Wegen des S-Bahn-Konzeptes von DB und VRR bangt die Rheinbahn um ihre Anschlüsse. Es gibt nämlich zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember zum Teil erhebliche Änderungen. Ob auf der Linie S1, S6 oder S8 - Fahrzeitverschiebungen von bis zu zehn Minuten sind keine Seltenheit.

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Die so genannte dynamische Fahrgastanzeige reagiert auf jede Fahrplanänderung sofort und im Handumdrehen. Wie hier in Düsseldorf ist sie beispielsweise auch in Ratingen im Einsatz. Die erste richtige Bewährungsprobe dürfte dem Anzeigesystem der Rheinbahn aber erst noch bevorstehen. (Archiv

Die so genannte dynamische Fahrgastanzeige reagiert auf jede Fahrplanänderung sofort und im Handumdrehen. Wie hier in Düsseldorf ist sie beispielsweise auch in Ratingen im Einsatz. Die erste richtige Bewährungsprobe dürfte dem Anzeigesystem der Rheinbahn aber erst noch bevorstehen. (Archiv

Rheinbahn

Die so genannte dynamische Fahrgastanzeige reagiert auf jede Fahrplanänderung sofort und im Handumdrehen. Wie hier in Düsseldorf ist sie beispielsweise auch in Ratingen im Einsatz. Die erste richtige Bewährungsprobe dürfte dem Anzeigesystem der Rheinbahn aber erst noch bevorstehen. (Archiv

Mettmann. "Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Und jetzt haben wir den Salat", schüttelt Georg Schumacher den Kopf. "Und bei wem machen die Kunden ihrem Ärger dann Luft? Bei uns."

Was den Sprecher der Rheinbahn die Zornesröte ins Gesicht und Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist das neue gemeinsame S-Bahn-Konzept von Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) und Deutscher Bahn Regio NRW (DB). Es gibt nämlich zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember zum Teil erhebliche Änderungen. Ob auf der Linie S1, S6 oder S8 - Fahrzeitverschiebungen von bis zu zehn Minuten sind keine Seltenheit.

Nun wird versucht, die wichtigsten Linien aufeinander abzustimmen

"Aber das ist noch längst nicht alles", schimpft Schumacher. "Die Änderungen stellen uns vor noch größere Probleme." Schließlich seien große Teile des Rheinbahn-Netzes auf die Fahrzeiten der S-Bahn abgestimmt. "Das alles ist so gravierend, dass wir gar nicht mehr wissen, wie wir die Anschlüsse überhaupt noch gewährleisten sollen." Eine Sorge, die es für Georg Schumacher nicht gäbe, "hätten Deutsche Bahn und VRR uns frühzeitig über ihre umfangreichen Planänderungen informiert".

Nun bleibe nichts anderes mehr übrig, als fieberhaft zu versuchen, wenigstens die wichtigsten Linien noch aufeinander abzustimmen. Beispiel Hilden: Das Konzept bedeutet den Wegfall der S7 und damit den Verlust der direkten Anbindung an den Düsseldorfer Flughafenterminal. Ab dem 13.12. wird die S1 durch Hilden fahren, die künftig zwischen Solingen und Dortmund pendelt.

Wer danach zum Flughafen-Terminal möchte, muss am Düsseldorfer Hauptbahnhof in die S11 umsteigen - oder mit der S1 bis zum Flughafen-Bahnhof fahren. Auch die "Zwischenfahrten" im morgendlichen Berufsverkehr fallen in Hilden weg: Den derzeitigen Zehn-Minuten-Takt der S7 an den Werktagen zwischen 6.49 und 8.09 Uhr bei der S1 wird es nicht mehr geben.

Auf den 111 Linien der Rheinbahn sind laut Schumacher 34Anpassungen nötig - wobei allein 27 davon das Kreisgebiet betreffen. Natürlich müsse das Netz überdacht werden, "aber unser altes ist über viele Jahre hinweg gewachsen. Wir haben für rund 500.000 Euro jährlich teilweise sogar zusätzliches Personal und zusätzliche Busse eingebunden, um die Kundenwünsche zu erfüllen und das schon vorhandene Übel fehlender oder knapper Anschlüsse zu kompensieren. Und es hat funktioniert - bis jetzt."

Schumachers Kollege von der Deutschen Bahn, Udo Kampschulte, versteht einerseits die Verärgerung. "Aber das Konzept ist mit dem Verkehrsverbund abgesprochen", sagt er. "Und die Rheinbahn ist genauso Teil des VRR wie wir. Uns jetzt also den schwarzen Peter zuzuschieben, ist nicht richtig."

Dass es offensichtlich Probleme gibt, ist beim VRR inzwischen angekommen. Über den genauen Inhalt des S-Bahn-Konzeptes werde am Donnerstag gesprochen, erklärte Pressesprecherin Sabine Tkatzik.

Dann gebe es im Düsseldorfer Flughafen eine Pressekonferenz der Deutschen Bahn AG und des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr. Fakt sei allerdings, dass das Konzept schon seit zwei Jahren diskutiert werde.

Apropos Pressekonferenz: Eine solche planen auch die Rheinbahn und der vom neuen Konzept arg gebeutelte Kreis Mettmann. "Auf der einen Seite müssen wir die Leute natürlich über den neuen Ist-Stand informieren", so Schumacher.

"Auf der anderen muss aber auch deutlich werden, dass dieser Schritt zurück, was die Verlässlichkeit angeht, nicht auf unserem Mist gewachsen ist."

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