In diesem Jahr ließ sich Bürgermeister Arno Werner beim „Rathaussturm“ zwei Türöffner abjagen.

altweiber
Der Möhnen fette Beute: Bürgermeister Arno Werner (Mitte) hat die Rathausschlüssel der weiblichen Übermacht ausgehändigt.

Der Möhnen fette Beute: Bürgermeister Arno Werner (Mitte) hat die Rathausschlüssel der weiblichen Übermacht ausgehändigt.

Dirk Thomé

Der Möhnen fette Beute: Bürgermeister Arno Werner (Mitte) hat die Rathausschlüssel der weiblichen Übermacht ausgehändigt.

Erkrath. Die Luftschlangen im Stadthallenfoyer hängen bis auf Augenhöhe herunter, die Karnevalsmusik wummert bis zur Straße. Mit Standarten marschieren „Die letzten Hänger“ und die „Große Erkrather Karnevalsgesellschaft“ ein – und schunkeln erst mal eine Runde.

Bürgermeister Arno Werner, mit buntem Flickenfrack und Hut, muss die Schlüssel abgegeben. Gleich zwei der Schließwerkzeuge hat er zum Altweiberball in die Stadthalle mitgebracht – damit beide Karnevalsgesellschaften Beute machen können.

Ein Ständchen fürs Geburtstagskind

Weil er außerdem Geburtstag hat, bekommt Werner aber zunächst Ständchen. Die „schwarze Regina“ Wedding (CDU) überreicht einen Rosenstrauß, vertritt dabei zugleich die „rote Edeltraud“ von Venrooy (SPD), die wegen eines Krankheitsfalls fehlt. „Die letzten Hänger“ schenken dem engagierten Läufer Werner ein T-Shirt für die sportliche Seite des Lebens.

Dann wird es ernst: Vor dem Bierstand an der Tanzfläche im Foyer verteidigt Werner seine Schlüssel mit der bloßen Kraft seiner Hände. Ob die den Zugang zur Stadtkasse verschaffen oder zum Millionenloch darin, lässt Hoppeditz Richard Voges offen. „Strengt euch an“, feuert der Stadtchef die Möhnen beider Gesellschaften an. Schließlich muss er dem Ansturm nachgeben. Als Trost wird gebützt.

Schon vor dem Stadtchef musste sich Besucher Frank Müller geschlagen geben. Sein Schlips – Chic der 1980er-Jahre – wurde von närrischen Weibern gleich zweimal gekürzt. Er ist von einer Bekannten eingeladen worden und seit 20 Jahren zum ersten Mal wieder beim Karneval dabei: „Wenn man einmal drin ist, will man nicht mehr aufhören“, sagt der 52-Jährige.

Der CDU-Chef kommt aus dem Dschungelcamp

CDU-Chef Thomas Wunder ist im Expeditionslook erschienen. Zu einem grünen Stern mit „erlebe Erkrath“ hat er den Slogan „Holt mich hier raus!“ kombiniert. Stopp bei den Gewerbegebieten, Steuererhöhungen und dann ein neues Stadtlogo: „Ich finde, das passt nicht“, stellt der Politiker fest – und stürzt sich in die Feier.

Als Gäste sind „Die schlauen Füchse“ diesmal als Teebeutel erschienen. In sieben Geschmacksrichtungen präsentieren sich die Damen von der Ganztagsbetreuung der Grundschule Millrath – mit Kräutern in den Taschen ihrer Chiffonkleider und Früchten in den Haaren. Ihr Motto: „Wir hängen uns überall voll rein“ – zum Beispiel in die Fällung von Bäumen an ihrer Schule. Für den Kinderkarneval wollen sie noch fit bleiben, meint „Erdbeere“ Birgit Hykes. „Aber heute wollen wir tanzen“, verkündet „Hibiskus“ Gaby Hartmann.

„Gleich geht es zur Doll Eck“, gibt Otto Klement von den Großen Erkrathern als Ausblick: eine Tour zum Neuenhausplatz, am Abend dann in die Marktstube, wo der Unterbacher Prinz erwartet wird. Aber erst mal rocken 300 Narren das Stadthallenfoyer zu Tanzmusik.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer