An den drei Standorten der Werkstätten für Behinderte sind 1100 Männer und Frauen beschäftigt.

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Schraubt die Standfüße von Duschwannen zusammen: Alexander Wink, der in der Behindertenwerkstatt in Langenfeld beschäftigt ist.

Schraubt die Standfüße von Duschwannen zusammen: Alexander Wink, der in der Behindertenwerkstatt in Langenfeld beschäftigt ist.

Anna Schwartz

Schraubt die Standfüße von Duschwannen zusammen: Alexander Wink, der in der Behindertenwerkstatt in Langenfeld beschäftigt ist.

Kreis Mettmann. Sie sortieren Schrauben, verbinden Metallstücke miteinander und montieren die Kunststoffelemente – fertig ist der Stellfuß für Dusch- und Badewannentassen. In einem anderen Bereich der Werkstatt stapeln die Mitarbeiter schwere Metallkonstruktionen auf Paletten. Nichts für Zartbesaitete.

In den Werkstätten für behinderte Menschen (WFB) in Langenfeld kennt jeder seine Aufgabe. Ob Zapfhähne für die Gastronomie, Vorrichtungen für Sanitäranlagen oder Artikel für den medizinischen Bereich – die rund 470 Mitarbeiter üben unterschiedlichste Tätigkeiten aus.

„Welcher Familienvater kann als Taschengeld denn über 150 oder 200 Euro verfügen?“

Heinrich Feilhauer, Geschäftsführer

„Ich schaue noch einmal, ob auch alles richtig ist“, sagt Christina nicht ohne Stolz. Sie kontrolliert als letzte Instanz die Becherhalter für Autos der schwedischen Marke Volvo. Nach ihrer Prüfung werden die Kunststoffteile verpackt und verschickt. Das bedeutet große Verantwortung.

Geregeltes Arbeiten und mehr Teilhabe am Leben – das bieten die Werkstätten des Kreises Mettmann ihren Mitarbeitern. „Unser Auftrag ist, behinderten Menschen nicht nur eine Arbeit zu geben, sondern sie auch zu fördern“, sagt Reinhard Ockel, Aufsichtsratsvorsitzender der WFB.

Doch zuletzt gab es Kritik an den Werkstätten. Bei der Debatte um die Gleichstellung Behinderter wird ihnen vorgeworfen, deren Ausgrenzung zu fördern. „Dagegen wehren wir uns. Wir bereiten die Menschen auf den Arbeitsmarkt vor. Aber rund 90 Prozent schaffen den Sprung nicht. Das liegt auch daran, dass viele Unternehmen in der ,normalen’ Arbeitswelt keine Menschen mit Behinderung einstellen“, sagt Geschäftsführer Heinrich Feilhauer.

Die Mitarbeiter freuen sich, dass sie ihren Beitrag leisten können

Im Jahr 2012 haben die Werkstätten des Kreises Mettmann rund 3,21 Millionen Euro umgesetzt. Für 2013 haben sich die Verantwortlichen 3,35 Millionen Euro zum Ziel gesetzt. Dazu werden die Lohnkosten von 2,1 auf 2,2 Millionen Euro ansteigen. Die Investitionen sollen von 1,53 Millionen auf 770 000 Euro reduziert werden.

Die rund 1100 Mitarbeiter der WFB im Kreis teilen sich auf drei Standorte in Langenfeld (470), zwei in Velbert (450) und einen in Ratingen (190) auf.

Die WFB sind in den Bereichen Holz- und Metallbearbeitung, Montage, Verpackung, Garten- und Textilpflege tätig.

„Inklusion heißt auch Lebensqualität. Und die bieten wir. Wenn man in die Augen der Mitarbeiter schaut und sieht, dass diese Menschen sich freuen, ihren Beitrag leisten zu können, dann weiß man, dass sich unsere Arbeit lohnt“, sagt Feilhauer. Wem seine Aufgabe irgendwann zu langweilig wird, der könne sich mit Praktika weiterbilden und in einem anderen Bereich der Werkstätten arbeiten.

Durchschnittlich verdienen die Behinderten 150 Euro pro Monat. In der Spitze können es auch 300 Euro sein. Dass die Bezahlung zu gering sei, glaubt Feilhauer nicht. „Fast alle Mitarbeiter wohnen in Heimen. Sie bekommen hier ein Mittagessen, ihre sozialen Abgaben sind geregelt. Welcher Familienvater kann als Taschengeld über 150 oder 200 Euro verfügen?“

Die Werkstätten bieten den Behinderten auch sportliche sowie kreative Angebote parallel zur Arbeit an.

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