Nach einer Umfrage der IHK sind Industrie und Handel mit weniger Schwung als in den Vorjahren in 2013 gestartet. Allerdings liegen sie immer noch im grünen Bereich.

Kreis Mettmann. Der Tisch ist erneut nicht mehr so üppig gedeckt, aber alle werden gut satt, und von Hunger kann überhaupt nicht die Rede sein. So lässt sich die Einschätzung der Unternehmen im Kreis Mettmann zur Konjunktur umschreiben.

„Für den weiteren Jahresverlauf deutet sich zaghaft eine Trendwende zum Positiven an.“

Gerd Helmut Diestler (IHK)

„Das Klima hat sich erneut verschlechtert, bleibt aber noch knapp im positiven Bereich“, formulierte Gerd Helmut Diestler, Volkswirt der Industrie- und Handelskammer (IHK), am Mittwoch bei der Vorstellung der aktuellen Umfrageergebnisse. Sein Fazit: „Die Wirtschaft im Kreis ist ohne Schwung ins neue Jahr gestartet.“

Bei der Umfrage mitgemacht haben mehr als 260 Betriebe mit zusammen 26 500 Mitarbeiter. Befragt wurden sie zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar.

Auch wenn die aktuelle Lage die schlechtesten Indexwerte seit drei Jahren erreicht, gibt es keinen Grund zum Trübsalblasen: Diestler: „Für den weiteren Jahresverlauf deutet sich zaghaft eine Trendwende zum Positiven an.“

Skepsis bei den Autozulieferern

Je nach Branche fällt die Einschätzung durchaus unterschiedlich aus. Noch ganz zufrieden und „tendenziell optimistisch“ äußerten sich die Hersteller von Ge- und Verbrauchsgütern, der Großhandel, Maschinenbauer, die unternehmensnahen Dienstleister und besonders das Baugewerbe.

 

efragt wurden zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar mehr als 260 Betriebe im Kreis Mettmann mit zusammen rund 26 500 Mitarbeitern.

Auf der Sonnenseite der Konjunktur stehen nach wie vor die Hersteller von Ge- und Verbrauchsgütern und der Großhandel. Auch Maschinenbauer und das Baugewerbe melden – trotz einer vergleichsweise starken Abschwächung zu den Vormonaten – noch eine überdurchschnittlich gute Konjunkturlage.

Unzufrieden mit der Konjunkturentwicklung sind metallbe- und verarbeitende Betriebe sowie der Einzelhandel. Besonders betroffen sind die im Bereich Niederberg stark vertretenen Automobilzulieferer.

Eher unzufrieden und skeptisch schauen der Einzelhandel und die im Kreis stark vertretene „Vorleistungsgüterindustrie“, also metallverarbeitende Unternehmen und Automobilzulieferer, in die Zukunft.

Gerade Unternehmen, die stark von der Automobilkonjunktur abhängig sind, würden für den weiteren Jahresverlauf mit erneut nachlassenden Geschäften rechnen, sagte Diestler. Dagegen seien Metallbetriebe, die für die Bauwirtschaft produzieren, überwiegend zuversichtlich gestimmt. Da ein Gutteil der Wirtschaft im Kreis Mettmann von der Automobilkonjunktur abhängig sei, schlage sich dies auch im Gesamtergebnis nieder.

Vieles hängt an den Rohstoffpreisen

Durchaus positiv wertet die IHK die Konjunkturumfrage hinsichtlich des Arbeitsmarktes: Trotz der geringeren Auslastung der industriellen Produktionskapazitäten sei die Beschäftigung bis zuletzt gestiegen. Auch für das laufende Jahr deute sich nach Aussagen der Unternehmen ein stabiler Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann an. Allerdings hätten sich seit Herbst die Risiken für die Konjunktur nicht wesentlich verändert, stellte Diestler fest.

 

Aktuell sehen die Unternehmen ein höheres Risiko in einer nachlassenden Inlandsnachfrage und in steigenden Energiepreisen. Das verarbeitende Gewerbe blicke zudem mit Sorge auf die Entwicklung der Rohstoffpreise. Handel und Dienstleistungen reagierten hingegen eher auf die wirtschaftpolitischen Rahmenbedingungen.

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