Die IHK-Umfrage hat ergeben, dass die Unternehmen im Kreis Mettmann höchst optimistisch in die Zukunft blicken.

IHK
Hochöfen im Dauereinsatz: Auch bei Autozulieferer Georg Fischer in Mettmann ist der Aufschwung der Wirtschaft angekommen.

Hochöfen im Dauereinsatz: Auch bei Autozulieferer Georg Fischer in Mettmann ist der Aufschwung der Wirtschaft angekommen.

Archiv

Hochöfen im Dauereinsatz: Auch bei Autozulieferer Georg Fischer in Mettmann ist der Aufschwung der Wirtschaft angekommen.

Kreis Mettmann. Prima Klima: Die Stimmung in den Unternehmen im Kreis Mettmann ist so gut wie schon lange nicht mehr. „Der Konjunkturaufschwung hat sich zum Jahresbeginn weiter beschleunigt.

Das Konjunkturklima übertrifft sogar seine Bestmarken aus den Boomjahren 2007 und 2008“, sagt Gerd Helmut Diestler und fasst die aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Kreis Mettmann zusammen. Fast 190 Betriebe mit knapp 20 000 Mitarbeitern haben sich beteiligt. Die Ergebnisse wurden vorgestellt.

Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen

Dass die Konjunktur wieder anziehen wird, war abzusehen – die IHK-Experten sind jedoch überrascht, mit welchem Tempo dies geschieht. Und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Diestler: „Die Wirtschaft ist sehr optimistisch, dass sich die Aufwärtsentwicklung auch im laufenden Jahr fortsetzt.“ Der Aufschwung hatte alle Branchen sowie Betriebe aller Größen erfasst.

Fast jede zweite Firma berichtet von einer guten Geschäftslage, nur jede zehnte ist unzufrieden. Die Hälfte aller Unternehmen erwartet eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftslage – das ist der zweithöchste Wert seit der Jahrtausendwende. Besonders gut gestimmt schauen Baugewerbe und Großhandel in die Zukunft, aber auch im Dienstleistungsbereich hat sich die Lage deutlich verbessert.

Poduktionsstätten sind zu 82 Prozent ausgelastet

Als weiteren Index für die brummende Konjunktur nannte Diestler die Auslastung der Produktionskapazitäten. Die ist mit 82 Prozent auf einen Spitzenwert geklettert. „Es bleibt aber noch genügend Spielraum für eine weitere Steigerung“, sagt der IHK-Volkswirt.

Der Optimismus der Unternehmen spiegelt sich auch in der Bereitschaft zu Investitionen wider: War es vor kurzem nur jeder fünfte Betrieb, der in neue Kapazitäten investieren wollte, so ist es mittlerweile jeder dritte.

Der Aufschwung erreicht auch den Einzelhandel

Besonders erfreut ist die IHK, dass der Aufschwung jetzt auch beim Einzelhandel angekommen ist. „Seit 1993 gab es kaum Steigerungen bei den Umsätzen. Nun sind auch hier die Erwartungen positiv. Das bringt Bewegung in die Innenstädte“, sagt Ulrich Hardt, Leiter der IHK-Zweigstelle Velbert.

Positive Wirkung wird die boomende Konjunktur auch auf den Arbeitsmarkt haben: Ein Viertel aller Betriebe will seinen Mitarbeiterstand aufstocken, nur acht Prozent planen einen Personalabbau. Vor allem Dienstleister, Großhandel und Bauwirtschaft wollen kräftig neue Mitarbeiter einstellen. Der Einzelhandel ist da noch zurückhaltender.

Gleichwohl herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Sorgen macht vielen Unternehmen der zunehmende Mangel an Fachkräften. Fast jeder dritte Betrieb hat oder befürchtet Engpässe. Die meisten Unternehmen wollen verstärkt auf Aus- und Weiterbildung setzen.

So haben Azubis beim Mettmanner Autozulieferer GF Automotive gute Chancen, übernommen zu werden. „Das ist unsere Art, dem Fachkräftemangel zu begegnen“, sagt Personalchef Bodo Müller.

Größere Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter setzen dagegen zunehmend auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit Hochschulen und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer