Aktion: Fünf Städte des Kreises veranstalten den Sommerleseclub. Der belohnt Kinder mit Preisen und Zeugnis-Einträgen fürs Lesen.

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500 Kinder sollen in diesem Jahr beim Sommerleseclub mitmachen. Viele von ihnen lesen mehr, als gefordert wird.

500 Kinder sollen in diesem Jahr beim Sommerleseclub mitmachen. Viele von ihnen lesen mehr, als gefordert wird.

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500 Kinder sollen in diesem Jahr beim Sommerleseclub mitmachen. Viele von ihnen lesen mehr, als gefordert wird.

Kreis Mettmann. Es sind Wiederholungstäter: die Mädchen und Jungen, die sich in den Ferien am Sommerleseclub der örtlichen Büchereien beteiligen. "Wer einmal mitgemacht hat, bleibt in der Regel dabei. Und er liest regelmäßig", sagt Sabine Köchling, Leiterin der Stadtbibliothek Ratingen.

Mit ihren Kolleginnen aus Wülfrath, Monheim und Mettmann stellte sie die diesjährige Aktion vor. In fünf der zehn Städte des Kreises können Schüler weiterführender Schulen am Sommerleseclub teilnehmen. In Wülfrath öffnet zudem erstmals ein Junior-Club, der sich speziell an Grundschüler richtet.

Ratingen hat den Anfang gemacht, fünf Städte sind bis heute nicht dabei

Seit 2002 gibt es in Nordrhein-Westfalen den Sommerleseclub. Ratingen hatte als erste Stadt aus dem Kreis Mettmann mitgemacht. Erkrath und Wülfrath gesellten sich später dazu. Monheim und Mettmann sind in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei. Das Prinzip ist einfach: Der Jugendliche muss in den Sommerferien mindestens drei Bücher lesen. Dass er diese tatsächlich gelesen hat, wird in der Bücherei abgefragt. Dann gibt es einen Eintrag ins Logbuch.

"Ich gehe in die Schule, putze da Klinken, aber der Erfolg ist nicht groß."

Sabine Köchling, Ratinger Bibiliotheksleiterin, über vergebliche Bemühungen an Hauptschulen.

"Viele Kinder lesen aber deutlich mehr", weiß Monika Altena aus der Wülfrather Medienwelt. Am Ende der Club-Zeit gibt es dann ein Zertifikat, das die erfolgreiche Teilnahme bestätigt. Darüber hinaus findet der Lese-Club Niederschlag in den Zeugnissen.

In der Wülfrather Hauptschule Wolverothe führt die Teilnahme sogar zu einer besseren Deutsch-Note. Die einzige Schule aus den teilnehmenden Städten, denen die Teilnahme keine Zeugnis-Notiz wert ist, ist die Theodor-Heuss-Realschule Wülfrath, "was sich im übrigen dann sofort in den Teilnehmerzahlen niederschlägt", so Altena.

Fünf Stadtbüchereien machen beim Sommerleseclub mit: Monheim, Mettmann, Erkrath sowie Ratingen und Wülfrath. Die beiden letztgenannten bieten auch den Leseclub junior an. Das Motto des Clubs: "Schock deine Lehrer - lies ein Buch."

Ratingen freute sich 2009 über 450 Leseratten, die ein Zertifikat erhielten. Mettmann: 178, Monheim 100 und Wülfrath 105.

Das ist eine Beobachtung, die ihre Kolleginnen bestätigen. Je mehr sich die Lehrer für die Idee des Sommerlesens begeistern, umso mehr Schüler engagieren sich. Die Wülfrather Hauptschüler zum Beispiel werden von Lehrern in die Bibliothek begleitet, um sich dort zu informieren.

In Ratingen hat es Köchling dagegen schwerer, Hauptschüler zu bewegen. "Ich putze da Klinken, gehe in die Schule, aber der Erfolg ist nicht groß", stellt sie fest. Insgesamt ist die Entwicklung aber gut: Einst mit 69 Teilnehmern gestartet, wurden 2009 450 Teilnehmer gezählt. Köchling: "In diesem Jahr wollen wir 500 erreichen."

Für den Sommerleseclub haben die Einrichtungen eigens Bücher angeschafft, aus denen die Mädchen und Jungen auswählen können. Das finanzschwache Wülfrath stellt seinen Kindern 260 Bücher zu Verfügung, "die ohne Hilfe des Fördervereins nicht anzuschaffen gewesen wären", betont Altena.

Der Aufwand ist enorm, weil jedes Buch auch abgefragt werden muss

Dass nur die Hälfte der zehn kreisangehörigen Gemeinden mitmacht, quittieren die Bibliothekarinnen achselzuckend. "Das liegt sicher an personellen oder finanziellen Gründen", mutmaßt Köchling. Der Aufwand, meint Marita Dubke (Mettmann), sei auch erheblich. "Ohne ehrenamtliche Unterstützung könnten wir auch nicht am Sommerleseclub teilnehmen. Schließlich müssen die Schüler hinterher befragt werden."

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