Bei knapp jeder zweiten Tat bleibt es beim Versuch.

Kreis MEttmann
Viele Einbrecher lassen von ihrer Tat ab, wenn sie nicht schnell ins Haus eindringen können.

Viele Einbrecher lassen von ihrer Tat ab, wenn sie nicht schnell ins Haus eindringen können.

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Viele Einbrecher lassen von ihrer Tat ab, wenn sie nicht schnell ins Haus eindringen können.

Kreis Mettmann. Die Polizei verzeichnete in den ersten sechs Monaten im Kreis Mettmann gut 30 Prozent weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahreszeitraum (635 statt 920). Das ist mit der höchste Rückgang landesweit. Das war die gute Nachricht. Jetzt kommt die schlechte: Die Zahl der Einbrüche steigt wieder. „Im Sommer hatten wir im Schnitt einen Wohnungseinbruch im Kreis pro Tag. In den vergangenen zwei Wochen bereits wieder vier“, sagt Kriminaldirektor Johannes Hermanns.

Das deckt sich mit dem aktuellen Lagebild „Wohnungseinbruchdiebstahl in NRW“ des Landeskriminalamtes. Die Einbruchsaison startet im Oktober, so das LKA. November, Dezember und Januar sind die Monate mit den meisten Einbrüchen.

Täter arbeiten häufig in Gruppen

Hermanns hat aber auch eine Zahl parat, die aufhorchen lässt: „Im ersten Halbjahr blieben knapp 47 Prozent aller Einbrüche im Versuch stecken, 2013 waren es 39 Prozent.“ Viele Bürger haben Türen und Fenster ihrer Wohnungen offenbar besser technisch gesichert. Der Kriminaldirektor führt das auch auf die verstärkte Aufklärungsarbeit zurück. Etwa zwei Drittel aller Einbrüche werden von sehr mobilen Tätern begangen, so Hermanns: „Wenn diese Profis nicht ganz schnell ins Objekt gelangen, brechen sie ab und wechseln häufig sogar die Stadt.“ Diese Täter arbeiteten meist in Gruppen: Der Erste beispielsweise öffnet das Gebäude, der Zweite durchsucht es, der Dritte lässt die Beute verschwinden, der Vierte macht sie zu Geld: „Die Täter zerlegen die Straftaten in verschiedene Tatbestände und bringen Polizei und Justiz damit in erhebliche Beweisschwierigkeiten“, erklärt Hermanns.

Drogenabhängige dagegen – sie machen etwa 30 Prozent der Einbrecher aus – arbeiteten sich so lange an Fenstern und Türen ab, bis sie Erfolg hätten, berichtet Uwe Kohfeldt, Leiter der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hilden: „Sie sind nicht so vorsichtig, hinterlassen Spuren und sind deshalb leichter zu überführen.“

Die Kreispolizei hat eine Sonderkommission für alle Wohnungseinbrüche im Kreis in Mettmann eingerichtet. Jeder Tatort wird von der Spurensicherung untersucht. Zusätzlich hat Hermanns vier temporäre Ermittlungsgruppen eingerichtet. Die Aufklärungsquote betrug in den ersten sechs Monaten gut 31 Prozent – nach 19,67 Prozent im Vorjahreszeitraum. „Wir hatten einen guten Lauf“, meint Hermanns: „Ich bin zufrieden, wenn wir für 2014 mit einer Aufklärungsquote über 20 Prozent abschließen.“

Dennoch seien die Ermittler auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. „Wenn Sie ein komisches Gefühl haben, Ort, Zeit und Person nicht zusammenpassen, rufen Sie sofort die Polizei über Notruf 110 an“, appelliert der Kriminaldirektor an die Einwohner im Kreis. Niemand müsse sich wegen eines Fehlalarms Sorgen machen.

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