Niedrige Zinsen und steigende Mieten lassen immer mehr Menschen zu Haus- oder Wohnungseigentümern werden.

Niedrige Zinsen und steigende Mieten lassen immer mehr Menschen zu Haus- oder Wohnungseigentümern werden.
In Mettmann entstand ein Neubaugebiet an der Goldberger Straße. Luftbild: Blossey

In Mettmann entstand ein Neubaugebiet an der Goldberger Straße. Luftbild: Blossey

In Mettmann entstand ein Neubaugebiet an der Goldberger Straße. Luftbild: Blossey

Kreis Mettmann. Wer Seite fünf des Immobilienbarometers anschaut, sieht fast nur Pfeile nach oben. Die Zahl der Käufe und die Preise steigen im Kreis unaufhaltsam weiter. Lediglich beim (Ver-)kauf von Mehrfamilienhäusern stagniert der Markt, sagt der Vorsitzende des Grundstücksgutachterauschusses beim Kreis, Wolfgang Schwandke. „Die Leute kaufen, was das Zeug hält“, ist sein Fazit zum Grundstücksmarktbericht 2015. Niedrige Zinsen und steigende Mieten auf dem Wohnungsmarkt lassen immer mehr Menschen im Kreis Häusle- oder Wohnungsbesitzer werden.

Die Zahl der Kaufverträge steigt bereits seit sieben jahren

3741 Kaufverträge im Kreis in 2015 waren satte 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit kleinen Zwischentiefs steigt die Zahl seit sieben Jahren. Vor allem in Langenfeld, Hilden und Mettmann legen die Zahlen zu, in Wülfrath stagniert’s. Für 869,3 Millionen Euro wurden Grundstücke, Häuser und Wohnungen gekauft. Das sind 12 Prozent mehr als 2015. 244 Hektar bedeuteten 2015 rund 14 Prozent weniger Flächenumsatz. Der Grund: Bei steigenden Preisen und höheren Qualitätsanspruch der Käufer werden die Größen kleiner. Zudem stehen im ohnehin dicht besiedelsten Kreis Deutschlands immer weniger Flächen für Neubauten zur Verfügung.

20 Prozent mehr Käufe, sieben Prozent mehr Geldumsatz: Der Boom ist deutlich abzulesen. Die Preise steigen vor allem im Süd-Kreis, mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes entfallen auf Langenfeld und Hilden. Erkrath ist mit vier Prozent das Schlusslicht. Hilden liegt bei den Preisen in NRW weiter unter den Top Ten. Mit 430 Euro pro Quadratmeter bewegt man sich in der Liga von Aachen, Meerbusch und Dortmund.

8,5 Prozent legte der Geldumsatz zu, auch die Fläche (11 Prozent) und die Zahl der Käufe (14,5 Prozent) stiegen deutlich an. Bei insgesamt 557 Millionen Euro Umsatz waren Langenfeld (142), Hilden (99), Mettmann (73) und Monheim (61) die Spitze. Bei 85 Prozent aller Kaufverträge ging es um Ein- oder Zweifamilienhäuser. Neue Doppelhaushälften und Reihenhäuser kosten im Durchschnitt 378 000 Euro (plus neun Prozent). Vor allem Doppelhäuser liegen im Trend bei Preisen von bis zu 510 000 Euro je nach Lage, Stadt, Größe und Alter.

Die Zahl der Käufe legte bei einem Umsatz von 249 Millionen Euro um 20 Prozent zu. Hilden (19), Erkrath (16) und Mettmann (15) sind Spitzenreiter.

Beim Preisniveau zeigt sich ein Nord-Süd-Unterschied im Kreis

Der Quadratmeterpreis variiert zwischen Hilden (3300 Euro/Quadratmeter) und Schlusslicht Heiligenhaus mit durchschnittlich 2570 Euro. Hilden, Langenfeld, Mettmann und Ratingen liegen mit ihren Durchschnittsquadratmeterpreisen nur wenig unter Münster und Köln. Dabei legten die Preise im Kreis im vergangenen Jahr insgesamt um neun Prozent zu. Aber: „Ob Wohnungen sich in einer großen Gebäudeanlage oder in einem kleineren Mehrfamilienhaus befinden, ist entscheidend für den Preis“, sagt Schwandke. Liegt die Wohnung in der Nähe von S-Bahnhöfen oder Bushaltestellen ist das ein Preis-Plus. Gerade beim Preisniveau zeigt sich aber der Nord-Süd-Unterschied im Kreis: Die Städte Hilden, Haan, Langenfeld und Monheim sind deutlich teurer als Wohnstandort als Erkrath, Mettmann, Heiligenhaus und Wülfrath.

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