Aufgrund von Krankheit fallen viele Unterrichtsstunden aus. Eine Vertretung gibt es oft nicht.

An den Grundschulen im Kreis Mettmann fallen Unterrichtsstunden aus, weil nicht genug Lehrer da sind.
An den Grundschulen im Kreis Mettmann fallen Unterrichtsstunden aus, weil nicht genug Lehrer da sind.

An den Grundschulen im Kreis Mettmann fallen Unterrichtsstunden aus, weil nicht genug Lehrer da sind.

dpa

An den Grundschulen im Kreis Mettmann fallen Unterrichtsstunden aus, weil nicht genug Lehrer da sind.

Kreis Mettmann. "Wir sind an den Grundschulen personell im Großen und Ganzen gut bis sehr gut aufgestellt", sagt Erhard Steinbrink, Schulamtsdirektor des Kreises. Zwar seien an einigen Grundschulen zurzeit Schulleiter-Posten vakant, doch mit Ausnahme der Langenfelder Martinusschule, wo die Planungen gerade erst begonnen haben, würden alle anderen Einstellungsverfahren auf Hochtouren laufen.

Manchmal würden die Verfahren jedoch etwas schwer in die Gänge kommen, gibt der Schulamtsdirektor zu: "Manche Stellen müssen aus mangelndem Interesse sogar mehrfach ausgeschrieben werden. Das gesamte Verfahren bis zur Besetzung kann dann bis zu einem halben Jahr dauern."

Der Posten des Schulleiters ist in Mettmann seit einem Jahr vakant

An der Mettmanner Grundschule Herrenhauser Straße dauert es bereits länger. Weil die damalige Schulleiterin pensioniert wurde, ist der Posten des Schulleiters an der Mettmanner Grundschule seit über einem Jahr verwaist.

Und weil seit Anfang des Schuljahres nun auch noch die Stellvertreterin ausgefallen ist, steht Lehrerin Birgit Krohm weitgehend alleine da. Sie leitet die Schule seitdem kommissarisch und will sich auch für die Stelle bewerben. "Allerdings müsste sie dazu endlich ausgeschrieben werden", sagt Krohm. Auf Nachfrage sagt der Schulamtsdirektor dazu: "Die Stelle wird zeitnah ausgeschrieben."

Doch nicht nur die unbesetzten Schulleitungsposten bereiten Birgit Krohm Probleme. Das Kollegium ist an der Herrenhauser Straße mit 25Stellen gerade eben ausreichend stark besetzt. "Die Kollegen haben ihr wöchentliches Stundenkontingent freiwillig erhöht, um die 391Schüler möglichst gut betreuen zu können", sagt Krohm. Allerdings läuft der Unterricht schon länger auf dem Minimalkontingent von wöchentlich 21 Schulstunden pro Klasse.

Zurzeit besuchen rund 17 800 Schüler die 89 Grundschulen im Kreis Mettmann. Betreut werden sie von rund 1400 weiblichen und 50 männlichen Lehrkräften.

Um Unterrichtsausfall durch Erkrankungen von Lehrern zu verhindern, gibt es eine Vertretungsreserve. Sie ist zurzeit mit 23 Lehrerinnen besetzt, die dort eingesetzt werden, wo sich wegen des Ausfalls einer Lehrkraft ein konkreter, mindestens sechswöchiger Bedarf ergibt. In der Vertretungsreserve verbleiben die Lehrkräfte für zwei Jahre. Danach werden sie fest einer Schule zugewiesen. Die Stellen der Vertretungsreserve sind unbefristet und daher äußerst begehrt. An der Springer-Tätigkeit wird zudem die Chance geschätzt, in den beiden Jahren Erfahrungen an verschiedenen Schulen sammeln zu können.

"Und wenn dann noch ein oder mehrere Lehrer kurzfristig zum Beispiel bei einer Grippewelle ausfallen, wird es ganz schön eng", sagt Krohm. Dann müssen Schüler schon einmal auf andere Klassen aufgeteilt oder die Türen der Klassenräume einfach offen gelassen werden. "Dann können wir die Schüler leider nur noch beherbergen", sagt Krohm. Und auch von anderen Schulen im Kreis ist ähnliches zu hören. An der Grundschule Lindenstraße in Wülfrath müssen aufgrund von Krankheitsfällen zurzeit die AGs ausfallen, der Unterricht läuft auf dem Minimum von 21 Stunden.

Den Gau gab es an der Herrenhauser Straße im vorletzten Winter: Gleich zwölf der 25 Lehrer mussten sich wegen einer Grippewelle krankheitsbedingt abmelden. Schulrätin Barbara Ihle: "Das ist natürlich der schlimmstmögliche Fall. Ansonsten läuft der Unterricht aber weitgehend reibungslos."

Doch was ist mit dem so genannten Reserve-Pool, der zurzeit mit 23 Lehrern besetzt ist, und bei Ausfällen eine Vertretung stellen soll? Ihle: "Zurzeit sind alle Kollegen der Vertretungsreserve im Einsatz. Und zwar dort, wo wir absehen können, dass die Vertretung längerfristig benötigt wird." Konkret heißt das: Erst bei längerfristigen Ausfällen von etwa sechs Wochen erfolgt Unterstützung durch den Reserve-Pool.

Bei kurzfristigen Ausfällen müssen die Kollegen einspringen

Engpässe ließen sich so zwar nicht völlig vermeiden, aber es gebe durchaus Möglichkeiten, kurzfristige Lehrerausfälle schulintern aufzufangen, sagt die Schulrätin. Unter anderem könnten Teilzeit- sowie Vollzeitkräfte mehr Stunden leisten, Lehrer könnten in ihren Freistunden einspringen oder aushilfsweise an anderen Schulen unterrichten. Zudem könnten auch Schüler zeitweise auf andere Klassen aufgeteilt werden.

Wie viele Unterrichtsstunden an den Grundschulen im Kreis ausfallen, kann das Schulamt nicht beziffern. Ihle: "Wir führen darüber selbst keine Statistik. Dafür ist das Schulministerium zuständig." Anhand von Stichproben würde das Ministerium den Personalschlüssel für die Vertretungsreserve ermitteln. Aber ist der Bedarf nicht viel größer? Ihle: "Natürlich wäre mehr Personal schön. Aber es lässt sich nie ganz ausschließen, dass es zu Notlagen kommt, wenn mehrere Kollegen gleichzeitig krank werden."

Angesichts dieser Situation bleibt für Birgit Krohm nur zu hoffen, dass das Kollegium an der Mettmanner Grundschule Herrenhauser Straße weitgehend gesund bleibt, damit sich der schlimmstmögliche Fall nicht wiederholt.

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