Ihr Jubiläum feiert die Suchthilfe der Diakonie mit einer Veranstaltungsreihe.

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Biz-Leiter Hans Räbiger-Stratmann und Mitarbeiterin Isabel Erven sind stolz auf die Einrichtung.

Biz-Leiter Hans Räbiger-Stratmann und Mitarbeiterin Isabel Erven sind stolz auf die Einrichtung.

Süchtig sein können Menschen nicht nur nach Alkohol oder Tabak – auch der Computer lässt viele nicht los.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Biz-Leiter Hans Räbiger-Stratmann und Mitarbeiterin Isabel Erven sind stolz auf die Einrichtung.

Erkrath. Das Jahr 2011 ist für das „Suchthilfe Beratungs- und Informationszentrum“ (Biz) der Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann ein ganz besonderes: Es wird Jubiläum gefeiert. 30 Jahre alt wird das Projekt in diesem Jahr, das als Kontaktstelle für Suchtkranke jeglicher Art und Ausprägung dient – und in dieser Zeit einige Erfolge erzielen konnte.

Drei Jahrzehnte, in denen sich einiges verändert hat, wie Biz-Leiter Hans Räbiger-Stratmann sagt: „Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Sucht in dieser Zeit schrittweise enttabuisiert wurde. Die Ratsuchenden kommen zunehmend früher und häufig aus eigenem Antrieb.“

Fast alle Mitarbeiter haben eine therapeutische Ausbildung

Eine Stigmatisierung solcher Anlaufstellen sei nicht mehr festzustellen. Räbiger-Stratmann: „Früher hieß es sofort: Zu den Psychodoktoren gehe ich nicht. Heute hat sich die Denkweise grundlegend geändert.“ Darüber hinaus sind neue Ausprägungen hinzugekommen, etwa die Computer- oder Spielsucht. Auch solcher Problematiken nimmt man sich im Biz an – eine genaue Definition ist dabei jedoch schwierig. Räbiger-Stratmann: „Es ist nicht genau festgelegt, ab wann man in solchen Fällen von Sucht sprechen kann.“

Besonders heben der Leiter des Biz und die für Suchtvorbeugung zuständige Isabel Erven hervor, dass die Erkrather Suchthilfe in einigen Bereichen eine gewisse Sonderstellung einnehme. So hätten bis auf eine Mitarbeiterin alle eine therapeutische Zusatzausbildung absolviert – auch jene Mitarbeiter, die für das ambulante betreute Wohnen verantwortlich sind.

Die Ehrenrunde ersetzt den Rückfall

„Außerdem haben wir den Begriff des Rückfalls aus unserem Vokabular gestrichen“, sagt Isabel Erven: „Aus unserer Sicht betont er ein negatives Szenario und ist kein geeignetes therapeutisches Mittel. Stattdessen hat sich bei uns die Bezeichnung Ehrenrunde etabliert.“

Neben Katy Schnee werden noch die Künstlerinnen Adelheid Stähler und Safia Kunze ihre Werke präsentieren. Einige Elternabende sowie zahlreiche Vorträge, etwa zum Thema „Sind die Migranten anders süchtig?“, runden das Angebot ab. Anmeldungen sind erwünscht, da ein Großteil der Angebote im maximal 20 Personen Platz bietenden Café des Biz-Sitzes an der Hauptstraße 9 stattfinden wird. Alle Termine und weitere Informationen zum Biz sind im Internet einzusehen.

Insgesamt zeigt sich Räbiger-Stratmann mit der Entwicklung des Biz mehr als zufrieden. „Wir haben uns professionalisiert und bürgen für hohe Qualität. Menschen, die uns zu Beginn skeptisch gegenüberstehen, sind hinterher in der Regel sehr angetan und dankbar.“

Gefeiert wird das 30-jährige Jubiläum ganz bewusst nicht mit einer einzigen Veranstaltung. Isabel Erven: „So etwas kann zwar auch schön sein, ist aber sehr schnell wieder vorbei. Wir haben uns stattdessen für eine über das ganze Jahr verteilte Veranstaltungsreihe entschieden, um so viele Interessierte wie möglich daran teilhaben zu lassen.“ Los geht es am Mittwoch, 19. Januar, mit einer Vernissage der Erkrather Künstlerin Katy Schnee. Mehr als 30 weitere Veranstaltungen sollen in diesem Jahr noch folgen.

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