Dank des Sommerwetters am Wochenende kamen rund 1700 Besucher zum Fest des Neanderthal Museums. Dort konnten sie entdecken, wie ihre Vorfahren Brot backten, ein Feuer machten oder ein Mammut erlegten.

Veranstaltung
Svenja (7) und Janine (9) (v.l.) bearbeiten Specksteine und sind dabei hochkonzentriert. Eva Roggatz vom Neanderthal Museum hilft ihnen.

Svenja (7) und Janine (9) (v.l.) bearbeiten Specksteine und sind dabei hochkonzentriert. Eva Roggatz vom Neanderthal Museum hilft ihnen.

Stefan Fries

Svenja (7) und Janine (9) (v.l.) bearbeiten Specksteine und sind dabei hochkonzentriert. Eva Roggatz vom Neanderthal Museum hilft ihnen.

Kreis Mettmann. Vor dem Pavillon hat sich eine Schlange gebildet, gut zwei Dutzend Leute warten geduldig, nach und nach durch das Drehkreuz gehen zu können. Kinder äugen vorsichtig um die Ecke, ob sie schon etwas sehen können.

„Wir haben 20 Minuten lang einen Parkplatz gesucht, da macht das bisschen Warten auch nichts mehr aus“, gibt sich Volker Breding entspannt.

Mit Frau und Kindern ist er aus Aachen nach Mettmann angereist, um beim Museumsfest des Neanderthal Museums dabei zu sein. Und ein Besuch der Fundstelle, dem Ort, an dem der Neandertaler entdeckt worden ist, gehört da natürlich mit zum Programm.

„Wir haben 20 Minuten einen Parkplatz gesucht, da macht das bisschen Warten auch nichts mehr aus.“

Volker Breding, Besucher

Einmal im Jahr verwandelt sich das Gelände rund um den modernen Museumsbau inmitten des Neandertals für zwei Tage in eine bunte, spannende und lehrreiche Erlebniswelt, in der die Besucher das Gefühl bekommen, der Neandertaler könnte gleich um das nächste Gebüsch geschlendert kommen.

Rund um das Museum können die Besucher hautnah miterleben, wie die vorzeitlichen Bewohner des Tals gelebt haben, und schnell wird jedem klar: ohne viel Mühe und Geduld ging in der Steinzeit gar nichts. Besonders deutlich wird das beim Fest, wenn es ums Brotbacken geht. Ein Lehmofen muss gebaut werden.

Regelmässig finden im Neanderthal Museum Veranstaltungen für alle Altersstufen statt. Die Bandbreite reicht von Lesungen über wissenschaftliche Vorträge bis hin zu Sonderaktionen. Alle Informationen gibt es auf der Internetseite des Museums zu lesen.

Und nicht nur das: „Man muss die Körner zwischen einem großen und einem kleinen Stein zermahlen, das ist voll anstrengend“, erklärt der neunjährige Jonas, der sich noch die letzten Mehlreste vom T-Shirt klopft. Er hat erst einmal genug vom Mehlmahlen. Spaß hat es ihm aber gemacht.

Spannung beim Feuermachen mit Steinen

Und wie kann der Lehmofen befeuert werden – so ganz ohne Streichhölzer? Das zeigt Johann Tinnes während des Fests. Er schlägt Funken aus zwei kleinen Stücken Feuerstein und versucht damit, trockene Flechten zum Glühen zu bringen.

„Jetzt ist es gut, dass der Wind die Glut anfacht“, bemerkt einer der vielen Gäste, die Tinnes gebannt zusehen. „Naja, mir wäre lieber, es wäre kein Wind“, schmunzelt Tinnes, schafft es aber dennoch in kurzer Zeit, erst den Zunder, dann trockene Holzspäne zu entfachen.

Beliebt war beim Fest auch das Speerwerfen. Das durfte nicht fehlen, war es doch eine der klassischen Waffen des Neandertalers. So ein Urzeitspeer sieht aus wie ein riesiger Pfeil, ist lang und dünn und wird mit Hilfe eines kürzeren Stockes, der hinten eine Kerbe hat, in die der Speer eingelegt wird, geschleudet. Und das ist nicht so einfach.

Trotzdem trifft ein junger Mann die Schnauze eines auf die Zielscheibe gemalten Wildschweins. „Super, genau auf die Nase“, freut sich einer der jungen Zuschauer.

Nicht nur die Gäste freuen sich an dem Wochenende, auch Museumsleiterin Bärbel Auffermann ist sichtlich zufrieden: „Ja, sehr sogar, vor allem weil das Wetter gehalten hat, obwohl die Prognose eher schlecht war. Deshalb sind auch viele gekommen.“

Mehr als 24 Mitarbeiter sind im Einsatz

Gut 1700 Besucher waren bis zum Sonntagnachmittag auf dem Gelände. Und damit die einen unterhaltsamen Ausflug in die Steinzeit machen konnten, waren gut zwei Dutzend Mitarbeiter, Ehrenamtliche und professionelle Steinzeitspezialisten auf den Beinen, für die Bärbel Auffermann gestern ein großes Lob übrig hatte. „Ohne ehrenamtliche Helfer wäre so eine Veranstaltung gar nicht zu machen.“

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