Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff zieht eine erfolgreiche Bilanz ihrer Arbeit.

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Die Bürgermeisterin sieht sich als „Garant für eine Politik des Ausgleichs“.

Die Bürgermeisterin sieht sich als „Garant für eine Politik des Ausgleichs“.

Simone Bahrmann

Die Bürgermeisterin sieht sich als „Garant für eine Politik des Ausgleichs“.

Wülfrath. Zum Abschluss der WZ-Sommergespräche äußert sich Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff. Sie befindet, dass in ihrer Amtsperiode vor allen Dingen das Wir-Gefühl in Wülfrath bestärkt wurde.

WZ: Sie werben mit dem Slogan "Bewährtes wählen". Woran machen Sie das fest?

Lorenz-Allendorff: Das bezieht sich voll auf meine Person. Die Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl. Ich bin die Verwaltungschefin, die Repräsentantin und die Vorsitzende des Rates. Und es läuft gut. Warum sollten die Pferde gewechselt werden? Wir sind auf einem guten Weg.

Wie sieht der Weg aus?

Lorenz-Allendorff: Ein Meilenstein war die Ordnung unserer Finanzwirtschaft. Wir haben ein genehmigtes Haushaltssicherungskonzept. Wir haben trotz aller Unkenrufe eine testierte Eröffnungsbilanz. Und wir haben Wege eröffnet, neue Finanzquellen für die Stadt zu erschließen. Ich war bei der Bezirksregierung und in den Ministerien, damit Wülfrath in neue Förderkulissen hineinspazieren kann. Nur so können neue Fördermittel akquiriert werden.

Laut Kämmerer ist das Haushaltssicherungskonzept noch auf Kurs. Doch durch die Wirtschaftskrise drohen Unwägbarkeiten. Wie wollen Sie die auffangen?

Lorenz-Allendorff: Es ist ja nicht unbekannt, dass wir mit Rückgängen beim Einkommenssteueranteil und bei der Gewerbesteuer rechnen müssen. Die Frage ist, ob unsere Maßnahmen ausreichen, diese aufzufangen. Hat unser Haushaltssicherungskonzept Potenzial?

Wo sehen Sie denn noch Sparpotenzial?

Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff (53) ist verheiratet. Sie hat in Aachen Chemie und Romanistik studiert.

Lorenz-Allendorff ist parteilos. Als Kandidatin der CDU wurde sie 2004 ins Kommunalwahlrennen geschickt und siegte gegen Mitbewerber Wolfgang Peetz deutlich. Zuvor war sie acht Jahre Leiterin der VHS Mettmann-Wülfrath.

Lorenz-Allendorff: Bei Personal- und Sachaufwand sind wir ausgereizt. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Energieeinsparung werden Kosten senken.

Damit können aber nicht die Schulden abgebaut werden. Wie wollen Sie das angehen? Einer Ihrer Mitbewerber kann sich vorstellen, die Stadtwerke zu veräußern.

Lorenz-Allendorff: Das steht aktuell nicht zur Debatte. Wenn es mal so sein sollte, muss man sich das sehr detailliert anschauen. Die Stadtwerke zahlen schließlich nicht nur in den Etat der Stadt ein, sondern sind auch Partner der Stadt bei einigen Aufgaben.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz der auslaufenden Amtszeit aus?

Lorenz-Allendorff: Erfolgreich.

Was war denn erfolgreich?

Lorenz-Allendorff: Beispielsweise im Bereich der Stärkung des Wir-Gefühls. Wir haben das Ehrenamt gestärkt, Grünpaten eingeführt. Die Aktion "Wülfrath blüht" auf bereichert das Stadtbild. Aber wir müssen weiter versuchen, alle Akteure dazu zu bewegen, sich für die Stadt einzusetzen. Das gilt auch für Eigentümer und Wohnungsinhaber, die ebenso Verantwortung für Wülfrath tragen.

Das Klima zwischen Ihnen und der Politik ist aber nicht so gut.

Lorenz-Allendorff: Das sehe ich nicht so. Wir haben immer gut zusammengearbeitet. Ich rede mit allen Fraktionsvorsitzenden. Die meisten Beschlüsse waren einstimmig.

Warum unterstützt dann keine Partei Ihre Wiederkandidatur?

Lorenz-Allendorff: Da geht es nur um Profilierung. Schauen Sie sich die Wahlprogramme der Parteien an. Die ähneln sich alle. Die Parteien wollen sich über ihre Bürgermeister-Kandidaten bloß profilieren. Ich bin besonnen, habe für alle Bürger ein offenes Ohr, arbeite solide und leistungsorientiert. Ich bin der Garant für eine Politik des Ausgleichs, bin überparteilich und war das immer.

Die Goethe-Passage kommt, das Stadtentwicklungsprogramm zeigt Perspektiven für die Innenstadt auf. Wie bewerten Sie angesichts dieser Zukunftschancen rückblickend den Beschluss, das Rathaus aufzugeben?

Lorenz-Allendorff: Wir müssen nach vorne gucken. Der Umzug hat gut funktioniert. Uns ist es geglückt, das alte Rathaus-Gelände zu vermarkten. Und der Investor will dort 2010 eröffnen. Wir müssen anfangen zu überlegen, wie wir das Neue an das Bewährte, wie die historische Altstadt, anbinden.

Wie steht es um die Wirtschaftsförderung?

Lorenz-Allendorff: Alle reden von der Viertelstelle. Die steht auch im Stellenplan. Aber Wirtschaftsförderung ist mehr, sie ist Chefsache. Ich habe kontinuierlich Gespräche mit allen großen Firmen vor Ort geführt. Das große Plus in Wülfrath: Sie ist die Stadt der kurzen Wege. Da kann die Verwaltung ämterübergreifend Lösungen anbieten. Die Stadt-Tochter GWG ist da unser verlängerter Arm.

Aber die Vermarktung Wülfraths bleibt Thema.

Lorenz-Allendorff: Standortmarketing ist ein kooperativer Prozess. Mit der Koordinierungsstelle im Rathaus haben wir einen Beitrag im Rahmen unserer Möglichkeiten geleistet. Ich kann mir mehr Engagement in diese Richtung vorstellen. Aber das kostet Geld.

Sie wirken sehr zuversichtlich. Erwarten Sie eine Wiederwahl?

Lorenz-Allendorff: Ich habe gute Chancen und einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung.

Im Falle einer Nicht-Wiederwahl: Kehren Sie zur VHS zurück?

Lorenz-Allendorff: Mal sehen.

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