Am Dienstag wurde auf der Karschhauser Straße in Erkrath ein Malteser-Mischling von einem Wagen überfahren.

Erkrath
An der Karschhauser Straße in Höhe der Hausnummer 23 wurde der Hund überfahren.

An der Karschhauser Straße in Höhe der Hausnummer 23 wurde der Hund überfahren.

Der kleine Piet wurde nur ein jahr alt.

M. Nacke, Bild 1 von 2

An der Karschhauser Straße in Höhe der Hausnummer 23 wurde der Hund überfahren.

Erkrath. Piet war der Familienliebling. Jetzt ist er tot. Der kleine Wuschel wurde am Dienstag um 14.30 Uhr auf der Karschhauser Straße in Höhe der Hausnummer 23 überfahren, als er unangeleint plötzlich rückwärts auf die Fahrbahn lief. Ein roter Pkw, der nach Angaben der Zeugen dort mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, erfasste das Tierchen und überrollte es. Obwohl einige Zeuginnen noch versuchten, durch Rufen und Handzeichen die Fahrerin zum Anhalten zu bewegen, setzte diese ihre Fahrt in Richtung Hochdahler Markt fort. Um das überrollte Hündchen kümmerte sie sich nicht.

Gerade mal ein Jahr ist der kleine Yorkshire-Malteser-Mix geworden, erzählte am Mittwoch die Mutter des tieftraurigen Frauchens Jasmin Schmidt. Mutter Natascha Lodovici berichtet, mit welch liebevoller Sorge die Tochter das kranke Tierchen vom Tierschutz übernommen und aufgepäppelt hatte. „Wir haben viel Nerven und Tränen investiert“, sagt sie.

Besitzerin ist vom Unfall völlig geschockt

Dass Piet jetzt nach einem Jahr so ums Leben kam, ist nicht nur für seine Besitzerin ein Schock. Nur ganz kurz habe sie das Tierchen vor der Tierarztpraxis von der Leine gelassen und mit Kolleginnen gesprochen, als es rückwärts auf die Straße gegangen sei. Alles Schreien nutze nichts mehr. Das weiße Knäuelchen war nach dem Überfahren sofort tot. Die Fahrerin schien die Katastrophe nicht bemerkt zu haben und fuhr weiter.

Am Mittwoch soll sich die flüchtige Fahrerin dann doch weinend in der Tierarztpraxis gemeldet haben, erzählt Natascha Lodovici. Später erfuhren auch die Besitzerin und ihre Mutter, wer die Fahrerin war. „Meine Tochter wollte nur gerne wissen, warum die Fahrerin nach dem Unfall nicht angehalten hatte und wieso sie so schnell unterwegs war“, sagt Lodovici. Viel Schuld gibt sich die Fachangestellte der Tierarztpraxis Hoffmann und Metzger, Jasmin Schmidt, allerdings selbst an dem Unfall, weil Piet nicht an der Leine war. „Aber auch Kinder lässt man doch mal eine Minute von der Hand los“, soll sie verzweifelt zu ihrer Mutter gesagt haben. „Ich hätte Piet trotzdem nicht laufenlassen dürfen.“

Hundehalterin kann Fahrerein beschreiben

Bei der Polizei hatte sich die Unfallfahrerin bis Mittwochnachmittag allerdings noch nicht gemeldet. Sie wird immer noch gesucht. Außerdem wurde gegen die Frau ein Strafverfahren wegen Verkehrsunfallflucht eingeleitet. Maßnahmen zur Spurensicherung und weitere Ermittlung wurden veranlasst. Bei dem flüchtigen Wagen handelt es sich um einen roten Pkw, vermutlich einen VW-Golf mit Mettmanner Städtekennung. Die Fahrerin wird wie folgt beschrieben: ca 45 bis 50 Jahre alt, korpulent, mit dunkelblonder bis brauner Kurzhaarfrisur. Sachdienliche Hinweise zur Klärung der Verkehrsstraftat nimmt die Polizei in Erkrath unter Telefon 02104 94806450 entgegen.

Verkehrsunfallflucht kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren gemäß § 38 StGB oder einer Geldstrafe gemäß § 40 StGB bestraft werden. Daneben droht die Entziehung der Fahrerlaubnis. Nach § 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB wird die Fahrerlaubnis in der Regel entzogen, wenn der Täter weiß oder wissen kann, dass bei einem Unfall ein Mensch getötet oder nicht nur unerheblich verletzt worden oder an Sachen bedeutender Schaden entstanden ist. Bei einem Großteil der Fälle geht es um die Frage, ob ein bedeutender Schaden vorliegt.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer