich sofort reagiert.“ So, wie auf der Fuhlrottstraße, wo zwar keine tiefen Löcher sind, es aber die Masse macht, wie Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs ergänzt.

Je älter die Straßen sind, umso größer werden die Probleme

Insgesamt rund 230 Straßenkilometer fallen in den städtischen Zuständigkeitsbereich, den Rest teilen sich der Kreis Mettmann als Baulastträger für die Kreisstraßen und Straßen NRW als verantwortliche Institution für die Landstraßen.

Bitumen ist ein komplexes Gemisch, das durch Destillation von Rohöl zu Petroleum entsteht. Rund 80 Prozent des in Deutschland produzierten Bitumens wird zusammen mit Mineralstoffen wie Sand und Splitt als Bindemittel bei der Herstellung von Asphalt verwendet.

Weil es zurzeit noch zu kalt und nass ist, können die Straßen nicht großflächig saniert, sondern nur geflickt werden. Dazu werden die Schlaglöcher mit Kaltbitumen ausgegossen. Besonders bei alten Straßen steigt durch lange Frostperioden der Sanierungsbedarf.

Ein weiteres Problem ist für Heffungs das Alter der Straßen. „Im Laufe der Zeit lässt die Elastizität des Bitumens, also der Asphaltoberfläche, nach. Er wird spröde“, erklärt der Experte. „Eine Folge ist, dass Regenwasser durchsickert und bis in den frostfreien Straßenaufbau gelangt. Friert dieses Wasser, wird das Volumen größer und bringt die Straßendecke zum Platzen.“ Daher würden die Ausmaße der Schäden von Jahr zu Jahr eher schlimmer statt besser.

Eigentlich hätten viele Straßen eine Grundsanierung nötig. Doch zum einen sprengt das die finanziellen Möglichkeiten nicht nur der Stadt Erkrath. „Zum anderen fehlt dafür das Personal“, so Heffungs. Ergo bleibe oft nichts anderes übrig, als auszubessern. Wobei Straßen, „die mit Flicken nicht mehr zu retten sind“, natürlich komplett erneuert werden. Doch bis es so weit ist, muss erst der Frühling ins Land ziehen. „Damit jetzt schon loszulegen, wäre nicht sinnvoll.“

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