Die Mitarbeiter in den Bädern sind in Sachen Sicherheit gut ausgebildet. Aber ein Restrisiko bleibt.

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Schwimmmeister Elhamy Nayel wacht in Neviges über die Schwimmer im Wellenbecken. (Archiv

Schwimmmeister Elhamy Nayel wacht in Neviges über die Schwimmer im Wellenbecken. (Archiv

Simone Bahrmann

Schwimmmeister Elhamy Nayel wacht in Neviges über die Schwimmer im Wellenbecken. (Archiv

Kreis Mettmann. Nach dem Unfall-tod eines siebenjährigen Velberter Grundschülers im Wuppertaler Freibad Neuenhof sind Trauer und Entsetzen noch immer groß. Doch das Unglück könnte bei Besuchern, Kindern und Eltern auch Unsicherheit und Fragen nach der Sicherheit in den (Frei-)Bädern nach sich ziehen. Besteht nach dem tragischen Unglück in Wuppertal innerhalb des Kreises Anlass zur Sorge?

"Das Schicksal des Jungen ist unfassbar traurig", ist Norbert Noll erschüttert. Der Abteilungsleiter der Velberter Bäder nimmt den Unfall jedoch nicht als Anlass, um die Sicherheit in den Bädern neu zu überdenken. "Wir machen uns immer Gedanken und diskutieren regelmäßig, was wir tun können, um die Sicherheit in den Schwimmbädern weiter zu optimieren", sagt Noll.

Dazu gebe schon das kleinste Ausrutschen am Beckenrand, was in jedem Bad vorkommt, immer wieder Anlass. Zudem seien zahlreiche Fachkräfte angestellt, die in Wasserrettung und Erster Hilfe samt Wiederbelebung ausgebildet sind.

Kleine Kinder und Nichtschwimmer dürfen nicht ins Schwimmerbecken

Ein großes Problem schildert Noll so: "Wenn ein Siebenjähriger mit einer Vierjährigen an der Kasse steht und beide ohne weitere Begleitung ins Bad wollen, kann man sie nicht rein lassen. Ohne Aufsicht nach Hause schicken kann man die Kinder auch nicht." Daher würde in den Velberter Bädern nun Erziehungsberechtigte telefonisch zur Abholung der Kinder bestellt.

Auch im städtischen Langenfelder Freibad ist man stets um die Sicherheit der Gäste bemüht. "Wir haben erfahrenes Aufsichtspersonal, zudem sind phasenweise auch DLRG-Kräfte oder Sportlehrer von Schulen anwesend", berichtet Karlheinz Bruser, das zuständige Vorstandsmitglied der SG Langenfeld. Kleine Kinder und Nichtschwimmer dürften zudem weder ins Schwimmer- noch ins Springbecken.

Das Personal des Freibades Ratingen Mitte ist komplett geschult und ausgebildet. "Wir haben nur Fachkräfte, nicht wie manche anderen Bäder teilweise Aushilfen auf 400-Euro-Basis", sagt Cornelia Karthaus, Leiterin der Bäderbetriebe Ratingen. Zudem müssen alle Mitarbeiter, sogar Schwimmmeister, alle zwei Jahre ihren Rettungsnachweis erneuern und werden regelmäßig im Umgang mit Defibrillatoren, die es in jedem Betriebsteil des Bades gibt, geschult. "Das sind optimale Voraussetzungen", sagt Karthaus.

Die gibt es laut Betriebsleiter Willi Laumen auch in den Hildener Bädern. Vor Jahren sei ein Gutachten des Bundesfachverbandes für Bäder erstellt worden. "Daran halten und orientieren wir uns zu 100 Prozent", sagt Laumen. Regelmäßig müssen die Mitarbeiter und Rettungsfachkräfte auf ihre Qualifikationen, wie Erste Hilfe und Umgang mit Defibrillatoren, überprüft werden.

Zudem müssen die Becken rund um die Uhr - wie in jedem anderen Bad auch - beaufsichtigt werden. Ein genauer Aufsichtsnachweis ist schriftlich zu führen: "Wenn ein Schwimmmeister mal kurz auf die Toilette muss, dann muss für diesen Zeitraum Ersatz besorgt werden", erläutert Laumen. Zudem müssen die Aufsichtskräfte ständig in Bewegung sein, um die Becken aus allen Winkeln im Blick zu haben.

Auch in den Strandbädern am Unterbacher See oder Naturfreibad Mettmann wird, laut eigenen Aussagen, für ausreichend Schutz gesorgt. Die Anzahl der Aufsichtskräfte sei, wie in allen anderen Bädern auch, abhängig vom Besucheraufkommen.

In einem Punkt sind sich alle befragten Verantwortlichen der Bäderbetriebe einig: Unfälle sind, trotz aller Sicherheitsbemühungen, wie im restlichen Alltag leider nie zu 100 Prozent auszuschließen.

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