Kreis Mettmann fördert Träger der freien Wohlfahrtspflege.

Das „Kaufhaus für Mettmanner“ wird seine Türen demnächst für alle Bürger öffnen. (Archiv
Das „Kaufhaus für Mettmanner“ wird seine Türen demnächst für alle Bürger öffnen. (Archiv

Das „Kaufhaus für Mettmanner“ wird seine Türen demnächst für alle Bürger öffnen. (Archiv

Simone Bahrmann

Das „Kaufhaus für Mettmanner“ wird seine Türen demnächst für alle Bürger öffnen. (Archiv

Mettmann. Gute Nachrichten für die Arge ME-aktiv hatten am Donnerstag die Mitglieder des Kreis-Sozialausschusses. Sie folgten einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, 2010 für das Projekt "JobPerspektive" bei Trägern der freien Wohlfahrtspflege rund 35 000 Euro als freiwillige Leistung des Kreises zur Verfügung zu stellen. Ziel des Projektes ist es, Langzeitarbeitslose wieder fit zu machen für den Arbeitsmarkt.

"Der Kreis will durch diese Entscheidung seiner sozialpolitischen Rolle gerecht werden und die Träger der freien Wohlfahrtspflege bei ihrem Engagement auch finanziell unterstützen", heißt es in der Vorlage. "Denn im Gegensatz zu gewerblichen Anbietern sind die Träger der freien Wohlfahrtspflege hier in ihren Mitteln beschränkt."

Vom Engagement des Kreises profitieren auch die Bürger

Mit der Einstellung von Hilfsbedürftigen - so genanntem SGB-II-Klientel - in der freien Wohlfahrtspflege ergibt sich für den Kreis eine Kostenreduzierung zumindest in Höhe der Unterkunftskosten. Insofern, so die Kreisverwaltung, bestehe also ein direkter Zusammenhang zwischen den Zuwendungen und den Einsparungen im SGB-II-Bereich. "Der in Betracht kommende Personenkreis wird aller Voraussicht nach keine kommunalen Leistungen mehr benötigen."

Ein halbes Jahr soll die Anschubfinanzierung zunächst laufen. In dieser Zeit wird den Trägern der freien Wohlfahrtspflege Gelegenheit gegeben, etwa durch die Ausweitung der Aktivitäten höhere Erträge zu erwirtschaften und somit danach die Restkosten der Stellen in Eigeninitiative finanzieren zu können.

Vom Engagement des Kreises profitieren aber nicht nur ME-aktiv und die Betroffenen, sondern auch andere. Seit zwei Jahren betreibt die Diakonie das "Kaufhaus der Mettmanner", das von Langzeitarbeitslosen betrieben wird. Bislang durften dort aber nur Kunden einkaufen, die ihrerseits einkommensschwach sind. Ansonsten läge eine Wettbewerbsverzerrung vor, da die angebotenen Artikel unter Normalpreis verkauft werden. Mit der Personalfinanzierung entfällt diese Beschränkung.

"Kaufhaus für Mettmanner" bald für alle Bürger geöffnet

Durch die Einstellung von Personen, die über ME-aktiv teilfinanziert werden, könnte das Kaufhaus seine Angebote der gesamten Bevölkerung öffnen und somit auch noch konkurrenzfähig bleiben.

"Eine Regelung, die natürlich nicht nur das ,Kaufhaus der Mettmanner’, sondern auch alle anderen derartigen Einrichtungen betrifft", sagte Kreisdirektor Martin Richter. sts

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